Freitag, 23. Januar 2026

Junge Starke Mädchen – Weniger Streit, mehr Armdrücken.

Nicol war verärgert. Miriam war zwar eine ihrer besten Freundinnen, aber heute nervte sie. Obwohl nerven es nicht ganz traf. Nicol kannte die jeweilige Phase ihrer Freundin, welche sie auf den Tod nicht ausstehen konnte.
Zum Beispiel die Jetzige.

Sie saßen zusammen beim Italiener, außer ihnen waren noch Nell und Henry anwesend. Und Miriam war voller Eifer dabei, beiden zu erzählen, wie großartig sie war und wie gut sie ihr Leben im Griff hatte. In Maßen vertrug das Nicol, aber Miriam kam dieses Mal einfach nicht zum Ende. Immer wieder zeigte sie die besten bewerteten Fotos und Videos aus ihrem Instagram Account. Zufällig sah sie auf diesen Fotos natürlich abstrakt gut aus. Was daran lag, dass Miriam eine sehr schöne Frau war.

Braune Rehaugen, eine leicht gebräunte Haut und ein Kastanien farbendes Haar. Sie hatte ein weiches Gesicht, das unheimlich süß aussah, wenn sie lächelte. Leider wusste das Miriam nur allzu gut und setze es daher oft und strategisch ein. Auch das mochte Nicole weniger.

Und jetzt gerade, lächelte Miriam ständig. Erzählte laut, wie gut ihr Schnitt beim Studium war, obwohl sie nicht so viel gelernt hätte und zeigte dazu immer wieder Ausschnitte, aus ihrem Sozia Media Dasein. Als sie dann noch damit prallte, seit einem halben Jahr in Fitnessstudio zu gehen, konnte sich Nicol nicht mehr halten.

„Bestimmt nicht!“ rief sie aggressiver als sie es vorgehabt hatte. Daher sahen sie auch alle plötzlich an. Auch Miriam die sie süß anlächelte. Nicol kannte dieses Lächeln, wenn ihre eine Augenbraue schräg stand, war das kein Lächeln, es war ärger. Sie wurde ungerne unterbrochen, wenn sie gerade über sich selbst sprach. Besonders wenn sie auf so viel Interesse stieß.

„Bitte was Nicol?“ fragte sie und Nicol hörte unter dem netten Kang ihrer hellen Stimme klar den Ärger heraus.
„Du gehst bestimmt nicht jeden Morgen ins Fitnessstudio. Ich kenne dich jetzt seit 8 Jahren, du bist ein Sportmuffel!“
„Ja, aber lebe gerne gesund. Da war Sport unvermeidlich. Ich sage nicht, dass es mich keine Überwindung gekostet hat, aber jetzt geht es.“ Sie wand sich von Nicole ab. „So wo war ich. Also dieser Prof! Ich hatte nur einmal gelächelte und er sah mich danach fast ständig an. Das passiert mir so oft, deshalb schaue ich lieber die Aufzeichnungen im Netz an…“

Nicol ballte die Faust vor Wut. Miriam und Sport? Dass sie nicht lachte. Miriam war ein weiches Mädchen mit viel Babyspeck. Im Gesicht, an den Hüften, Armen und Beinen. Alleine ihre Oberarme war mehr als vier Mal so dick, wie die von Nicol. Denn Nicol machte Sport.  Sie lief jeden Tag eine Stunde und machte etwas Yoga. Sie war viel schlanker und dünner als Miriam. Gut Miriam Oberweite gab auch viel mehr her als ihre. Sehr deutlich sogar. Das merkte sie besonders, wenn sie mit Miriam durch die Stadt ging. Die Kerle sahen erst Miriam, dann ihre Oberweite. Erst danach bemerkte man Nicol. Nicole merkte, wie sie sich in ihre Wut reinsteigerte, konnte sich aber nicht beruhigen.

Entschlossen unterbrach sie Miriam ein zweites Mal. „Wenn du schon so lange Krafttraining machst, müsstest du mich spielend besiegen, denn ich mache nur Yoga.“ Während sie das sagte, stellte sie ihren Ellenbogen auf den Tisch. Eine deutliche Herausforderung zum Armdrücken. Wieder dieses Lächeln, für das Männer und einige Frauen von Brücken springen würden, um es nur einmal mehr zu sehen. „Armdrücken Nicole? Wirklich?“

Ja Bitch! Dachte Nicol. Sie mochte ihre Freundin aber ab und zu brauchte sie einen Dämpfer, um nicht zu arrogant zu werden. Und jetzt gerade war es höchste Zeit. Sie würde Miriam so was von demütigen. Alle würden sehen, was für ein schwaches, weiches Mädchen sie war. Sie nahm mit ihrer anderen Hand einen Zug von Ihrer Zigarette. Sie würde sie ganz cool besiegen. Ja nicht einmal hinsehen.

„Was keine Lust Miriam?“ fragte sie gespielt lieb. „Oder ist dir eingefallen das du doch noch kein Fitnessstudio von innen gesehen hast?“ Dieses Mal schaffte es Miriam nicht mehr zu lächeln. „Ich weiß ja nicht, was du plötzlich für ein Problem du hast Nicol, aber eben grade war die Stimmung noch gut!“ zischte sie so leise, das nur Nicol sie hörte. „Meine war es nicht! Was ist nun? Armdrücken ist doch unterhaltsam. Oder hast du Angst?“ Miriam sah sie scharf an. „Kindisch!“ zischte sie.

Auf einmal lachte Miriam künstlich, so dass Nicole kurz erschreckte. „Ach Nicol, wenn du mich wirklich herausfordern willst. Bitte.“ Sie stand auf und zog betont langsam die Jacke aus. „Du hast aber dicke Oberarme Miriam!“ sagte Henry, der einzige Junge am Tisch. Und er hatte recht. Miriam Unterarme sahen dagegen dünn aus, waren aber immer noch dicker als die von Nicol. Das weite T-Shirt lag lose an Miriam Körper, es spannte sich nur an ihrer Brust und an ihren Oberarmen. Die Ränder des Stoffes, drückten sich leicht in ihre Babyhaut.

„Sie hat nur Fettarme!“ Sagte Nicol fies und wurde daraufhin hart von Miriam angesehen, wären diese ihr Oberteil faltete und auf ihre Stuhllehne legte. „Um was wollen wir den wetten, dass ich stärker bin?“ fragte Miriam.  Nicol sah sie ruhig an. Sie hatte bereits eine Idee.

„Wir machen doch jeden Monat unsere Watchparty bei dir zu Hause!“
„Oh warte, du willst bestimmen, welche Serie wir gucken? Wie langweilig.“
„Nein will ich nicht. Wenn ich gewinne, wirst du bei der nächsten Watchparty meine lebende Fußbank sein. Die gesamte Zeit über. Kein wenn und kein aber. Wenn du dich weigerst, zwinge ich dich!“
„Oh ha.“ Sagte Nell, die wie die bis jetzt geschwiegen hatte. „Streitet euch doch nicht. Es war doch bis her ein netter Abend.“
„Wir streiten uns nicht!“ beharrte nun Miriam. „Ich bin einverstanden. Aber das gilt natürlich auch andersherum.“
„Gut.“ Sagte Nicol und streckte ihre Hand aus. „Hand drauf, dass wir uns daran halten.“
„Klar!“ sagte Miriam und drückte Nicols Hand überraschend fest. Ließ sie aber auch sofort wieder los.

Die beiden Frauen stellen ihren Ellenbogen auf den Tisch und gaben sich erneut die Hand. „Das ist doch aufregend.“ Sagte Henry. „Es geht wenigstens um was.“ „Naja.“ Sagte Nell, „Ich möchte nicht die Verliererin sein. Gehen eure Watchpartys nicht gerne mal 9-10 Stunden?“
„Krass!“ lachte Henry. „Okay, ich geben das Signal. Und wer den Ellenbogen anhebt oder vom Stuhl fäll, hat automatisch verloren. Okay? Ja? Gut, dann los!“

Siegesgewiss und voller Vorfreude begann Nicol zu drücken. Sie wollte es langsam angehen. Mal sehen was ihre Freundin mit den Fettarmen zu bieten hatte. Lächelnd nahm Nicol einen Zug von ihrer Zigarette und sah grienend in die Runde, als sie auf Widerstand stieß. Obwohl es das Wort Widerstand nicht ganz traf. Es war, als ob sie an einer Betonmauer zerschellen würde.

Überrascht sah sie zu Miriam, die dieses verdammt süße Lächeln zur Schau trug, was sich langsam zu einem Lachen verzog. „Was ist denn Nicol?“ fragte sie amüsiert. Wütend sah Nicol zur Seite und gab alles, was an Kraft in ihr steckte. Ihr kleiner Bizeps schmerzte, als sie sich mit allen, was sie hatte, gegen ihre Freundin lehnte.

„Guckt mal wie sie sich anstrengt.“ Rief Nell und zeigte auf Nicol, deren Kopf nun auch vor Scharm errötete. Nell stupste mit dem zeigefingen, Miriam massigen Oberarm an. „Von wegen Fettarm. Der ist richtig fest.“ Sie drückte weiter unten. „Da wackelt nichts.“ Diese Worte machten Nicol nur noch wütender. Sie drückte und drückte, doch Miriam Arm war eine wahre Betonsperre. Felsenfest am Tisch verankert. Und dazu dieses verdammte Grinsen.

Nicole erschrak, als sich Nell über den Tisch beugte und ihr T-Shirt nach oben schob. Ihr dünner blasser Arm mit der leichten Erhöhung, welche ihren Bizeps darstellen sollte, wurde sichtbar. Nell grinste. „Wie wolltest du denn mit diesem Arm gewinnen?“ lachte Nell. „Da bin ich ja stärker!“ Wütend zog Nicol mit ihrer freien Hand das Shirt zurück. Dabei verringerte sie unabsichtlich den Druck auf Miriams Arm. Hastig drückte sie wieder, als sie feststellte, dass Miriam gar nicht drückte. Sie hielt nur steif diese felsenfeste Mauer aufrecht, an der Nicol so erbärmlich scheiterte. Sie spielte mit ihr.

Nicole merkte, dass sie Tränen in den Augen hatte, als sie nun wirklich alles gab. Ihre Schuhe schabten über den Boden. Sie krallte sie mit der anderen Hand am Tisch fest und gab ein lies Knurren von sich. Schweiß lief ihr über das Gesicht aber Miriam massiver Arm hielt stand. Ihrer Gegnerin zeigte kein Zeichen von Anstrengung. Nur dieses süße Lächeln, das wirkte, als ob Nicol ein Insekt wäre, dass versuchen würde, Miriams keinen Finger aus dem Weg zu schieben.

„Nun gewinn schon Miriam!“ rief Henry. „Sonst fällt Nicol vor Anstrengung noch um.“ Nicol wollte ihm scharf sagen, dass er sich nicht einmischen soll, als sich plötzlich Miriam Arms wie eine Tonnenschwere Stahlplatte gegen ihren überanstrengten Arm drück. „AH!“ machte Nicol, den der harte unnachgiebige Druck tat weh. Genüsslich nagelte Miriam ihren Arm hart und fest auf den Tisch. Einen kurzen Augenblick drückte Miriam richtig fest, so dass Nicole auf quickte, dann wurde ihre Hand freigegeben.

„Überdeutlich verloren Nicol!“ rief Henry unnötigerweise. Nicols Arm tat weh. Gedemütigt lehnte sie sich zurück und fragte sich, ob sie nicht einfach gegen sollte. Aber nein. Sie sollte Haltung bewahren. Wenigstens ein bisschen. Sie nahm ein Taschentuch und tupfte Schweiß und Tränen von ihrem Gesicht.

„Tja, ich habe ja gesagt, dass ich ins Fitnessstudio gehe.“ Sagte Miriam und zog ihren Pulli wieder an. „Nun musst du wohl für viele Stunden meine Fußbank sein.“ Neben Miriam lachte Nell amüsiert auf. „Das würde ich zu gerne sehen. Hey Nicol, mach gegen mich Armdrücken, ich brauch auch eine Fußbank. Beim mir zu Hause ist noch unter meinen Schreibtisch Platz für dich.“

Nicol sah Nell wütend an. Sie konnte mit Nell nie etwas anfangen. Nicol war 29 und Miriam 25. Das war manchmal schon schwierig. Aber Nell, die eigentlich Miriam Freundin war, war erst 20. Da hatte Nicol schon fast etwas wie Muttergefühle. Gut, hatte sie nicht. Sie fand Nell immer zu laut und zu einehmend. Und auch Nell sah besser als Nicol aus.  Ironischerweise war Nicol als älteste auch gleichzeitig die kleinste. Mit ihren 1.64 war sie kleiner als Miriam, die mit ihren 1.72 schon groß war. Aber Nell war mit ihren 1.80 schon fast riesig. Auf jeden Fall aus Nicols Perspektive. Das sie gleichzeitig so jung war, war irritierend.

Nell wohnte bei ihren Eltern, die ein Gestüt hatte. Nell ritt gerne auf ihrem Pferd, war viel Draußen und sah auch so aus. Frisch, gebräunt mit roten Wangen und einem langen Pferdeschwanz. Und sie war so verdammt jung. Daher ärgerte sich Nicol über die freche Anrede dieses Mädchen nur noch mehr. Es war die pure Wut, als sie sich schräg auf ihren Stuhl setzte und ihren Ellenbogen ein zweites Mal auf den Tisch stellte.

Miriam lachte auf. „Nee Nicol, im Ernst jetzt?“ Nicol versuchte so ernst wie möglich zu gucken, aber Nell wirkte nicht eingeschüchtert. Ganz im Gegenteil. Sie freute sich richtig. „Okay, prima. Du wirst einen Tag meine Fußbank, ja?“ „Äh nein, …“ rief Nicol hastig. „Wir machen das nur so.“ Nell rollte die Augen. „Wie langweilig.“

Sie stellte aber ihren Arm ebenfalls auf den Tisch und ergriff Nicols Hand. „Also gut!“ rief Henry, der sich wohl zum Schiedsrichter berufen fühlte, „Auf drei. Eins, zwei, … drei!“

„Aaah.“ Machte Nicole, als Nell ihren Arm hart auf den Tisch knallte. Dann lachte Nell. „Was war das denn? Als ob ich gegen meine kleine Nichte Armdrücken mache!“ Nicol hielt sich den schmerzenden Arm. „Noch mal, ich war noch nicht so weit.“ „Ja sicher!“ neckte sie Miriam. Henry hat ja auch nur langsam bis drei gezählt. Da konntest du noch nicht fertig sein.“ „Halt den Mund Miriam.“ Zischte Nicol. Miriam verschränkte ärgerlich die Arme. „Bitte. Mach dich nur lächerlich. Das schein ja dein Abend zu sein.“  

Nicole und Nell gaben sie wieder die Hände. Beim Startzeichen haute Nell, Nicols Arm wieder auf die Platte. Danach gleich noch einmal. Und dies Mal so hart, das Nicole aufschrie. Nun schmerzte ihr Arm wirklich. Sie hatte nicht den Hauch einer Chance gegen dieses, fast 10 Jahre jüngeres, Mädchen gehabt. Egal wie sehr sie sich angestrengt hatte. Nell hingegen hatte die ganze Zeit nur gelacht. Am Ende hatte sie Nicols Arm nicht aus boshaft so hart auf den Tisch geschlagen, sondern aus Übermut.

„Jetzt weiß ich, warum du so deutlich gewonnen hast.“ Lachte Nell, wären sie Miriam ansah. „Nicol ist so was von schwach.“ „Ja nicht. Aber du durftest eben meinen Arm drücken, jetzt zeig mal deine Mukis.“

Das ließ sich Nell nicht zwei Mal sagen. In einer Bewegung hatte sie ihren Pulli ausgezogen und den Ärmel ihres Shirts zurückgezogen. Als sie ihren langen gebräunten Arm anwinkelte, staunte Nicole nicht schlecht. Auf Nell Oberarm wuchs ein richtiger Pfirsich in die Höhe, der von einer blauen Vene geteilt wurde. Miriam griff zu und staunte ebenso. Sie drückte den Pfirsich wischen zwei Fingern, der augenscheinlich nicht nachgab. „Wow richtig hart Nell! So solide und gut definiert. Du machst doch Krafttraining.“ Nelll zog ihren Arm zurück, der sich wieder in einen unscheinbaren, sonnengebräunten Mädchenarm verwandelte. „Ein bisschen vielleicht.“ Lachte sie.

Der Rest des Abends war für Nicol gelaufen. Beide Mädchen am Tisch hatte sie ausgiebig gedemütigt. Und Miriam hatte danach wieder davon angefangen, wie toll sie war. Und Nicole war dazu verdammt zuzuhören. Doch das aller schlimmste war, in zwei Woche hatten sie und Miriam einen Termin. Dann veranstalten sie nämlich ihre monatliche Watchparty.