Freitag, 22. Februar 2019

Der starke Rotschopf – Hausbesuch Teil 1

Es läutete Sturm an Stiefs Haustür. Mit einen breiten Grinsen öffnete Stief seinen beiden Freunden Ted und Natan. Stiefs Wohnung lag im dritten Stock eines Bürohauses. Eigentlich waren diese Räume nicht dafür gedacht, als Wohnraum zu dienen aber nachdem der Vermieter keine Firma als Mieter finden konnte, baute er die Räume kurzerhand um. Damit hatte Stief viel Platz und viel Ruhe. Alle seine Nachbarn waren irgendwelche Geschäftsleute die alle ab fünf Feierabend machten. Abends war der gesamte Gebäudekomplex leer. Stief konnte so laut oder so leise sein wie er wollte. Der perfekte Ort zum Feiern.

Seine beiden Freunde kamen laut lachend und ausgelassen in seine Wohnung. Ted hatte drei große Pizzakartons dabei und Natan eine Flasche Whisky.  Die Flasche war allerding angebrochen und Natan stank bereits, nach dem Inhalt seines Gastgeschenks.

„Immer herein.“ lachte Stief. Die drei Jungs machten es sich vor Stiefs Fernseher bequem. Stiefs Wohnraum mit angrenzender offener Küche bot viel Platz. Wie auch der Rest seiner Wohnung. Natan hatte eine Blue-Ray Sammlung allen Rocky Filme mit dabei. Da er schon einen ordentlichen Schluck Alkohol im Blut hatte, tänzelte Natan wild über den großen schwarzen Teppich in Stief Wohnung.

„Wisst ihr was mich an diesen alten Filmen stört?“ fragte er und begann damit, gegen einen unsichtbaren Feind zu boxen. „Man sieht immer wie lahm und langsam sie sich bewegen. Der Schnitt der Kamera stört auch, der uns weiß machen will, dass sie schneller sind, als es der Fall ist. Ich sage euch was, ich bin schneller als Stallone.“

„Ich kenne jemanden der dich trotzdem erledigt hat und weiblich ist.“ sagte Ted. Ted hatte nicht die beste Laune. Nach dem er, wie auch Natan und Stief, von Laura, einer rothaarigen Sechzehnjährigen, in einem Bistro, k.o. geschlagen worden war, war er mies drauf. Das lag auch daran, dass Laura ihm die Nase gebrochen hatte. Doch seine Hausärztin hatte seinen Tag nicht besser gemacht. Es war eine direkte und kernige Frau, wie seine Mutter sagte. Sie meinte er solle sich nicht anstellen wie ein Baby. Das sagte sie selbst nach dem Röntgen, wobei herauskam, dass seine Nase vierfach gebrochen war. Sie verpasste ihm nur mehrere längliche Pflaster, welche sie ihm auf die Nase klebte. Dabei tat sie ihm höllisch weh. Und immer wenn er jammerte, machte sie eine verächtliche Bemerkung. Ted hatte genug von Frauen. Dieser Männerabend war genau das, was er jetzt brauchte.

Natan drehte sich zu ihm um. „Ich weiß wenn du meinst. Eine gewisse Sechzehnjährige. Und ich sage dir was, ich bin schneller als sie. Das habe ich bewiesen, du hast das nur nicht mitbekommen.“
„Und dann hat sie dich k.o. geschlagen.“ sagte Ted und grinste breit.
„Sie hat uns alle fertig gemacht.“ sagte Stief, der mit Gläsern für den Whisky aus der Küche kam. „Du tust wieder so cool.“ sagte Ted. „Als ob es dich nicht stören würde.“ Stief zuckte mit den Achseln. „Ich denk einfach nicht mehr an sie.“ sagte er.

Das war gelogen. Stief dachte jeden Tag an das Mädchen mit den dicken Muskeln und der großen Faust. Man könnte sagen, dass sie in seinen Kopf eingedrungen war. Außerdem machte er sie jeden Abend zu seiner sexuellen Fantasievorlage. Sie war in dieser Gedankenwelt nicht so brutal aber dennoch stark. Sie packte ihn und machte alles was sie wollte mit ihm. Es beschämte ihn manchmal, wie sehr diese Gedanken ihn stimulierten.

„Genau!“ tönte Natan und boxte weiter mit seinem imaginären Feind. „Er hat das Monstermädchen bereits vergessen. Der obercoole Stief. Ich glaube nicht.“  „Ich auch nicht.“ sagte Ted der auf dem Sofa saß und Stief bei eingießen des Whiskys zusah. „Wisst ihr was?“ fragte Natan. „Ich bin der einzige von uns, der gegen die Kleine eine Chance hat.“ „Weil er so schnell ist.“ sagte Ted abwertend.
„Genau! Schnelligkeit ist ihre Schwäche!“ sagte er und boxte plötzlich immer schneller. „Bamm, hätte ich sie.“

„Hätte!“ wiederholte Stief, reichte Ted ein Whiskyglas und nahm ebenfalls auf dem Sofa Platz. „Ja.“ sagte Natan und beendete seinen Kampf. „Wenn die Kleine sich an die verdammten Regeln halten würde.“ „In diesem Punkt stimme ich zu.“ sagte Stief. „Wie die wohl im Bett ist.“ fragte Ted leise.
„Hmm, interessante Frage.“ sagte Natan wie ein Professor. „Höchstwahrscheinlich sehr dynamisch.“ er grinste.

Die drei Jungs grinsten anzüglich, als es aus heiterem Himmel an der Tür klingelte. „Wer kann das denn sein?“ fragte Stief und stand auf. „Habt ihr noch weitere Pizza bestellt?“ Ted schüttelte den Kopf. „Vielleicht einer deiner Nachbarn.“ sagte Ted. „Wohl kaum,“ sagte Stief während er durch Wohnzimmer lief. „Hier ist ab siebzehn Uhr niemand mehr. Ich könnte meinen Subwoofer voll aufdrehen und kein Mensch würde etwas hören. „Dann ist es die Post.“ sagte Natan.

Stief antwortete nicht, denn er war schon auf dem Flur und auf dem Weg zur Tür. Es klingelte wieder. „Ja doch.“ grummelte er. Mit Schwung zog er die Tür auf und erstarrte. Ein sechzehnjähriges Mädchen stand in der Tür. Sie hatte große grüne Augen eine spitze Nase, blasse Haut und dunkelrote Haare, welche sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Sie trug eine schwarze Lederjacke, welche allerdings nicht verbergen konnte, wie breit ihre Schultern und muskulös ihre Arme waren.

„Hey Stiefie.“ sagte Laura mit heller Stimme. Stief erwachte augenblicklich aus seiner Angststarre und wollte schnell die Tür schließen. Doch schon machte Laura einen Satz nach vor und schlug ihm mit ihrer großen Faust in den Magen. Die Kraft des Schlages, hob Stief wortwörtlich von den Füßen. Er atmete unfreiwillig aus. Danach fiel er zu Boden und krümmte sich. Wasser lief ihn aus den Augen und für einen Augenblick dachte er, er müsse sich übergeben.

Laura schloss ganz in Ruhe hinter sich die Tür, henkte ihre Jacke an die Garderobe, wie auch einen schwarzen Rucksack und sah dann auf Stief herb. „Aber Stief.“ sagte sie. „Das war doch noch gar nichts.“ Sie lächelte milde. „Es ist übrigens nicht nett, jemanden die Tür  vor der Nase zuschlagen zu wollen! Außerdem ist es eine ganz dumme Idee mich wütend zu machen, kleiner Stief.“

Sie packte Stief mit einer Hand bei den Haaren und ging langsam los. Stief humpelte wie ein Hund neben ihr her. Ihr Griff war fest und er zweifelte nicht daran, dass sie ihm wenn nötig, alle Haare ausriss, wenn er nicht folgte.

Natan und Ted hatten gerade die Gläser erhoben, als Laura mit Stief ins Wohnzimmer kam. Ted spuckte vor Schreck den Whisky aus, Natan erstarrte einfach in seiner Bewegung. Laura bot allerdings auch einen beeindruckenden Anblick. Sie trug eine blaue Hose aus Elastan oder auch Spandex genannt. Diese leuchtete in hellen Blau und lag sehr eng an ihren Beinen. So konnte jeder, ohne Probleme, ihre dicken, vor Muskel trotzenden, Oberschenkel sehen. Diese Bestanden scheinbar aus puren Muskelfasern die dick wie Taue hervorragten. Ihren Oberkörper zierte ein viel zu kleines Shirt, das ihre muskelbepackten Oberarme frei ließ, wie auch einen Teil ihres Bauch, der nicht weniger muskulös zu seien schien, als der Rest ihres Körpers. Neben sich, am Boden, krabbelte Stief, der mit seinen großen Körper nur die Macht dieses Mädchens verdeutlichte.

„Oh nein!“ rief sie wie ein aufgeregtes kleines Mädchen. Sie ließ Stiefs Haare los, der sich stöhnend zu Boden fallen ließ. „Du hast deine Freunde eingeladen. Wie schön! Dann kann ich mit euch allen drein spielen!“ Sie blickte wieder auf Stief. „Hey Stief. Hör auf dich am Boden zu wälzen. Los steh auf.“

Stief musste sich sehr zusammenreißen, um ihren Worten Folge zu leisten. Zu sehr schmerzte sein Unterleib.  Doch er schaffte es, sich mit wackeligen Beinen und gekrümmter Haltung neben Laura zu stellen. Diese sah ihn nur verächtlich an. „Du bist viel zu empfindlich!“ sagte sie und ging zum Sofa. Natan und Ted wichen auf dem Sofa in die hinterste Ecke, als ob Laura heiß wie Lava wäre.

„Was?“ fragte sie. „Setzt euch normal hin.“ Natan und Ted gehorchten zögerlich. Sagten aber nichts. Stief stand schweigend am Sofa neben Laura. „Was ist mit euch?“ rief Laura. „Wir feiern alle zusammen. Oder nicht?“ Keiner antwortete. Laura sah auf die Gläser auf den Beistelltisch.  „Will mir nicht jemand auch ein Glas holen?“ fragte sie. „Ihr seid sehr unhöflich.“

„Ich geh!“ sagte Natan schnell und sprang auf. Als er an Laura vorbei lief, machte diese eine schnelle Bewegung und rammte ihm, wie Stief zuvor, die Faust in den Magen. Auch er wurde von den Füßen gehoben und ging wimmernd zu Boden. „Nein Natan!“ sagte Laura böse. „Ich sage wer hier was macht! Klar?“ Natan wimmerte weiter und antwortete nicht. Da bückte sich Laura aus ihrer sitzenden Haltung heraus und packte Natan am Kragen. Ohne Mühe und mit deutlicher Kraft zog sie ihn so weit nach oben, das er ihr ins Gesicht sah. Tränen rannen aus dem Gesicht des Dreiundzwanzigjährigen.

„Wenn ich was frage antwortest du!“ rief Laura ärgerlich. „Wenn ich nochmal keine Antwort von dir bekommen, bereust du es!“ Sie drehte sich zu Ted um. „Ted hol mir ein Gals!“ Ted nickte und stürmte förmlich davon. Wenige Augenblick später war er wieder da, stellte das Glas vor Laura ab und setzte sich, mit einem großen Sicherheitsabstand zu Laura, wieder aufs Sofa. Danach wäre es fast Still gewesen, wenn Natan nicht leise vor sich hin gewimmert hätte.

„Gott Natan du Baby!“ rief Laura. „Setzt dich wieder zu Ted aufs Sofa und halt die Klappe. Sonst gebe ich dir einen richtigen Grund zum Weinen.“ Natan kroch über den Boden, kletterte förmlich aufs Sofa und kauerte sich dort zusammen. Laura sah sich um, niemand der Jungs sagte was.

„So Stiefie. Das ist deine Wohnung, hmm? Schön groß!“ Stief sagte nichts. Glaubte aber, etwas sagte zu müssen. Traute sich aber nicht. „Hey.“ rief Laura wütend. „Ich versuche hier Konversation zu machen. Also beteiligt euch!“  „Äh, danke.“ sagte Stief und räusperte sich. Sein Magen tat immer noch sehr weh.

„Oh man ihr Falschen. Los macht den Mund auf. Worüber habt ihr gesprochen, bevor ich kam?“ Ted wurde rot und Natan hatte sich wie eine Schnecke zusammengezogen. Also antwortete Stief um Laura nicht wütend zu machen. „Wir wollten uns Rocky ansehen.“ sagte er und deutete auf die Filme, welche neben den Whisky lagen. Laura nahm die Filme in die Hand. „Das ist doch Müll.“ verkündete sie. „Aber ihr Trottel würdet trotzdem noch was lernen. Ihr wart echt schlecht im Ring.“

Niemand sagte etwas. Alle Jungs, bis auf Natan, sahen betreten zu Boden. „Hallo Jungs.“ rief Laura. „Macht endlich mal den Mund auf. Sonst wird mir langweilig und dann fange ich an Dinge zu machen, die ihr nicht so toll findet. Du, Natan! Was habt ihr gemacht, bevor ich kam? Den Film habt ihr auf jedenfalls noch nicht geguckt.“

„Ich, ich, ich,…“ machte Natan. „Alter Natan.“ rief Stief, der seinen letzten Mut zusammengekratzt hatte. „Erzähl ihr doch von deinem dummen Schattenboxen!“ In dem Augenblick, als Stief seine eigenen Worte hörte, wusste er, dass er gerade einen Fehler gemacht hatte.  Natan ängstlicher Blick bestätigte das. „Ach nee Natan.“ rief Laura. „Hast du gegen dich selbst gekämpft?“ Natan nickte wie ein Kind. „Los zeig es mir!“ sagte Laura im Befehlston. Natan schüttelte den Kopf.

„War das gerade ein Kopfschütteln?“ fragte Laura und ballte eine ihrer großen Hände. Natan wurde bleich, sprang sofort auf und vollführte das Gleichen Schattenboxen wie zuvor. Nun ganz gleich war es nicht. Seine Haltung war etwas gekrümmt und er bewegte sich nicht mehr so schnell wie zuvor. Was klar an dem Schlag in den Magen lag.

„Sieht wenig beeindrucken aus.“ sagte Laura. „Ich denke, du brauchst einen echten Gegner. Zu deinem Glück bin ich hier.“ sie stand auf und stellte sich gegenüber von Natan zurück. Dieser wich vor ihr zurück, als wäre sie der Teufel persönlich.  „Oh, hat der Natan Angst?“ fragte sie mit süßer Stimme. „Stief?“ rief Laura. „Ja?“ antwortete Stief sofort. „Ein Typ wie du hat doch bestimmt Boxhandschuhe.“

Stief hatte tatsächlich Boxhandschuhe. Er hatte auch einen Boxsack.
„Habe ich, sie liegen da hinten in der Kommode.“
„Na los dann hol sie!“

Ein paar Augenblicke später zog sich Laura, Stiefs Boxhandschuhe an. „Etwas eng.“ kommentierte sie. Was Stief überraschte, da er seine eigenen Hände schon groß fand. Dann drehte sich Laura zu dem ängstlichen Natan um. „Na los greif an. Du bist im Vorteil. Ich habe Handschuhe an und du nicht! Und ganz neben bei bin ich viel jünger als du und ein Mädchen. Falls du es noch nicht gemerkt hast.“

Natan trat zögernd vor, dann tänzelte er unsicher um sie herum. Dies allerding in einen viel zu großen Abstand. Stief Wohnung bot dazu genug Platz. Laura drehte sich einige Minuten mit ihm im Kreis, die Boxhandschuhe als Deckung erhoben. „Greif schon an Natan!“ rief Laura ungeduldig. Doch Natan konnte sich offensichtlich nicht dazu durchringen den ersten Schlag zu machen. Daraufhin nahm Laura ihm diese Entscheidung ab. Sie machte einen schnellen Ausfallschritt und schlug Natan direkt ins Gesicht. Es gab einen hörbaren Laut, Natan stöhnte und taumelte nach hinten. Schon kam Laura hinter ihm her und schlug erneut zu. Dieses Mal hörten alle den Schlag sehr deutlich. Natan machte nur noch „uff“ und ging lang zu Boden.

Laura wich zurück und ließ Natan seinen Freiraum. „Los steh auf!“ rief sie. „Ich habe noch nicht mal angefangen.“ Natan richtete sich wieder auf, blieb aber auf Abstand. Und sobald sich Laura bewegte, bewegte sich Natan auch. In die entgegengesetzte Richtung. „Bleib stehen.“ rief Laura. Doch Natan blieb nicht stehen. Und als es Laura zu bunt wurde und auf Natan zu rannte, rannte dieser ebenfalls. Kurz jagten sie durchs Wohnzimmer, bis Laura stehen blieb. Sie war nicht unbedingt langsamer, sie wollte scheinbar nur nicht laufen. „Das ist mir zu blöd!“ sagte sie. „Entweder du stellst dich oder ich zwinge dich dazu.“ Natan antwortete nicht und blieb weiter in einem Sicherheitsabstand von fünf Meter.

Laura wartete einen Augenblick, dann drehte sie sich zu Stief um. „Hast du einen Boxsack?“
„Ja.“ antwortete Stief, wie ein Soldat seinem Vorgesetzten. „Und wo hängst du ihn  auf?“
„Da wo ihr gerade gekämpft habt. Da oben in der Decke sind zwei Haken.“
„Na los worauf wartest du? Häng ihn auf! Und du Natan.“ Sie sah zu Natan, der so weit von ihr weg stand wie er konnte. „Du hast jetzt die letzte Chance dich mir freiwillig zu stellen. Ansonsten fange ich dich ein, fessle dich an den Boxsack. Und dann…“ Sie hob grinsend ihren Boxhandschuh.

„Okay, okay,…“ sagte Natan zögernd und kam langsam auf Laura zu. Als er nahe genug war machte Laura einen Schritt nach Vorn und verpasste Natan einen rechten Schwinger. Mit einem „uff“ und reichlich unbeholfen, taumelte er zurück. „Was soll das?“ rief Laura. Bleib einfach mal an einer Stelle stehen. Sonst klebe ich dich wirklich an den Boxsack. Natans Gesicht zeigte Angst und Verzweiflung, als er sich wieder aufrichtete. Aber er ging dennoch wieder zu Laura.

Diese empfing ihn dieses Mal mit einer schnellen Rechts-Links-Kombination. Sofort folgte ein Schlag in Natan ohne hin schon empfindlichen Magen. Als er sich krümmte, erhielt er einen harten Aufwärtsschlag. Dieser Schlag hatte so viel Kraft, das sich Natans Körper ganz lang machte, kurz auf Zehenspitzen stand und dann wie ein gefällter Baum umkippte.

„Oh nö!“ sagte Laura und trat gegen Natans zuckend Bein am Boden. „Sag nicht du bist schon bewusstlos.“  Stief, der gerade eine Leiter aufstellte, um an die Haken für den Boxsack zu kommen, sah Laura mit großen Augen an. „Klar ist er nach so einem Schlack besinnungslos.“ Laura zuckte mit den Schultern. „Egal er kommt trotzdem an den Boxsack. So leicht kommt er nicht davon. Ich habe ihn schließlich kaum geschlagen. Nur vier, fünf Mal oder so.“
„Aber das hast gereicht.“ sagte Ted leise. Laura fuhr wütend zu ihm herum. „Klappe Ted! Und Stief? Mach schneller!“

Nachdem Stief den Boxsack aufgehängt hatte, musste er Laura dabei helfen, Natans schlaffen Körper am Boxsack fest zu machen. Nicht das Laura Hilfe gebraucht hätte. Sie hob Natan schlaffe Gestalt mit einem Arm vom Boden hoch. Ihre Muskeln traten zwar deutlich hervor, dennoch schien sein Körpergewicht kein Problem für sie darzustellen.

 Zu Natans Pech hatte Stief Panzertape im Haus. Damit war es kein Problem Natans Arme hinter dem Boxsack zu befestigen, so, dass Natan wie eine Kühlerfigur am Sack schaukelte. „Das sieht doch gut aus.“ sagte Laura böse grinsend. Wortlos nahm sie Natans Whiskyglas, das noch zu einem viertel gefüllt war und schüttete es ihm schwungvoll ins Gesicht.

Mit einen Stöhnen kam Natan zu sich und Stief konnte förmlich sehen, wie der Alkohol in Natans Augen brannte. „Öhhh….“ machte Natan. „Wo bin ich?“ „Du bist hier bei mir Natan.“ sagte Laura süß. „Und jetzt in diesem Augenblick bist du mein ganz persönlicher Box-Dummy.“ „Was?“ kam es lallend von Natan.

Die Antwort traf ihm in Form eines Boxhandschuh, der Natan und den Boxsack weit nach hinten schaukeln ließ. „Stief.“ rief Laura. „Stell dich hinter den Boxsack und halt ihn gut fest. Klar?“
„Ja ist klar.“ sagte Stief matt. Mit weichen Knie stellte er sich hinter den Boxsack und hielt diesen, ohne Natan dabei zu berühren, so fest wie möglich.

Laura ließ ein wahres Feuerwerk an Schlägen auf Natan niederprasseln. Stief spürte jeden einzelnen Schlag von Laura. Natan hatte nur kurz einen Laut von sich gegeben. Danach war still geworden. Gute fünf Minuten prügelte Laura auf Natan ein. Dann machte sie einen schritt von Boxsack weg. Natan hing erneut, wie ein nasses Handtuch daran. Ganz klar ohne Besinnung. „Und jetzt.“ verkündete Laura. „Der Finisher!“   Sie holte weit aus und schlug so hart zu, dass Natans Körper hoch flog und von Boxsack abgerissen wurde. Kurz befand sich Natan zehn Zentimeter über den Boxsack, dann fiel er willenlos zu Boden. „BAMM!“ rief Laura fröhlich und boxte in die Luft.

Natan und Stief starten entsetzt auf ihren Freund am Boden. „Ist er tot?“ fragte Ted mit zitternder Stimme. „Quatsch.“ rief Laura und gab Natans Körper einen Tritt, so dass sich dieser auf den Rücken drehte. Natan atmete noch. „Ich hatte doch Handschuhe an.“ sagte sie in einen Ton, der die Frage aufkommen ließ, ob sie glaubte, andere mit Handschuhe nicht verletzten zu können.

„Okay, das hat Spaß gemacht. Wer will noch mit mir boxen? Du Ted?“
Ted wurde noch weißer im Gesicht, als er ohnehin schon war. Mit Arme und Beinen signalisierte er seine Verneinung. „Nein! Auf keinen Fall. Ich…  ich bin nicht in der Verfassung für so was.“
„Wie meinst du das?“ fragte Laura und stemmte die Boxhandschuhe in die Hüften. „Ted kratzte sich am Kopf. „Ich bin verletzt. Siehst du hier meine Nase. Das muss noch heilen. Da kann ich nicht boxen.“

Laura zog die Boxhandschuhe aus und kam zum Sofa gelaufen. Mit prüfendem Blick stellte sie sich vor Ted. „Wegen diesen dämlichen Pflastern auf deiner Nase?“ fragte sie wütend. „Ja.“ sagte er und drückte sich soweit es ging an die Sofalehne. „Das ist doch bloß eine jämmerliche Ausrede Ted. Wenn ich dich frage, ob du mit mir boxen willst, dann hast du gefälligst mit einer freudigen Zustimmung zu antworten. Verstanden?“

Ted antwortete nicht. Er befand sich wohl in einer Art Angststarre. Denn genau das tat er, er starrte Laura an. „Ich frage dich noch mal. Willst du mit mir boxen?“ „Nein bitte nicht.“ jammerte er und versuchte jetzt auf dem Sofa davon zu kriechen. Doch da sprang Laura ihn schon an, setzte sich mit ihren schweren Köper auf seine Brust und drückte mit ihren starken Beinen seine Arme an seinen Körper. Hilflos und voller Angst lag er unter ihr und starrte sie an. Seine Lippen bebten, doch er bekam kein Wort mehr heraus.

„Du hast mich wirklich wütend gemacht Ted. Dir tut also deine Nase weh, was? Wenn ich mir die genauer ansehe, glaube ich, dass sie etwas schief ist. Aber keine Angst kleiner Ted, ich korrigiere das eben für dich.“

Demonstrativ hob Laura ihre großen Fäuste mit den hervorstehenden Knöcheln. Ted gab einen kurzen Angstschrei von sich, der allerding erstarb, als Laura ihre Fäuste, wie ein Maschinengewehr in sein Gesicht hämmerte. Es ertönte ein lautes Dauerklatschen und Stief lief besorgt zum Sofa. Hilflos sah er zu, wie Laura, Ted rhythmisch ins Gesicht boxte. Soweit er sagen konnte, schlug sie nicht ganz so hart zu wie bei Natan aber mit bloßen Händen war das immer noch mehr als ausreichend.

Als Laura nach einer Minute die Fäuste sinken ließ, war Teds Nase genauso zu Brei geschlagen, wie seine Lippen. Außerdem würde er sehr schnell zwei tief schwarte Augen bekommen.  „So Ted.“ sagte Laura fröhlich zu den besinnungslosen Jungen unter ihr. „Das sieht schon viel besser aus.“ Sie drehte den Kopf und sah Stief an. „Was ist, hast du Lust zu boxen Stiefie?“ Sie lächelte so süß, als könnte sie niemanden etwas zu leide tun.

„Klar, unbedingt!“ sagte er sofort und bekam weiche Knie.

Freitag, 1. Februar 2019

Der starke Rotschopf – Ein gemeinsames Essen


Eine Welle warmer Lust traf Stief und seine Freunde als sie in das gemütliche Bistro kamen. Ein mit Holz verkleideter Laden der, zu annehmbaren Preisen, ordentliche Portionen lieferte. Und das war Stief und seinen Freunden, Ted und Natan, am Wichtigsten. Stief hatte seine Freunde ein paar Tage lang nicht gesehen. Seit sie vor einem Monat von einem sechzehnjährigen Mädchen verprügelt worden waren, hatte ihre Freundschaft etwas gelitten. Doch mittlerweile ging es einigermaßen wieder. Niemand erwähnte das kleine Mädchen mit den roten Haaren mehr und die Sache wurde unter „Nie passiert“ verbucht.

Stief guckte sich immer noch nach einen Tisch um, als ihn Ted in die Seite boxte. „Hey Stief!“ „Was denn verdammt?“ fragte er und dreht sich unwirsch in Teds Richtung. Dieser deutete auf etwas und Stief folgte seinen Blick. Dann erstarrte er. An einem Ecktisch, weiter hinten im Laden, saß ein kleines Mädchen mit roten Zöpfen und schlürfte einen Milchshake.

„Das ist doch…“ sagte Stief heißer. „Genau.“ sagte Ted mit matter Stimme. Sie waren sich beide sicher, dass es sich um das Mädchen handelte, von dem sie verprügelt worden waren. Selbst auf diese Entfernung waren sie sich sicher. Denn die muskulösen Arme des Mädchens waren unverkennbar. „Was habt ihr beiden denn?“ fragte Natan. Dann blickte er in die Richtung, in die auch seine Freunde starrten. Sofort wurde er ganz leise.

„Verdammt.“ flüsterte er. „Lasst uns verschwinden.“
„Nein!“ brach es aus Stief heraus. „Das fehlt noch. Ich laufe bestimmt nicht von einem kleinen Mädchen davon.  Los kommt, wir suchen uns einen Tisch.  Das wir uns von einer Sechzehnjährigen verjagen zu lassen fehlt noch!“

Sie fanden einen Tisch, der leider nicht sehr weit von dem Tisch des Mädchens entfernt war. Stief hatte ein mulmiges Gefühl, was er aber gut verbarg. Seine Freunde wirkten eingeschüchtert. Als sie bestellt hatten warteten sie ungeduldig auf ihr Essen.

„Hoffentlich kommt bald das verdammte Essen!“ sagte Ted.
„Warum?“ fragte Stief gespielt cool. „Sage bloß du denkst immer noch an dieses Mädchen?“
Ted wollte gerade antworten, als eine helle weibliche Stimme ertönte. „Hey Junge!“ Es war der Rotschopf, der plötzlich vor ihrem Tisch aufgetaucht war. Ted ließ vor Schreck sein Handy auf den Tisch fallen. „Ich habe euch von da drüben aus gesehen und mich gefragt, ob ihr vielleicht Lust auf etwas Prügel habt.“

Alle drei Jungs wurden kreidebleich. Dann lachte das Mädchen laut. „War doch nur Spaß. Wisst ihr was? Ich setze mich zu euch. Ich hole nur schnell meinen Milchshake.“ Ted fand zuerst seine Sprache wieder. „Los Jungs, lasst uns verschwinden.“ „Unsinn!“ flüsterte Stief. „Wie sieht das denn aus? Und außerdem sind wir zu dritt. Schon mal daran gedacht?“

Stief hätte noch mehr gesagt, wäre das Mädchen nicht plötzlich wieder an ihrem Tisch erschienen. „Hier bin ich wieder Jungs.“ sagte es, einen großen Milchshake in der Hand. „Du da!“ sagte sie und deutete auf Natan. „Rück auf die Seite deiner Freunde, ich finde es besser, wenn ihr drei mir gegenüber sitzt.“

Auch wenn die gegenüber liegenden Bänke am Tisch nur jeweils für zwei Personen gedacht waren, zögerte Natan nicht, als das Mädchen auf ihn zeigte. Schnell erhob er sich und quetschte sich an Stiefs Seite, der nun zwischen seinen Freunden klemmte.

„Na Jungs was ist? Wollt ihr euch nicht vorstellen? Dann weiß ich beim nächsten Mal wenigsten wen ich vermöble.“ Das Mädchen lachte wieder und Stief musste zugeben, dass sie dabei ganz süß aussah. Sie hatte vielleicht einen etwas kleinen schmalen Mund und eine spitze Nase, welche ihr ehrgeizige Züge verlieh aber dafür tolle große Augen, die moosgrün waren. „Äh Natan.“ sagte Natan leise. Stief ärgerte sich über seinen Freund, der sehr eingeschüchtert klang. Er selbst setzte sich gerade hin und sagte cool. „Ich bin Stief kleines Mädchen.“ Dafür ernte er einen festen Blick des Mädchens. „Ted.“ sagte Ted etwas zu schnell, aber immer noch besser als Natan.

„Natan, Stief und Ted. Klar!“ wiederholte das Mädchen. „Mein Name ist Laura aber ihr dürft mich Herrin oder Göttin nennen.“ Dieses  Mal lachte sie nicht. „Quatsch.“ sagte Stief ärgerlich wobei Ted und Natan zusammenzuckten. „Angsthasen!“ dachte Stief ärgerlich. „Hör zu kleines Mädchen. Nur weil du ein paar Muskeln hast, heißt das nicht, dass du machen kannst was du willst.“ „Ach ein?“ fragte Laura und sah ihn scharf an. „Nein!“ wiederholte Stief und er war froh, dass seine Stimme so selbstbewusst klang. Denn insgeheim hatte er Angst vor dem Mädchen. Die harten Schläge die er von ihr bekommen hatte, wenn es auch nur sehr wenige gewesen waren, würde er so schnell nicht vergessen.

„Wir drei sind auch nicht gerade schwach. Gegen alle drei von uns hättest du keine Chance. Ach und beim Boxen hast du dich nicht an die Regel gehalten!“ „Oh Stief!“ rief sie wie eine besorgte Mutter. Dann hob sie ihre beiden Arme aus denen gigantische Bizeps-Kugeln hervorschnellten. Die drei Männer starrten sie mit offenen Mündern an. „Willst du dich hiermit wirklich anlegen Stiefielein?“
„Ich…iii…ccc…hhh“ stotterte Stief und schloss wieder den Mund. Noch nie hatte er so große Muskeln gesehen. Und schon gar nicht an einem Mädchen.

Das Mädchen grinste breit. Sichtlich zufrieden mit der Wirkung, welche ihre Muskeln auf die drei Männer hatten. Sie entspannte ihre Arme wieder und stellte den rechten Ellenbogen vor Stief auf den Tisch. „Na los Stief. Du siehst wie der Leitwolf in deiner Gruppe aus. Zeig mir mal wie stark du bist.“ Stief wollte sich ums Verrecken nicht noch mehr von seiner Angst anmerken lassen. Die kleine spielte ein Spiel und er wollte dabei keine Schwäche zeigen. „Klar!“ sagte er nicht mehr ganz so selbstbewusst und ergriff die Hand des Mädchens.

„Du kannst drücken wenn du soweit bist.“ sagte sie cool und betrachtete die Fingernägel ihrer linken Hand. Stief zögerte nur wenige Sekunden, bevor er sich mit voller Kraft gegen den Arm des Mädchens stemmte. Es war, als ob er gegen eine Stahlmauer ankämpfen würde. Lauras Arm bewegte sich kein Stück. Sie hätte auch eine Statur aus Marmor sein können. Stief fing an zu schwitzen und sah mit großen Augen auf den dicken Bizepsball der vor seiner Nase in die Höhe wuchs. Dieser Bizeps war mehr als doppelt so dick als sein eigener, mit einem richtigen Gipfel. Außerdem glaubte Stief pures Muskelgewebe durch die glatte, reine Haut des Mädchens schimmern zu sehen.

Laura selber schien sich nicht anstrengen zu müssen. Ihre Atmung blieb völlig normal und ihr Arm lag regungslos auf dem Tisch. Mit einen Schmunzeln sah sie Stief aus ihren großen grünen Augen an.
„Oh, armer Stief. Du bist ja noch viel schwächer als ich gedacht habe. Aber das ist immer so bei euch Jungs. Das meiste an euren dicken Armen ist Fett. Ihr trainiert einfach nicht richtig. Und eines Tages werdet ihr von einem kleinen Mädchen fertig gemacht.“ Mit dem letzten Wort knallte sie Stiefs Arm, als ob es das einfachste von der Welt ist, auf die Tischplatte. Stief dachte, das eine Stahlzange seinen Arm zerbrechen würde. Mit schmerzverzerrtem Gesicht zog er seinen Arm vom Tisch.

„Oh Stiefie!“ rief das Mädchen erneut mit einer hohen Stimme. Diese Anrede schien ihr sichtlich Spaß zu machen. „Habe ich dir wehgetan?“ Sanft strich sie ihm mit ihrer Mädchenhand über seinen Handrücken. Eine seltsam zarte Berührung. Doch dabei lächelte Laura teuflisch. „Das wollte ich auch!“

Stief erwiderte nichts, denn in diesem Augenblick kam die Bedienung mit ihrem Essen.  Große Teller mit Schnitzel und Pommes. Die drei Teller passten nur gequetscht nebeneinander. Die Bedienung runzelte die Stirn, über den Umstand, dass die drei Jungs sich auf eine Bank quetschten, während ihnen ein Mädchen auf einer genauso großen Bank gegenüber saß. Eine Bemerkung machte sie aber nicht.

„Uh Pommes!“ machte das Mädchen und griff mit ihrer Hand in Natans Teller um sich eine Faust voller Pommes zu nehmen. Natan sah Laura böse an, doch als sie seinen Blick erwiderte, lächelte er schnell. „Schon besser!“ sagte das Mädchen streng.

„Willst du uns jetzt beim Essen zusehen?“ fragte Stief und schob sich steif etwas Essen in den Mund. Er konnte jetzt nicht entspannt essen. Nicht solange ihm dieses Muskelmädchen gegenüber saß. „Oh Stiefie!“ ertönte es wieder vom Mädchen. „Du bist mir viel zu unhöflich. Ich hätte nicht übel Lust, dich jetzt zu packen, auf die Toilette zu zerren und dich da so durchzuprügeln, dass du dir danach in die Hosen machen würdest, wenn du nur an mich denkst. Am liebsten würde ich das mit euch allen drei machen. Ihr würdet bestimmt drei brave Hundies abgeben. Die auf Kommando sitz machen oder auch brav bellen.“

Während Laura das sagte, sah sie die Jungs abwechselnd an. Ihre Augen blitzten böse auf, was sie schön und furchterregend machte. Natan und Ted wurden beide bleich. Stief rang mit seiner Selbstbeherrschung. „Ha, ha!“ machte er. Aber seine Stimme war viel zu leise und rau. „Sehr komisch.“ sagte er, ohne das es nur ein Hauch Überzeugend klang.

Nebenbei bemerkte Stief, wie Natan ganz langsam zur Seite rutschte und eben so langsam seine Füße unter dem Tisch wegzog. „Der Feigling will die Fliege machen.“ dachte Stief, als er plötzlich merkte, wie Lauras Gesicht ganz nah an seines kam.

„Das war kein Witz.“ sagte Laura. Genau in dem Augenblick erhob sich Natan schwungvoll um das Weite zu suchen. Doch Laura war schneller. Blitzschnell packte sie seinen Arm und zog ihn mit Wucht zurück auf seinen Sitzplatz. Nicht weniger schnell kam ihre rechte Faust angeflogen. Es klatschte hörbar, Natan gab ein „oh.“ von sich und dann sank sein Kinn auf seine Brust. Stief sah seinen Freund erschrocken an. Er war bewusstlos. Sie hatte ihm mit nur einem Schlag die Lichter ausgeknipst.

„Seht ihr? Meine Fäuste sind noch gefährlicher, wenn ich keine Handschuhe an habe.“  Stief schluckte und stupste Natan leicht an. Dadurch geriet Natans willenloser Körper in Bewegung, so dass sein Kopf nach vorne und mit einen lauten scheppern auf sein Schnitzel fiel. Eine Bedienung sah kurz zu ihrem Tisch, doch als sie Laura kichern hörte, wandte sie sich wieder ab.

Laura zog eine Pommes unter Natans Gesicht hervor und kaute demonstrativ darauf herum. „Dummer Natan!“ sagte sie. „Ich wollte euch doch gerade sagen, dass ich ziemlich gute Laune habe und euch deswegen nicht verprügeln wollte. Naja, ihr könnt es ihm ja sagen, wenn er aufwacht. Wenigstens wird sein Essen nicht kalt, wenn er es mit seinem Gesicht wärmt.“

„Heißt das wir können gehen?“ fragte Ted hoffnungsvoll. Laura sah ihn scharf an. „Wie war das Ted? Willst du auch k.o. geschlagen werden?“ Sie hielt ihm ihre Faust vor das Gesicht. Ihre Faust war erstaunlich groß für ein Mädchen ihres Alters. Sogar Stief musste schlucken. „Nein bitte nicht!“ sagte Ted schnell. „Sei doch nicht so ein verdammter Feigling.“ fuhr Stief ihn ärgerlich an. Ted sah beschämt auf sein Essen.

„Oh Stiefie.“ sang das Mädchen erneut. Langsam konnte Ted es nicht mehr hören. „Ich mag Typen wir dich. Ich kann dir gar nicht sagen, wie gerne ich mich mit dir alleine Beschäftigen würde.“ Ihre großen Augen starrten Stief an. Sehr schöne Augen.  Stief rutschte unbehaglich auf seinem Sitzplatz hin und her. Wozu er im Grunde keinen Platz hatte.

„Ist es das was du willst? Ein Date?“ Mit dieser Aussage erstaunte Stief das Mädchen zu ersten Mal. „Was?“ fragte sie ungläubig. „Ein Date mit dir? Gehst du immer mit kleinen Mädchen aus Stief? Gibt es bei euch in der Uni keine Frauen?“ Stief machten diese Worte wütend, aber er beherrschte sich.

Laura wartete kurz auf eine Antwort aber von Stief kam nichts. Das Mädchen zuckte mit den Schultern, nahm den Strohhalm ihres Milchshak zur Hand und leerte ihn in einem langen Zug. Dann sah sie wieder Ted und Stief an.  „So Jungs mir wird das hier zu langweilig. Und ihr esst viel zu langsam. Es wird also Zeit, das ihr mir eure Dankbarkeit zeigt.“

„Was?“ rief Stief laut. „Warum? Wofür?“ Laura sah ihn böse an. „Dafür kleiner Stiefie, das ich euch nicht verprügle! Das sollte euch doch etwas wert sein!“
„Du willst Geld?“
„Hmm, andere Jung küssen mir die Füße oder lecken an meinen Schuhen. Aber ich denke, Geld geht zur Not auch.“

Stief wusste nicht, ob er ihr glauben sollte aber er konnte sich langsam gut vorstellen, dass sie andere Erwachsene oder Jugendliche in ihrem Alter dazu gebracht hatte. Stief stöhnte auf, wie ein Geschäftsmann, der eine überteuerte Rechnung zahlen musste. „Also wie viel?“ fragte er angebunden.

„Mir gefällt Dein Ton nicht Stiefie!“ sagte Laura. „Ich bekomme langsam einen Drang danach dich zu schlagen.“ „Äh.“ machte Stief schnell. „Wie viel Geld kann ich dir anbieten?“
„Schon besser.“ sagte Laura.
„Du bist selbst ein Feigling.“ flüsterte Ted an Stiefs Seite.
„Wisst ihr was?“ fragte Laura, „Wir machen das so. Derjenige, der mir am meisten Bargeld gibt, wird nicht k. o. geschlagen.“ Sie ballte ihre große Faust. „Naja und der andere logischer Weise schon. Der wird dann, genau wie Natan hier, sein Essen mit dem Gesicht warmhalten.“

Kaum hatte Laura ihren Satz beendet, wühlten die beiden Jungs hastig nach ihren Brieftaschen. Ted legte erstaunliche  sechzig Euro auf den Tisch. Er grinste Stief schon so komisch an, als Stief zwei Hunderter auf den Tisch legte. Das Geld hatte er immer dabei. Es diente ihm dazu, Frauen zu beeindrucken, wenn er ihnen gönnerhaft einen Drink spendierte.

„Oh da hat der arme Ted verloren.“ sagte Laura und rutschte auf der Bank so zur Seite, das sie Ted genau gegenüber saß. Drohend hielt sie ihm ihre große Faust vor das Gesicht, aus der sich fiese dicke Knöchel hervordrückten. „Auch ohne diese unglaubliche Kraft, könnte sie damit jemanden k.o. schlagen.“ dachte Stief mit klopfenden Herzen.

Ted war kreidebleich und drückte sich ängstlich nach hinten. „Warte bitte.“ bettelte er mit weinerlichen Stimme. „Ich kann zum Geldautomaten gehen und mehr Geld holen. Wirklich.“
„Nein Ted.“ sagte das Mädchen. „Verloren ist verloren.“ „Aber ich habe mehr Geld…“ brachte Ted verzweifelt hervor, als ihm plötzlich eine große Mädchenfaust traf und ihm die Nase platt an sein Gesicht drücke. Stief hörte richtig. wie Lauras Faust Teds Nasenbein in Staub verwandelte. Auch Teds Augen verdrehten sich, dann fiel er, wie ein nasser Sack auf seinen Teller.

„Tja.“ sagte Laura. „Wenn er sich nicht so nach hinten gelehnt hätte, müsste er nicht die nächsten Monate durch den Mund atmen.“ Sie sah Stief fies grinsend an. „Es macht allerdings schon Spaß Nasen platt zu hauen. So und jetzt zu dir Stiefie.“

Laura rutschte auf ihrer Bank in eine Position, in der sie Stief direkt gegenüber saß. Dann ballte sie ihre riesengroße Faust mit den stark hervorstehenden Knöcheln. Stief wurde bleich. „Was du willst mich schlagen? Warum?“ „Hmm…“ machte Laura und legte einen Finger ans Kinn und blickte in die Luft. „Warum?“ wiederholte sie. „Vielleicht weil du ein blöder Arsch bist? Ein Angeber mit fetten Armen und Null Kraft? Der Obervorturner von zwei Typen die noch dümmer sind als du?“
„Aber, aber…“ unterbrach Stief. „Ich habe doch bezahlt?“ Laura lächelte. „Reicht nur leider nicht!“ sagte sie kalt.

Stief sah noch nicht mal, wie sich Lauras Faust bewegte. Plötzlich wurde er von einem Stahlträger im Gesicht getroffen. Mit Wucht schwang sein Kopf zur Seite. Höllischer Schmerz entflammte, dann plötzlich nichts mehr.

Zufrieden sah Laura zu, wie Stiefs Augen sich nach hinten in seinen Schädel drehten. Dann fiel sein Kopf krachend auf seinen Teller. Eine Kellnerin stemmte die Hände in die Hüften und kam dann zu Laura gelaufen. „Was soll der Lärm junge Dame?“ zischte sie. Laura machte ein unschuldiges Mädchengesicht. Und es wirkte, trotz ihres muskulösen Körpers. Der Ausdruck der Bedienung wurde sofort milder.

„Schuldigen.“ sagte sie lieb. „Die Jungs haben um hundert Euro gewettet, wer am längsten sein Gesicht in sein Essen drücken kann.“ Angewidert sah die Frau die besinnungslosen Jungs an. „Meine Herren!“ begann sie. „Aus dem Alter sind sie nun wirklich...“ „Das bringt nichts!“ unterbrach Laura sie. „Die Abmachung besagt, dass man auch nicht reden darf, sonst hat man verloren.“ „So ein Blödsinn.“ sagte die Bedienung. „Und…“ sagte Laura hastig. „Ich soll ihnen das hier geben. Sie wollten nur ein paar Stunden Ruhe haben, um ihren Wettstreit zu Ende auszufechten.“

Die Kellnerin sah auf den Zwanziger, den das Mädchen ihr hinhielt. „Na schön.“ sagte sie, rümpfte die Nase, steckte das Geld ein und ging davon. „Glück gehabt Jungs.“ sagte Laura, zu den drei Jungs, die ihre Worte zu hören bekamen. Entspannt sammelte Laura das übrige Geld vom Tisch und schob es in ihre Hosentasche. Danach griff Laura über den Tisch und holte sich Stief Brieftasche aus seiner Jacke. Darin fand sie eine Visitenkarte, auf der sein Name, seine Anschrift und seine Handynummer standen.  „Oh gut.“ sagte sie und steckte die Karte ein. „So können wir Kontakt halten kleiner Stiefie. Ich komme dich bestimmt mal besuchen.“
Laura klopfte Stief noch einmal auf den Kopf, so wie man es mit braven Hunden machte, dann rutschte sie von der Bank und ließ die Jungs alleine. Der Bedienung sagte sie beim Rausgehen noch, dass die drei Idioten mit den Gesichtern in den Tellern ihre Rechnung bezahlen würden.

Stief wurde zweieinhalb Stunden später wieder wach. Sein Schädel dröhnte und sein Gesicht klebte vor Essen. Er brauchte seine Zeit um sich zu orientieren. Ted und Natan zu seinen Seiten, lagen immer noch mit den Gesichtern in ihren Tellern. Stief rüttelte beide kurz, doch nur Natan gab ein Stöhnen von sich. Während Natan langsam zu sich kam und Stief sein Gesicht mit einer Stoffserviette säuberte, kam eine Bedienung an ihren Tisch.

„Ah, die Herren beenden endlich ihr Spielchen?“ fragte sie spitz. „Äh?“ machte Stief dümmlich. „Ja schon gut. Wird nur Zeit das sie den Tisch wieder frei machen. “ sagte die Bedienung. „Zahlen sie zusammen?“ Stief nickte. Die Bedienung nickte ebenfalls und ging wieder.

Stief lehnte sich erschöpft zurück. Sein ganzer Kopf dröhnte und schmerzte. Er fühlte sich matt und elend. Er war zwar erleichtert, dass Laura scheinbar das Bistro verlassen hatte aber dennoch hatte er einen starken Drang, diesen Ort schnell zu verlassen. Er bezahlte schnell per Karte und verließ mit Natan das Bistro. Ted mussten sie zwischen sich nehmen und wie eine schlaffe Stoffpuppe mit sich schleifen. Natan hatte es dabei genau so eilig wie Stief. Denn eins hatten die beiden jungen Männer gemein. Sie wollten unter keinen Umständen dem Mädchen mit den roten Haaren erneut begegnen.

Ende

Freitag, 18. Januar 2019

Mein Bericht über das Leben mit Kira


Heute geht es um meine derzeitige Partnerin Kira. Als ich Kira kennen lernte war ich 25, Kira selbst 35. So lagen saubere 10 Jahre zwischen uns. Aber das störte weder mich noch sie. Dafür das Kira älter war hatte ich den Vorteil größer als sie zu sein. Mit 1.80 überragte ich ihre untersetzte Person von 1.65. Kira hatte einen sehr stämmigen Körperbau, was nicht hieß das sie fett war. Ganz im Gegenteil. Wie sie selber, bei unserer ersten Treffer sagte, bestanden ihre Freizeitaktivitäten aus Besuchen im Fitnessstudio. Dass dies hieß, dass sie Bodybuilding machte, fand ich erst später heraus. Und auch wenn dieser Sport nur ein Hobby für sie war, erzielte sie Ergebnisse, die sich leicht mit denen von Profis vergleichen ließen. Damit will ich sagen, dass diese, wenn auch kleine Frau, unglaublich muskulös war. Wenn sie ein ärmelloses Shirt trug, zeigte sie so viel Muskelmasse, das ich befürchtete, das nur ein Arm von ihr, mehr Muskelmasse als mein Gesamter Körper innehatte. Oder wenigsten genauso stark bzw. stärker war.

Beim Zusammenleben mit Kira gab es bestimmte Besonderheiten, über  die ich berichten möchte. Das fängt an bei ihrer selbstbewussten Art. Ich habe nichts gegen selbstbewusste Frauen aber manches ist mir dann doch unangenehme. Zum Beispiel empfindet Kira kein Schamgefühl, wenn sie sich nackt zeigt. Im Gegenteil. Sie zeigt gerne ihren unglaublichen Körper. Sie hätte kein Problem damit, nackt aus der Dusche zu kommen, um dem Postboten die Tür aufzumachen. Wenn wir in einen sehr warmen Land Urlaub machten, war Kira generell nackt. Und das hieß, sie war wirklich fast immer nackt. Auch wenn wir unter anderen Menschen waren. Das fanden nicht alle gut. Wenn wir uns Sehenswürdigkeiten ansahen und Kira nur, wenn überhaupt, Schuhe trug. Ansonsten nichts. In Spanien gingen wir einmal an einer Gruppe Polizisten vorbei. Sie machten kurz Anstalten aufzustehen und zu uns zu kommen. Doch als sie Kiras Körper  genauer betrachtet hatten, zogen sie sich zurück. Kira trug eine so ungeheure Muskelmasse zur Schau, das jedem klar war, das diese Frau unglaublich stark sein musste. Und das war sie auch.

Viel erfreulicher war Kiras zweite Eigenart. Sie liebte Sex. Und wenn sie welchen haben wollte, nahm sie ihn sich. Das bedeutete sie nahm mich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich mochte größer sein als sie aber das hinderte Kira nicht im Geringsten daran, mich zu pack, hochzuheben und auf das nächste Bett oder Sofa zu werfen. Und wenn ich werfen schreiben, meine ich wirklich werfen! Danach waren diese mächtigen Muskelmassen sofort auf mir. Ihr Körper war unglaublich schwer und wenn sie auf mir lag, war ich zu fast keiner Regung fähig. Dazu gehörte leider auch das Atmen.  Aber das machte nichts. Denn Kira lag nicht lange auf mir. Sie war eine sehr aktive Frau und das galt auch für den Matratzensport. Ich selber brauchte im Grunde nicht tätig werden. Sie packte meinen Körper und hob und senkte diesen, wie es ihr in den Sinn kam. Dabei wurde ich schon mal in die Luft gehoben, dort gedreht und über Kopf in den weiblichen Intimbereich gedrückt. Im Grunde fungierte ich als Gegenstand, den sie nach Belieben hochhob, schüttelte oder drehte. Und da mich ihr kräftiger Körper sehr schnell auf hundertachtzig brachte, war ich fast sofort Einsatzbereit. Allerdings nicht für lange. Wenn ich meine Ladung zu schnell verschoss, wurde ich kurzerhand in der Luft gedreht, damit ich ihr auf andere Weise weiter helfen konnte. Das war bestimmt nicht für jeden was, den Kira dominierte bei Beischlaf zu hundert Prozent. Mir machte das allerdings nichts aus. Im Gegenteil. Es trug zu meiner eigenen Erregtheit bei. In dieser Hinsicht passten wir optimal zueinander.

Kira brachte mich bei unseren Bettgeschichten leicht an die Grenzen meiner Belastbarkeit. Sie führte mich mindesten drei Mal zum Höhepunkt und nicht selten darüber hinaus. Danach war ich immer fix und fertig. Und um dem männlichen Klischee nicht zu wiedersprechen, ich schlief danach auch meisten ein. Und auch das ging sehr schnell. Kira hingegen schlief danach nicht unbedingt. Vielleicht wenn es abends war, ansonsten machte sie mit dem weiter, was sie vor her gemacht hatte. Wie erwähnt, liebte Kira Sex und deshalb wollte sie ihn jeden Tag. Oder noch besser, mehrmals am Tag. Gut, es gab Ausnahmen aber diese waren dünn gesät.

Im Übrigen gab es meistens eine Art Vorspiel. Nicht geplant oder bewusst. Es gab einfach bestimmte Situationen, die bei uns mit Sex endeten. Und dabei ging es meistens um Kiras körperliche Überlegenheit. Meisten war es so, dass ich mit meiner, zugegebenen nicht allzu ausgeprägten Körperkraft, an etwas scheiterte, das für Kira kein Problem war. Zum Beispiel hatten wir in unserer Küche einen sehr alten Herd stehen. Funktionieren tat er, aber die Drehschalter an der man die Herdplatten oder den Hoffen einschaltete, waren sehr schwer zu verstellen. Ich vermutete, dass die Mechanik im Inneren verrostet sein musste. Ich konnte diese Schalter nur mit beiden Händen drehen und auch das war schwer, weil diese so wenig Fläche boten um sie festzuhalten. Kira grinste immer, wenn ich fettige Finger vom Kochen hatte und dann auch mit beiden Händen die Griffe nicht bewegt bekam. Sie stellte sie dann immer breit grinsen neben mich, nahm extra nur ihren kleinen Fringer und drehte das Rad, als ob diese lose am Herd stecken würde. Situationen in denn sie mir zeigen konnte, das sie stärker war als ich, erregten uns oft beide. Danach dauerte es nicht lange, bis mich Kira grob am Hals packte, mir die Klamotten vom Leib riss und meinen Körper auf eine von ihr bestimmt Art verwendete.

Aber auch Meinungsverschiedenheiten führten schnell zum Beischlaf. Da ging es dann darum, wer den Aufbauplan vom IKEA Regal richtig verstanden hatte oder ganz simpel, welchen Kanal wir bei Fernsehen schauen wollten. Versuchte ich dann, Kira das Bauteil oder die Fernbedienung weg zu nehmen, gelang es mir natürlich nicht. Sie grinste dann breit, nahm meine beiden Handgelenke meist mit der linken Hand und drückte diese auf meinen Oberkörper. Schnell lag ich hilflos neben ihr, während sie meinen gesamten Körper mit einen Arm am Boden hielt. Und das so fest, dass es leicht schmerzte und ich Mühe hatte Luft zu bekommen. Sie saß neben mir und tat so, als ob sie besseres zu tun hätte und mich nur neben bei am Boden hielt. Doch sehr lange ging dieses Spiel nicht. Im Extremfall zwanzig Minuten. Danach fiel Kira wieder über mich her, wobei das Liebesspiel für mich in solchen Fällen, aus einer untergeordneten Position begann.

Im Übrigen war dies Lust nach Sex einer der Gründe, warum ich mit Kira nicht ins Fitnessstudio ging. Denn sobald Kira sah, wie ich an Gewichten scheiterte, die sie mühelos heben konnte, wollte sie Sex. Und wie schon erwähnt, verfügte sie über wenig Schamgefühl. Will sagen, sie hätte mich auch vor den Augen aller Anwesenden genommen. Und das hatte sie auch einmal getan. Seitdem ging sie immer allein. Das Ärgerte sie etwas, aber sie Verstand durchaus meine Beweggründe.

Angestauten Ärger ließ Kira meist in ihr Training einfließen. Besonders gut konnte sie ihre Wut bei ihrem Kickboxsparring auslassen. Ihr Trainer schützte sich bei Kira immer noch mit einer extra Polsterung. Und obwohl er ein massiger, kräftiger Kerl war, konnte Kira ihm mit einem Powertritt, in den sie all ihre Kraft setzte, von den Füßen fegen.

Man konnte sich also vorstellen, dass man Kira besser nicht als Gegnerin unterschätzen sollte, wenn man ihr in einem physischen Kampf gegenüberstand. Aufgrund ihrer Stärke, Fähigkeiten und Selbstbewusstsein, ging Kira auch keiner Konfrontation aus dem Weg. Wenn sie auch nicht unbedingt danach suchte. Die heftigste Auseinandersetzung hatten wir bzw. sie in einer Bar in einer Lauwarmen Sommernacht. Ich hatte Kira glücklicher Weise dazu bewegen können, ihren Körper wenigstens ansatzweise zu bedecken. Das bedeutete in ihrem Fall, dass sie einen Bikini aus blauen Jeansstoff an hatte, der erstaunlich gut an ihr aussah.

Die Bar in die wir gingen hatte gerade neu eröffnet und war in einem warmen Holzton gehalten. Gemütlich aber auch eng. An einem Tisch saßen vier Typen, die an Rocker erinnerten und den Laden wohl mit ihrem Clubschuppen verwechselten hatten. Als Kira und ich eintraten, meckerten sie gerade unüberhörbar über die Preise. Einer stieß einen Pfiff aus, als er Kiras gut gebauten und gleichmäßig gebräunten Köper erblickte. Was mir zwar nicht gefiel es aber hinnahm. Denn die Typen sahen nicht so aus, als könnte man vernünftig mit ihnen reden.

Eine Auseinandersetzung ließ sich in dem Augenblick nicht mehr vermeiden, als einer von ihnen folgendes auf den Pfiff seines Kollegen erwiderte. „Meinst Du den gut gebauten Kerl im Bikini?“ Kira blieb sofort stehen und blickte den Mann finster an. Dann ging sie auf ihn zu. Der stand dumm grinsend von seinem Stuhl aus. „Was!“ rief er und breitete kampflustig die Arme aus. Kiras Reaktion kam viel zu schnell und unerwartet für ihn. Sie bestand aus ihrer Faust, die in sein Gesicht, mit der Wucht eines Vorschlagshammers einschlug. Sein Kopf flog nach hinten und er verdrehte sie Augen. Sein schwerer Körper erschlaffte und zertrümmerte seinen Stuhl, als er zu Boden ging. Den übrigen drei Kumpanen sahen Kira einen Moment fassungslos an. Kira nutzte ihre Überraschung um den Kerl, welcher den Pfiff ausgestoßen hatte an den Haaren zu packen und seinen Schädel kraftvoll auf die Tischplatte zu donnern. Als der Mann wieder hochkam, hielt er sich seine gebrochene Nase und fiel, heulend, rückwärts vom Stuhl.

Die andern beiden standen von ihren Stühlen mit einem „Was soll das?“ Gesicht auf. Eine bekam sofort Kiras Faust ins Gesicht, welche ihn ebenfalls sofort besinnungslos machte. Noch während sein Kumpane mit spastischen Zuckungen zu Boden ging, hob der andere beschwichtigend die Hände. „Hey ich will  keinen Streit.“ Mehr konnte er nicht sagen, den Kiras Faust streckte auch ihn unbarmherzig nieder. Der letzte Mann mit der gebrochenen Nase, hatte dem Geschehen ungläubig zugesehen. Als Kiras Blick sich auf ihn richtete, versuchte er schnell davon zu krabbeln. Mit ein paar Schritten war Kira bei ihm, packte seinen Lederstiefel und hob ihn daran in die Luft. Mit einem ausgestreckten Arm, hielt sie den Mann, über Kopf hängenden in der Luft. „Nein, ich will nicht!“ rief der Mann und ruderte mit den Armen. Da zog Kira rückartig ihr muskulöses Bein nach oben. Es ertönte ein hörbares dumpfes Geräusch, als ihr Knie, seinen Kopf, wie einen Punchingball schaukeln ließ. Sein Wimmern erstarb sofort und sein Körper wurde schlaff.
Eine nicht unattraktive Bedienung, in enger Jeans, Stiefeln und Cowboyhut, lächelte Kira an. Ihr Blick zeigte klar, dass sie mit Kiras Verhalten kein Problem hatte. „Soll ich die Kerle rausschaffen?“ fragte Kira. Die Kellnerin bejahte die Frage. Daraufhin trug Kira die Männer nach Draußen und warf sie in das Gebüsch, hinter der Bar. Sie packte immer zwei Männer auf einmal. Bei ihr sah es so aus, als ob es sich bei den Männern um leichte Stoffpuppen handelte. Aber das waren sie nicht, wie man an der hervortretenden Muskulatur von Kira erkennen konnte. Zu solchen Vorfällen kam es nicht oft, was mir selbst ganz lieb war. Und nach diesen Abend war mir ebenfalls klar, dass mein meiner Freundin auf keinen Fall dumm kommen sollte.

Das Kira kein Problem damit hatte, mit mir ähnlich zu verfahren, stellte ich nach einem Jahr unserer Beziehung fest.
Es gab Situationen, bei denen man Kira auf keinen Fall stören sollte. Eine davon war das malen. Ja, Kira malte, so richtig mit Stativ und Farbpalette. Und wenn sie das tat wollte sie ihre Ruhe. Zweimal machte ich den Fehler, Kira zu stören. Ihre Reaktion kam genau so schnell wie hefig. Und das, in der Form ihrer Faust, die mein Gesicht kurzerhand zu Boden stampfte. Wenn eine Frau mit so starken Armen zuschlug, wurde es augenblicklich Dunkel. Ihre Faust war wie eine Dampframme die einen unbarmherzig niederstreckte. Ein wütender Schlag von Kira führte bei mir zu einem komatösen Zustand der zwischen vier und sechs Stunden anhielt. Das bedeutet, nachdem mich Kira wortlos niedergeschlagen hatte, hatte sie genug Zeit und Ruhe, um ihr Bild zu Ende zu malen. Das sie mir mit einem solchen Schlag nie etwas gebrochen hatte, die Nase ausgenommen, überraschte mich immer wieder. Nach einem solchen Niederschlag war ich noch stundenlang benommen und legte mich meisten ins Bett um weiter zu schlafen.

Ich machte keinerlei Aufstand, nachdem ich das erste Mal von Kira niedergeschlagen worden war. Zum einen weil ich mir sicher war, dass dies nur zu einem weiteren Schlag führe, zum anderen, weil mich solche Fortfälle im Nachhinein erregten. Glücklicherweise, kam es nicht oft zu solchen Situationen. Im Schnitt wohl all drei Monate. Den Rest dieser Zeit war Kira sehr umgänglich. Da konnte ich es gut verkraften, das mich ihre Faust schon mal niederstreckte, wenn wir uns mal stritten. Dafür führte ein weniger heftiger Streit zum Beischlaf.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich sehr glücklich in meiner Beziehung mit Kira bin. Egal wie heftig oder stürmisch diese auch ist. Ich hoffe, dass ich diese Frau nie langweile und noch lange mit ihr zusammen bin.

Ende

Dienstag, 1. Januar 2019

Der starke Rotschopf – Boxen.

Stief konnte nicht fassen was er gerade sah. Sein Kumpel Ted schien fast schon benommen, seid der Schlag der sechzehnjährigen ihn getroffen hatte. Er tänzelte mit einem leichten Rechtsdrall um seine Gegnerin herum. Diese zeigte ein abfälliges Lächeln.  Ted schlug mit einer geraden Rechten zu welche unbeholfen und Laienhaft wirkte. Das rothaarige Mädchen wurde noch nicht mal getroffen. Nun schlug sie zu und das viel präziser und schneller. Ein Schlag in den Bauch von Ted, der so viel Wucht zu haben schien, dass Stiefs Freund sich krümmte.

Stief konnte das Schauspiel, was sich vor ihm im Ring abspielte nicht fassen. So hart konnten die Schläge des Mädchens nicht sein. Ted hatte bestimmt wieder gekifft. Gut das Mädchen hatte einen muskulösen Oberkörper. Besonders ihre Oberarme waren beeindrucken. Doch war sie immer noch sechzehn und ein Mädchen. Und Ted, wie auch Stief selber, boxten nicht zum ersten Mal.

Eigentlich waren sie an diesem Morgen nicht ins Fitnessstudio gekommen, um sich mit einem kleinen Mädchen im Ring zu prügeln. Aber die kleine Göre war so frech gewesen, dass es nicht anders hätte laufen können.

Das Mädchen schien zufrieden mit der Wirkung ihrer Schläge. Sie besaß sogar die Frechheit, ihre Deckung zu senken. Allerdings musste Stief zugeben, das von Ted scheinbar keine große Bedrohung mehr ausging. Er taumelte hin und her und schien Mühe haben sich überhaupt noch auf den Beinen zu halten. „Das fasse ich nicht.“ knurrte Natan neben ihm und strich sich seine pechschwarzen Harre aus der Stirn. Stief nickt, wobei er weiterhin konzentriert das Geschehen im Ring verfolgte.

Ihm fielen fast die Augen aus dem Kopf, als er sah, wie das Mädchen, frech grinsend, ihre Handschuhe hob, diese Links und Rechts an Teds Schultern drückt und ihn so in die Mitte des Rings führte. Und Ted taumelte wie ein Hund bereitwillig mit. Sie hätten einen Schiedsrichter bestimmen sollen. Stief war sich nicht sicher aber das musste doch gegen irgendwelche Regeln verstoßen.

„Hey lass das!“ rief er wütend. Aber das Mädchen ignorierte seinen Ruf. Sie stellte sich Ted genauso hin, wie sie es wollte. Danach holte sie mit ihrem Muskelarm zum Schlag aus. „Ted deine Deckung!“ rief Natan neben Stief. Doch das Rufen war Sinnlos. Ted war ein benommener Zombie, der sein Umgebung kaum noch wahrnahm. Als der Boxhandschuhe des Mädchens, Ted traf, gab es einen Laut der in der Sporthalle leicht wiederhallte. Zum ersten Mal sah Stief einen Schlag, der seinen Gegner im wahrsten Sinne des Wortes von den Füßen hob. Teds Körper hob bestimmt zehn Zentimeter vom Boden ab, bevor er mit einem lauten Poltern zu Boden ging. Geschockt sah Stief seinen Freund an. Dann das Mädchen, welches zufrieden ihre Boxhandschuhe aneinander schlug.

Jetzt, da Ted nicht mehr die Sicht auf das Mädchen einschränkte, konnte Stief sich die Göre genauer ansehen. Ihre roten Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, der ihr lang auf den Rücken fiel. Sie trug ein schwarzes Tanktop, welches eng an ihrem Körper lag. Unfreiwillig musste Stief eingestehen, das ihr Oberkörper ihn beeindruckte. Ihre Schultern und ihr V-Nacken zeigten dicke Muskeln. Diese zeigten sich auch klar an ihrem Bauch, welche sich als Sixpack gegen den Stoff drückten. Aber das was Stief wirklich die Sprache verschlug, waren ihre Oberarme. Diese wurden von so dicken Muskelpaketen geziert, das Stief sich sicher war, dass das Mädchen mal sehr fett gewesen sein musste. Und dann hatte es mit Bodybuilding angefangen. Aber auch wenn ihre Oberarme dicker und wohl auch muskulöser aussahen, als seine eigenen und die seiner Freunde. Es war immer noch ein Mädchen. Und die Muskeln von Frauen waren nie so effektive wie die von Männern. Und schon gar nicht von einem Mädchen das kleiner war, als jeder von seinen Freunden. Stief war sich sicher, dass er stärker war. Er ließ sich davon nicht einschüchtern.

Und Natan wohl auch nicht. Denn als sich das Mädchen mit einem abfälligen Lächeln von Ted abwandte um den Ring zu verlassen, sprang er mit einer lässigen Bewegung in den Ring. „Nicht so schnell Mädchen!“ rief Natan. „Niemand verprügelt meinen Freund und kommt einfach so davon. Schon gar nicht so ein Rotschopf wie du, das noch bei Mama wohnt!“

Das Mädchen drehte sich um und musterte Natan kurz. Dann hob es die Handschuhe und nahm eine kämpferische Haltung ein. „Sehr gut!“ sagte Natan und tat es ihr gleich. Stief rieb sich die Hände. Gegen Natan hatte sie keine Chance. Da war er sich sicher. Natan war vielleicht der Schwächste aus der Gruppe aber er war dafür auch der Schnellste. Wenn Natan zuschlug wusste sein Angreifer gar nicht woher der Einschlag kam. Und er war schnell und wendig. Die Deckung immer oben. Einer der das Boxen drauf hatte. Das Mädchen wusste vielleicht wie man stand, sich bewegte und zuschlug. Aber richtig erfahren hatte sie im Kampf mit Ted nicht gewirkt. Und damit war Natan ihr sicheres Ende.

Schnell tänzelte er um sie herum und ließ gezielte Schwinger auf ihre Deckung regnen. Dann ein Schlag des Mädchen, der gar nicht so langsam war und Natan nur knapp verfehlte. Doch gleich darauf war es wieder Natan der austeilte. Einen Schlag nach dem andren. Doch das Mädchen hielt ihre Deckung ebenfalls oben und Schläge die ihren Körper trafen, schien sie gar nicht zu spüren. Oder sie ließ sich nichts anmerken.

So ging es mehrere Minuten. Die Schläge des Mädchens gingen fehl und Natans erwiderte den Angriff mit einen schnellen Schlagkombination, die dem Mädchen aber wohl nicht im Geringsten etwas ausmachte. Dann änderte das Mädchen plötzlich seine Taktik. Statt auf eine günstige Gelegenheit zu warten, in der Natan mit einem Schlag rechnete, schlug sie aus heiterem Himmel auf Natans Deckung ein. Ein kräftiger Schlag, der, obwohl Natan ihn Blockte, den Jungen zurücktaumeln ließ. Schnell faste Natan wieder einen festen Stand. Doch da rammte das Mädchen schon wieder ihre Faust in Natan Deckung und dieser fiel tatsächlich zu Boden.

Stief konnte wieder einmal seinen Augen nicht trauen. Er schrie Natan aus Leibeskräften an, wieder aufzustehen. Das tat dieser auch aber viel zu langsam. Das Mädchen hatte mehr als genug Zeit sich in Position zu bringen. Und da es keinen Schiedsrichter gab, hinderte auch niemanden das Mädchen daran, Natan sofort wieder eine zu verpassen, sobald er auf den Beinen war. Dieses Mal hatte Natan seine Deckung nicht oben. Der Schlag des Mädchens hallte in der Halle wieder, Natans Körper drehte sich schwungvoll um 180 Grad und fiel dann, wie ein gefällter Baum zu Boden. Das Mädchen tänzelte weiter um Natans Körper herum und gab diesen einen Tritt.

„Los steh auf!“ rief es und knallte die Boxhandschuhe aneinander. Eine grinsende Genugtuung lag auf den Gesichtszügen des Mädchens, welche Stief extrem wütend machte. „Lass ihn in Ruhe!“ brüllte er. „Wenn du unbedingt was aufs Maul haben willst, übernehme ich das!“ „Na dann komm doch!“ rief das Mädchen. „Wenn dein Freund schon zu schlapp ist.“

Stief sparte sich weitere Worte. Dem Mädchen zu sagen, dass Natan offensichtlich k.o. war, würde das Grinsen in ihrem Gesicht wohl nur noch verstärken. Doch nun musste sie gegen ihn kämpfen. Er war schon immer der stärkste von seinen Freunden gewesen. Und das sah man ihm auch an. Er war 1.86 groß und überragte damit das Mädchen um etwas mehr als einen Kopf. Seine Glieder waren lang und dick. Auch wenn er sich nicht ganz sicher war, ob er bei einem Vergleich der Oberarme, besser als dieser freche Rotschopf sein würde. Vielleicht auch nicht.

„Nun komm schon!“ rief das Mädchen, als er in den Ring krabbelte. Ihr Grinsen war jetzt noch breiter. Auch ohne Stiefs Hilfe war ihr wohl klar geworden, das Natan besinnungslos war. „Wird langsam eng hier.“ sagte sie und ging zu Natans Körper. Diesen schob sie mit dem Fuß soweit über den Rand des Rings, bis ihn die Schwerkraft erfasste. Dann viel sein Körper aus dem ein Meter hohen Ring, polternd zu Boden. „Hey, sei gefälligst vorsichtig!“ rief Stief empört.

Das Mädchen ging rüber zu Ted, der noch immer nicht wieder zu sich gekommen war. Dort sah sie Stief unbeeindruckt an. „Warum?“ fragte sie und gab Ted ebenfalls einen Stoß, so dass auch er aus dem Ring rutschte und zu Boden krachte. „Mit dir werde ich in ein paar Minuten genau dasselbe machen.“ sagte breit grinsen. „Das werden wir ja sehen.“ rief Stief und stürmte auf das Mädchen zu.

Sein erster Schlag ging fehl, weil das Mädchen genau in der Sekunde einen schnellen Schritt zur Seite machte. Innerlich verfluchte er sich, dass er noch nicht mal ein aufmüpfiges Schulmädchen treffen konnte. Mit dem zweiten Schlag traf er dafür umso härter die Schulter des Mädchens. Jeder andere, davon war Stief überzeugt, hätte bei einem solchen Schlag aufgeschrien und sich die Schulter gerieben. Aber das Mädchen hüpfte weiter, als ob nichts passiert war. Noch viel schlimmer war, das Stief den Eindruck hatte, gegen eine Steinmauer geschlagen zu haben. Seine Faust schmerzte selbst durch den Handschuhe. Aber das konnte nicht sein. So muskulös war kein Mädchen. Niemals.
 
Verwirrt tänzelte er weiter und zog noch im rechten Augenblick die Deckung hoch, als die Faust des Mädchens auf ihn zukam. Stief hatte das Gefühl, als würde er eine Steinkugel abwehren. Beide sein Arme schmerzten plötzlich und sein massiger Köper wankte tatsächlich zurück. Noch nie hatte er einen solchen Schlag abwehren müssen. Er hatte schon mit einigen der Jungs aus der Uni geboxt. Manche waren richtig gut gewesen aber nie hatte jemand so hart in seine Deckung geschlagen.

„Weil das erfahrene Boxer nicht machen.“ dachte er und fühlte sich mit dieser Erklärung etwas besser. Doch nur für etwas zwei Sekunden, denn dann bekam er einen weiteren Schlag in seine Deckung. Und noch einen und wieder einen. Seine Arme schmerzten und er fühlte, wie ihm die Tränen aus den Augen liefen, ohne dass er es verhindern konnte. Außerdem wollte er unbedingt die Arme senken, denn sie taten so weh, dass er sie kaum oben halten konnte. Und er wollte nicht noch einen Treffer abbekommen.

Stief wich von dem Mädchen zurück, das ihn frech angrinste. Er zuckte zusammen, als er gegen die Seile des Ringes prallte. Sofort feuerte das Mädchen ihre Fäuste ab. Zwei Treffer an den Armen und Stief ließ seine Deckung sinken. Über diesen Fehler konnte er nicht lange nachdenken, denn plötzlich traf ihn ein Schlag wie ein Amboss im Gesicht. Er schleuderte herum und mitten in der Bewegung wurde ihm schwarz vor Augen.

Fiese klatschende Ohrfeigen weckten Stief aus seiner Ohnmacht. Mit einem dröhnenden Schädel und einem trüben Blick, nahm der den Rotschopf über sich war. Das Mädchen hatte ihre Handschuhe ausgezogen und war dazu übergegangen, Stief wach zu ohrfeigen. Sie hatte ihn in die Mitte des Rings gezogen und saß, schwer wie ein Fels, auf Stiefs Brust.

„Na endlich.“ sagte das Mädchen genervt. „Los hoch mit dir. Das vorhin war kein gewollter k.o.! Ich will dich mit einem richtigen Schlag fertig machen. Mit einer erstaunlichen Kraft, hob ihn das Mädchen auf die Beine. Stief war viel zu verwirrt, um die Kraft des Mädchens wahrzunehmen. Er war so verwirrt, dass er sich unschlüssig umguckte. Während das Mädchen vor ihm wieder die Boxhandschuhe anzog, dämmerte Stief langsam, wo er war und was passiert war.

„Ich, ich, ich….“ haspelte er und wankte hin und her. Das Mädchen lachte laut. „Was ist? Habe ich dir die Fähigkeit zum Sprechen aus dem Schädel geprügelt? Egal. Vielleicht wird dieser hier das korrigieren.“  Mit offenem Mund sah Stief zu, wie das Mädchen weit mit ihrem Boxhandschuhe zum Schlag ausholte. „Neee…“ brachte er noch raus. Dann traf ihn erneut der Eisenhammer des Mädchens.

Für Stief wurde es augenblicklich dunkel. Er bekam nicht mit, wie sein Körper vom Boden abholt und Wort wörtlich aus dem Ring flog. Mit einem donnern landete er außerhalb des Ringes. Das laute Jubeln des Mädchens bekam er ebenfalls nicht mit. Auch nicht die erstaunten Gesichter, derer, die seinen Flug beobachtet hatten.
Eine Frau eilte zu Stief um zu sehen wie es ihm ging. Doch da kam das kleine Muskelmädchen aus dem Ring geklettert. Sie behauptete dass alles okay sei, hob Stief hoch und legte diesen hinter dem Ring zu seinen Freunden. Diese Seite des Rings war nicht ohne weiteres einsehbar und es gab auch keinen Grund dorthin zu gehen. So das Stief, Natan und Ted in ihrer Besinnungslosigkeit von niemanden gestört wurde.

Der Rotschopf ging gut gelaunt Trainieren. Sie hob Gewichte, die weder Stief noch einer seiner Freunde hätte heben können. Und sie Trainierte lange und ausdauernd. Nach zwei Stunden kam sie wieder. Sie tropfte vor Schweiß und  ihre Muskeln waren hart und geschwollen, so dass sie noch muskulöser aussah als zuvor. Unauffällig blickte sie hinter den Ring und lachte leise, als sie sah, dass Stief und seine Freunde noch immer ohne Besinnung waren. „Loser!“ kicherte sie leise. Dann verließ sie das Fitnessstudio.

Stief kam unter einem Strahl eiskalten Wassers wieder zu sich. Und obwohl das Wasser wirklich sehr klar war,  bewegte er sich kaum. Sein ganzer Kopf fühlte sich geschwollen an und unerträgliche Kopfschmerzen plagten ihn. „Oh gut.“ hörte er Teds Stimme. „Wir versuchen schon seit einer halben Stunde dich wach zu bekommen. Zum Schluss haben wird dich zu den Duschen getragen. Du bist echt ein schwerer Affe, dass lass dir gesagt sein. Und glaub mir, ich habe einen so dicken Schädel, dass es kein Spaß war, deinen Hintern hier her zu schleifen. Vielleicht kannst Du mir sagen, was eigentlich passiert ist. Den Natan hier, bekommt die verdammten Zähne nicht auseinander! Stief?“

Doch Stief sagte Garnichts. Er starrte nur auf die Plastikwand der Duschkabine und sah zu, wie die Wassertropfen daran herunter liefen. Und das tat er noch die nächste halbe Stunde, egal was Ted und später auch Natan zu ihm sagten.

Ende.