Dumpf prallte Peter von einem weiteren Ast ab und landete schließlich unsanft auf der Erde. Der Rücken schmerzte etwas und die Baumkrone, zu der er nun herauf sah, drehte sich. Aber ansonsten ging es Peter gut. Dabei war er aus gut 3 Meter Höhe gefallen. Sein Freund Oli hätte längst geweint. Aber nicht Peter. Sein Vater nannte ihn immer sehr Robust. Peter fiel oft mal hin kam aber immer mit einem Kratzer davon. Als er einmal die Treppe, laut krachend, heruntergefallen war, hatte sich sein Vater ganz schön erschreckt. Aber Peter war nur aufgestanden und hatte sich den Arm gerieben. Er hatte noch nicht mal geweint.
Vielleicht tat sich Peter weniger weh, weil er so ein kleiner Junge war. Er war gerade sechzehn geworden und war dennoch nur 1,54 groß oder besser gesagt klein. Und er erwartete auch nicht mehr zu wachsen. Klein zu sein war in der Schule schon von Nachteil. Alle Jungs in seiner Klasse waren größer als er und leider auch stärker. Den Peter war nicht nur klein sondern auch sehr schlank. Der Grund war, dass Peter sich aus Essen nicht viel machte. Noch nicht mal aus Süßigkeiten und das meiste schmeckte ihm auch nicht.
Allerdings war es nicht nur von Nachteil klein zu sein. Wenn Peter zum Beispiel mit seinen großen braunen Augen und seinem verwuschelten hellbraunen Haaren ein trauriges Gesicht machte, bekam er von seiner Lehrerin schon mal eine Note besser, oder die Schlachtergehilfin reichte ihm heimlich ein Stück Wurst. Was ihm meist dennoch nicht schmeckte.
Und vor drei Monaten hatte Peter eine ganz neue Erfahrung gemacht. Sie hatte in der Sportstunde ein Spiel gespielt, in dem man ein Band halb in seine Hose stopfte. Dann musste man herumlaufen und anderen ihr Band abjagen, während man selber von den anderen gejagt wurde. Peter war vielleicht klein und auch nicht besonders stark, aber er war wenigsten schnell und wendig. Wenn auch nicht der aller Schnellste.
Aus irgendeinem Grund hatte sich Monika in den Kopf gesetzt, gerade Peters Band zu erbeuten. Monika war einen Kopf größer, hatte grüne Augen, dunkelbraune glatte Haare und eine braune Haut. Ihr Vater war ein Spanier oder so. Sie hatte Peter fast in die Enge getrieben, als Peter durch eine schmale Tür in die Gerätekammer lief. Das durften sie eigentlich nicht, aber ihr Sportlehrer achtete sowieso nicht auf sie. Er saß am Eingang der Halle und lass wie immer seine Zeitung.
„Du schummelst!“ rief Monika und lief Peter hinterher. Schnell legte sich Peter hinter einen der Mattenwagen und duckte sich. Er hörte wie Monika in den Raum lief und stehen blieb. „Du versteckst dich!“ verkündigte das Offensichtliche. Peter hielt den Atem an. Monikas Schritte nährten sich und plötzlich packten ihn von hinten zwei Hände am linken und rechten Arm. „Hab dich!“ rief Monika und zog Peter vom Boden hoch.
Peter war erstaunt, wie stark Monika war. Fast schon mit Leichtigkeit, knallte sie ihn auf den Mattenwagen. Sie hätte ihm längs das Band abnehmen können, stattdessen griff sie nach seinen Händen und drückte sie auf nach unten. Als sie das tat konnte Peter direkte Monikas Kraft spüren. Er kämpfte gegen sie an, doch seine Arme zitterten nur einen Augenblick und dann lagen sie schon neben seinem Kopf.
Erstaunt sah Peter, Monika an, die ihn triumphierend ansah. Aber Peter war nicht nur erstaunt, dass Monika so stark war, sondern wie sein Körper darauf reagierte. In dem Augenblick, in dem er von ihrer Kraft hochgehoben worden war, hatte er in wenigen Augenblicken eine Erektion bekommen. Und diese wurde noch schlimmer, als sie ihn niederrang. Und ihr Gesichtsausdruck, als sie merkte, dass sie ihm überlegen war, hatte den größten Effekt.
Peter fing sofort an zu schwitzen, was Monika zum Glück für ein Zeichen von Anstrengung hielt. Er versuchte noch einmal gegen Monikas Arme anzukämpfen, doch als er merkte, dass sie so stark war, dass er seine Arme nicht einen Millimeter hoch bekam, hörte er wieder auf. Nicht weil er keine Energie mehr hatte, sondern weil er bei dem Versuch fast gekommen wäre.
Da Monika seine Arme mit beiden Händen festhielt, war ihr Gesicht ganz nah an seinem. Ein sehr schönes Gesicht wie er fand. „Die anderen Jung haben ja gesagt, dass du ein Lappen bist, aber ich hätte nicht gedacht, dass du so schwach bist!“ sagte sie selbstbewusst. Peter sah sie schweigend an.
„Du kannst dich echt nicht befreien, oder?“ Peter schüttelte den Kopf und Atmete voller Lust schwer weiter. „Und wie erschöpft du bist.“ Lachte Monika weiter. „Jedes Mädchen in unserer Klasse könnte mit dir den Boden aufwischen. Ist dir das eigentlich klar?“
Peter hatte nie darüber nachgedacht, doch jetzt fand er den Gedanken erregend. Er musste alles daran setzten nicht zu kommen. Zum Glück saß Monika nicht auf ihm, sonst hätte sie seine Lust deutlich an ihrem knackigen Hinterteil gespürt. Auf Monikas Frage antwortete er nicht.
Monika grinste Peter breit an, als sie sein Band packte und mit einem Ruck unter seinem Rücken hervorzog. „Verloren!“ sagte sie drohend. Noch einmal drückte sie ganz fest seine Handgelenke, dann ließ sie ihn frei und lief zurück in die Sporthalle. Peter blieb schwer atmend zurück.
Das Ganze war drei Monate her, aber Peter dachte fast jeden Abend an den Vorfall mit Monika. Und jedes Mal dauerte es nicht lange, bis er seine Lust nicht mehr im Zaun halten konnte. Seit dem hatte er immer mal wieder versucht, eine ähnliche Situation herbeizuführen. Doch er hatte keinen Draht zu den Mädchen und wenn er nur in ihre Nähe kam, kicherten sie hinter vorgehaltener Hand, was ihm sämtlichen Mut nahm.
Doch das tat gerade nichts zur Sache. Er war von seinem Beobachtungsposten gefallen und musste zurück ins Haus. Denn er hatte den Wagen seines Vaters gesehen, wie er in die Einfahrt einbog. Früher hatte es noch eine Haushälterin gegeben, so dass Peter nicht ganz alleine im Haus gewesen war. Doch mit vierzehn hatte sein Vater ihm gesagt, dass er durchaus alleine im Haus sein konnte, während er arbeitete.
Da sein Vater, Peters einzige Bezugsperson war, war er ihm auch dementsprechend wichtig. Jeden Tag wartete er bereits an der Haustür, wenn sein Vater nach Hause kam. Und heute sollte keine Ausnahme sein. Obwohl Peter wusste, dass sein Vater dieses Mal nicht alleine nach Hause kommen würde. Seit ein paar Wochen traf sich sein Vater mit einer Frau. Ab und zu kam er abends nicht nach Hause, sondern ging mit „Jasmin“ so hieß die Frau, aus. Peter hatte sie kurz gesehen, als sein Vater spät nach Hause kam. Aber nur kurz. Sie war blond groß schlank, mehr konnte er nicht zu ihr sagen. Und laut seines Vaters, hatte Jasmin eine Tochter. Und diese Tochter brachte er heute mit nach Hause. Er sagte, er wolle sehen ob Peter und Sara miteinander auskamen. Und diese Sara würde Peter gleich kennenlernen.
So schnell er konnte rannte Peter, über die Terrasse zurück ins Haus und öffnete die Eingangstür.
Einen Augenblick sah Peter seinen Vater glücklich an, dann starrte er verblüfft auf die Frau neben seinem Vater. „Das war Sara?“ dachte Peter einen Augenblick und starrte die Frau an. Peter hatte mit einem Mädchen in seinem Alter gerechnet, aber dieses Mädchen war eine erwachsene Frau und bestimmt irgendwas mit zwanzig.
Sara hatte dunkelblondes Haar, welches ihr auf einigermaßen breite Schultern fiel. Sie war schlank, hatte lange Arme wie auch Beine und an die 1.80 groß. Ihre Haut war braun und sehr rein. Ihre Augen wirkten große und leuchteten kristallblau. Sie lächelte Peter mit ihrem breiten Mund und zeigte dabei ihre Elfenbeinzähne. Peter fühlte sich an ein Mädchen aus dem Werbefernsehn erinnert. „Sie war bestimmt ein Model.“ dachte er. Anders konnte es gar nicht sein. „Hey ich bin Sara.“ sagte sie warm und streckte ihre Hand aus. Eine schöne Hand, wie Peter fand. Und um einiges Größer als seine eigene, die darin fast verschwand. Als sie zudrückte zuckte er kurz zusammen. Sie war stark. Oder sie tat nur freundlich und hatte mit Absicht so fest zugedrückt.
„Nun lasst uns mal rein.“ lachte sein Vater, dem nicht entgangen war, wie sein Sohn die junge Frau angestarrt hatte.
Peters Vater versorgte Sara mit einem Mineralwasser und zeigte ihr das Haus. Peter folgte den beiden und konnte dabei nicht die Augen von Sara lassen. Ihr glattes langes Haar fand er wunderbar und ihre langen Beine waren auch super. Und als er hinter ihr ging, entdeckte er einen prallen Knackhintern, der so eng in der Jeans steckte, dass er am liebsten reingekniffen hätte.
Als sein Vater, Sara in das Zimmer von Peter führte, war Peter das Ganze etwas unangenehm. Er hätte dieser Frau gerne gezeigt, wie erwachsen er war, das ging nur schlecht, wenn man ihr sein Zimmer zeigte, in dem noch Poster von Vampiren und Werwölfen hingen. Auch die Aktions-Figuren auf seinem Regal hätte er am liebsten schnell zur Seite geworfen. Daher stellte er sich so gut es ging davor.
„Im Grunde hast du jetzt das ganze Haus gesehen.“ sagte Peters Vater zu Sara. „Und es wird Zeit für mich, deine Mutter wird bald hier sein.“ „Wie du gehst wieder?“ mischte Peter sich ein. „Ja aber keine Sorge, Sara hat sich bereit erklärt auf dich aufzupassen.“ „Peter lief rot an und wäre am liebsten im Boden versunken. „Ich bin sechzehn Papa! Ich war schon oft abends alleine, auch schon Tage, das ist nichts Besonderes.“
Sein Vater hob abwehrend die Hände. „Schon gut. Sorry. War nicht so gemeint. Sara wollte dich nur kennen lernen und wir dachten, das wäre eine gute Gelegenheit. Dann hast du Gesellschaft.“
„Dann sage es auch so.“ murrte Peter. Sara lächelte Peter erneut warm an, was bei ihm das Bedürfnis auslöste vor ihr niederzuknien und ihre Schönheit anzubeten. „Dein Vater hat Recht.“ sagte sie mit sanfter Stimme. „Ich wollte nur sehen wer du bist. Dein Vater und meine Mutter verstehen sich sehr gut, also werden wir uns vielleicht bald öfter sehen.“
Peters Vater nickte zustimmend. „Genau.“ meinte er und sah auf seine Uhr. „Aber nun muss ich euch beide alleine lassen. Ich glaube da ein Auto in unserer Einfahrt zu hören.“ Peters Vater eilte aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Von einem Augenblick zum anderen war Peter mit dieser unglaublichen Schönheit alleine. Und er wusste absolut nicht was er tun sollte.
Sara blickte ihn schmunzelnd an und Peter wollte sich mal wieder hinknien.
„Du bist ganz anders als ich gedacht hatte.“ sagte sie.
„Und wie dachtest du bin ich?“
„Weiß nicht, anders halt. Nicht so….“
„Klein?“ unterbrach Peter sie. Denn neben ihr fühlte er sich noch kleiner als sonst. Er reichte ihr noch nicht mal zum Busen, der im Übrigen sehr fest und straff aussah.
„Nein!“ sagte sie entschieden. „Zierlich wollte ich sagen.“
„Ach nicht besser.“ dachte Peter und zwang sich zu lächeln.
„Versteckst du da was vor mir?“ fragte Sara auf einmal und trat an Peters Seite. Dabei merkte Peter, dass er sich tatsächlich unter Sara Vorbau hätte stellen können. Ein komisches Gefühl. Aber ihr Bauch war beeindruckend flach. Sara griff hinter Peter und zauberte einer der Aktions-Figuren hervor. „Spielst du hiermit?“ fragte sie grinsend. „Nein!“ sagte er schnell und wollte Sara die Figur aus der Hand nehmen. Doch als er diese ergriff und daran zog, rutschte seine Hand hab. Sara hielt die Figur scheinbar sehr fest in ihrer Hand. Er versuchte noch mal sein Eigentum aus ihrer Hand zu ziehen, scheiterte aber erneut. Sara grinste breit und stellte die Figur zurück ins Regal.
„Wollen wir nicht ins Wohnzimmer gehen?“ fragte Peter hastig um von seiner Blamage abzulenken. „Na klar.“ lachte Sara und ging an Peter vorbei zur Tür. Als sie an ihm vorbei ging, zerzauste sie ihm mit einer Hand das Haar, wie man es neckisch bei Kindern machte. Doch das störte Peter nicht, denn als diese große Schönheit ihm berührte wurde ihm ganz warm. Und sofort schrie alles in ihm nach mehr Berührung.
„Wir können Fernsehen oder so.“ rief Peter als er der großen Blondine hinterherlief.
Sara räkelte sich sexy, auf dem Sofa als Peter dazu kam. „Uh, ihr hab ein richtig gemütliches Sofa. Wir haben so ein hartes Teil, auf dem man einfach nicht sitzen kann. Aber dafür schont es den Rücken.“
Peter starrte Sara wieder einmal so intensiv an, dass er es nicht schaffte, etwas zu ihren Worten zu sagen. „Hey!“ rief Sara. „Alles klar?“ Peter erschrak kurz und griff hastig nach der Fernbeding und schaltete das TV-Gerät ein. „Klar ist alles klar.“ sagte er schnell und setzte sich, mit einem halben Meter Abstand zu Sara, aufs Sofa. Mehr traute er sich noch nicht.
Schnell schaltete Peter durch die Programme, bis sich Sara genervt zu ihm rüber beugte. „Gib mir die Fernbedienung.“ sagte sie und griff gleichzeitig nach dem Stück Plastik. Peter wollte ihr die Macht über das Fernsehprogramm eigentlich nicht überlassen, aber wieder einmal schien Sara viel stärker zu sein als er, denn obwohl er die Bedienung fest umklammerte, war es für sie scheinbar ein Leichtes, sie ihm abzunehmen.
„Das ist doch gut.“ sagte Sara und hielt bei einem alten Schwarz-Weiß Streifen an. Peter stöhnte. Deswegen hatte er die Fernbedienung behalten wollen.
Es vergingen zwanzig Minuten des Schweigens. Und Peter fand den Film immer langweiliger. Er rutschte mit seinen Blick vom Fernseher und sah stattdessen immer wieder Sara an, die viel interessanter war. Sara hatte ihre schönen langen Beine auf den Couchtisch gelegt, welche Peter nun wunderbar betrachten konnte. Er kam zu der Erkenntnis, dass ihre Beine nicht nur lang waren sondern auch kräftig. Jedenfalls entdeckte er an ihrer engen Jeans klare Hinweise auf Muskeln.
„Hab ich Dreck an der Hose?“ Peter schreckte aus seinen Gedanken auf. „Wie?“ fragte er verdattert. „Ob ich Dreck auf der Hose habe. Du starrst nur auf meine Beine und nicht auf den Film.“
„Uh nein, ich…“ Peter wurde rot wie ein Feuermelder. Sara lachte heiter. „Oh ich verstehe.“ sagte sie grinsend und streckte ein Bein gerade nach Oben. „Du bewunderst sie also nur!“
Peter wäre beinahe vom Sofa gefallen. Zum einen dachte er. „Verdammt gelenkig ist sie auch noch.“ Zum anderen bestaunte er die Muskelstränge, welche sich aus ihren Oberschenkel drückte, als sie ihrem Bein nach oben hob. „Okay…“ dachte er. „ Das ist viel kräftiger als gedacht. Für solche Muskeln musste man schon Gewichte heben.“
„Du machst wohl Sport.“ sagte er mit trockenen Mund und schaffte es dabei nicht, seinen Blick von ihrem Bein zu lösen. „Ja sicher.“ sagte Sara. „Hat dein Vater dir nicht gesagt, dass ich model?“
„Nein, er hat mir im Grunde nichts über dich erzählt.“
„Tut ja auch nichts zur Sache.“ sagte Sara und senkte wieder ihr Bein. Dann sah sie wieder auf den Bildschirm.
„Ich wusste dass sie ein Model ist, ich wusste es.“ rief Peter in Gedanken und feierte in seinem Gehirn kurz seinen kleinen Sieg. Dabei sah er Sara direkt an. Ob ihr ganzer Körper so muskulös war?
War sie schwer? Sie sackte auf jeden Fall deutlich im Sofa ein. Aber vielleicht lag das auch an ihrer Sitz bzw. Liegeposition.
„Bist du eigentlich sehr schwer?“ Als Peter, Saras scharfen Blick sah, zuckte er zusammen. Hatte er das wirklich laut gefragt? „Wie bitte?“ „Streng gucken konnte sie also auch.“ dachte Peter. Laut sagte er. „Ach nichts.“ Doch Sara sah ihn weiterhin mit dem Blick einer schönen Prinzessin an, die über das Ableben einer ihrer Untertanen nachdachte.
„Muskeln sind schwerer als Fett, das ist dir schon klar, oder?“
„Naja, so stark bist du doch auch wieder nicht. Oder?“
„Stärker als du.“ sagte sie und in ihrer Stimme war ein bisschen Verachtung zu hören. „Sie konnte also auch bissig sein.“ dachte Peter. „Glaub ich nicht.“ sagte er laut.
Nun zeigte sich Wut auf Saras Gesicht. Was sie aber nicht weniger schön aussehen ließ. Sara rutschte von Sofa und kniete sich vor den Couchtisch, auf dem eben noch ihre Füße gelegen hatten. Sie ließ Peter nicht aus den Augen als sie ihren Ellenbogen auf den Tisch stellte.
„Was Armdrücken?“ fragte er und versuchte gelangweilt zu klingen. Dabei war es genau andersherum. Plötzlich wurden Gedanken in ihm wach, in denen die schöne Blondine ihn mit ihrer Kraft zu Boden drückte. So wie Monika in Geräteraum gemacht hatte. Seine Gedanken gingen noch einen Schritt weiter wobei ihm warm wurde. Mit klopfendem Herzen rutschte er ebenfalls vom Sofa, direkt vor den kleinen Tisch.
„Na los!“ sagte Sara und sah deutend auf ihre Hand. Unsicher und sehr aufgeregt stellte Peter seinen Ellenbogen ebenfalls auf den Tisch. Dann ergriff er ihre Hand. Als Sara seine Hand mit der ihren umschloss, beschleunigte sich Peter Plus. Sie griff fest zu und es tat weh. Und zwar sehr, es war als ob sie seine Hand zu Brei zerdrücken wollte. Doch das war nicht das Schlimme. Das Schlimme war, das der Schmerz Peter erregte. Und zwar sehr stark. Sein bestes Stück stand kurz vor der Explosion und Schweißperlen traten auf seine Stirn.
„Deine Hand ist schwitzig.“ sagte Sara und ließ Peters Hand wieder los. „Ich geh sie waschen.“ rief Peter gehetzt und rannte übertrieben schnell davon. Er hastete auf die Toilette zog die Hose runter und tat mit Hilfe des Klopapier das, was getan werden musste.
Nach zehn Minuten kam er erleichtert und mit gewaschenen Händen zurück ins Wohnzimmer.
„Wäscht du immer so lange die Hände?“ fragte Sara und stellte ihren Ellenbogen erneut auf den Tisch. „Nein, nur für dich.“ sagte er und freute sich selbst über seine schlagfertige Antwort.
„So lange wird das hier auf jedenfalls nicht dauern.“ sagte Sara. „Vielleicht.“ meinte Peter und griff zu zweiten Mal nach Saras Hand. Wieder hatte er das Gefühl, das seine Hand in einem Schraubstock landete. Und er konnte es nur knapp verhindern, dass ihm die Augen tränten. Und obwohl er sich vor nicht mal einer Minute Erleichterung verschafft hatte, merkte er, wie ihn die grobe Behandlung von Sara erneut anfeuerte.
„Alles klar?“ fragte Sara. Peter nickte, da er aufgrund der Schmerzen die Zähne aufeinander beißen musste. „Gut, dann fang an zu drücken. Ich bin bereit. Gib einfach alles was du hast.“ Das ließ sich Peter nicht zweimal sagen. Er fing an gegen Saras Arm anzukämpfen und hielt sich dabei nicht zurück. Doch Saras Arm schien wie in Beton gegossen zu sein. Als er schnaufte und einen roten Kopf bekam lächelte Sara.
„Du gibst schon alles? Wirklich?“ Peter versuchte noch mehr zu drücken, doch mehr war nicht möglich. „Wenn ich so schwach bin, dann gewinn doch einfach!“ schnaufte er zurück. Sara gab ihm wieder dieses warme Lächeln und dann drückte sie seinen Arm langsam und gleichmäßig auf die Holzplatte.
Peter sah verlegen auf seine Hand, die Sara nun frei gab. So deutlich zu verlieren war ihm doch peinlich. Und gleichzeitig war er verdammt erregt. „Was stimmte den nicht mit mir?“ dachte er.
Als Peter nichts sagte und weiter auf den Tisch starrte streichelte Sara kurz seine Hand.
„Du musst Dir keine Gedanken darüber machen, dass es für mich so einfach war, dich zu besiegen.“
„Es war einfach?“ Sie nickte. „Ja sehr sogar! Aber ich mache auch Kraftsport und du wohl ehr garkeinen. Da ist es schon okay, wenn du von einem Mädchen besiegt wirst.“ „Können wir es nochmal probieren?“ Wieder zeigte Sara ein Lächeln, das Peter unruhig auf seinen Stuhl hin und her rutschen ließ.
„Na gut.“ sagte sie und stelle ihren Ellenbogen erneut auf die Holzplatte. Peter ergriff ihre Hand und biss die Zähne zusammen als seine Hand abermals zerquetscht wurde. Mit dem Schmerz stieg seine Erregung. Er wollte Sara überraschen und drückte, ohne Vorankündigung los. Mit einem plötzlichen Ruck und all seiner Kraft stemmte er sich gegen Saras Arm. Aber entweder war sie unglaublich stark oder sie hatte damit gerechnet. Den es war, als ob er seinen Arm gegen eine Ziegelsteinmauer presste.
„Wolltest du mich überrumpeln?“ lachte sie und drückte seine Hand beiläufig auf den Tisch. Und das schien ihr wirklich leicht zu fallen. Sie spielte das nicht, was Peter, warum auch immer, zusätzlich erregte. Er musste ganz schön dumm dreingeblickt haben, als seine Hand erneut aufs Holz schlug, denn Sara grinste ihn mit, ihren großen Mund, breit an.
„Sorry.“ lachte sie. „Aber es ist schwer zu glauben wie schwach du bist!“ Und obwohl es Peter erregte, dass diese schöne Blondine so viel stärker war, ließen ihre Worte ihn erröten. „Hey das macht nichts. Mir macht das nichts aus. Im Gegenteil, irgendwie finde ich es gut dir physisch vollkommen überlegen zu sein.“ „Du übertreibst. Ich bin kein schwaches Kleinkind.“
Sara lächelte immer noch und zog eine Augenbraun hoch. „Naja.“ sagte sie und setzte sich zurück auf Sofa.
Auch Peter rutschte wieder hoch aufs Sofa. Die Erregung durchflutete immer noch seinen Körper und er musste sich sehr zusammenreißen, um mit seiner Hand nicht seinen eigenen Körper zu berühren.
Der langweilige, angestaubte Film lief immer noch. Peter zwang sich der Handlung zu folge. Denn das war gerade das beste Mittel um sich zu beruhigen. Auch vermied der jeden Blick rüber zu Sara.
Nach einer Stunde folgte ein weiterer alter Film. Dieses Mal ein Western, der aber immerhin schon in Farbe war. Peter sagte nichts gegen Saras Filmauswahl. Und das er ihr die Fernbedienung nicht wegnehmen konnte, war ihm klar. Als ein Mann im Film einen etwas schmächtigen am Kragen packte und von den Füßen hob, sah Sara schmunzelnd zu Peter rüber.
„Das könnte ich mit dir auch machen.“ sagte sie in Peters Richtung. „Das ist doch fake.“ sagte er voller Überzeugung. „Man sieht seine Beine nicht. Der Typ der Hochgehoben wird, stellt sich auf eine Kiste und schon denkt man der andere heb ihn hoch.“ Sara blickte ihn auf eine seltsame Art an. Als ob sie ihn anfallen wollte. „Vielleicht. Ich will es dennoch in echt mit dir versuchen. Oder hast du Angst?“ Peters Herz klopfte schneller. Nein, er hatte nichts dagegen. Ganz im Gegenteil. Er fand die Idee klasse. Dennoch sagte er unmotiviert. „Na gut.“
Sara stand schnell auf und stellte sich, händereibend vor Peter. „Fertig?“ fragte sie, wartete aber keine Antwort ab. Sofort wurde er von zwei großen, schlanken Händen unter den Achseln gepackt und ohne weiteres in die Luft gehoben. „Uh.“ machte Sara. „So einfach wie erwartet.“
Für Peter war es schon komisch, plötzlich mit Sara auf einer Augenhöhe zu sein. Aber noch viel seltsamer war es, von ihr in der Luft gehalten zu werden. Er fühlte eine Hilflosigkeit die er irgendwie genoss. Als würde er eine Stück der Verantwortung für sich selbst an Sara abgeben.
Ein paar Augenblicke sah Peter fasziniert in das schöne Gesicht vor sich. Dann wanderte sein Blick nach unten, um mit Staunen bei Saras Oberarmen anzuhalten. Aus Saras Armen beulten sich unübersehbare Muskeln. Jeweils ein Bizeps in der Größe einer Apfelsine. Diese Muskelkugeln befanden sich etwas Oberhalb ihres langen Armes. Peter fand es erstaunlich, wie glatt Saras Oberarm wirkte, bis plötzlich der steile Anstieg ihres Bizepses begann. Noch unglaublicher war es, das er beim Armdrücken nichts von diesen Muskeln gesehen hatte. Es musste für Sara wirklich äußerst Leicht gewesen sein, ihn zu besiegen. Diese Erkenntnis war irgendwie schön. Er freute sich komischerweise darüber und genoss das Gefühl.
„Ich glaube,“ sagte Sara voller Selbstbewusstsein, „Ich könnte dich auch noch halten, wenn ich beide Arme lang ausstreckte.“ Kaum hatte sie das gesagt, fing sie auch schon an, ihre Arme weit von sich zu strecken. Peter stand der Mund weit offen, als es Sara tatsächlich schaffte ihre Arme nach vorne zu strecken. Ihre Oberarme wirkten nicht mehr so dick, als sie diese lang machte. Dennoch waren sie immer noch dicker, als die von Peter. Kurz hielt Sara den kleinen Peter von sich weg, winkelte dann aber doch die Arme wieder an.
„Scheiße bis du stark.“ stammelte Peter. Sara lächelte zufrieden. Da hörten die beiden plötzlich ein Geräusch an der Tür. Einen Schlüssel der ins Schloss gesteckt wurde. Ohne Zweifel, Peters Vater. Vor Schreck, als ob sie etwas Verbotenes tun würde, ließ Sara, Peter los. Dieser fiel erschrocken zu Boden. Und der Weg nach unten war länger als gedacht. Dabei prallte Peter schmerzhaft mit dem Kopf gegen Saras Knie, welches diese unabsichtlich angewinkelt hatte. Peter erhielt einen dumpfen Schlag und lag stöhnend am Boden.
„Schnell steh auf!“ zischte Sara, doch Peter hielt sich noch den Kopf und brummte vor sich hin.
Daraufhin setzte Sara einen Fuß auf Peter Oberkörper und versetzte diesen einen äußerst festen Stoß. Peter schrie überrascht auf, als er plötzlich über den Parkettboden schlitterte und unter die große Kommode an der Wand rutschte. Fast hätte er sich dabei den Kopf gestoßen. Aber sein schmaler Körper passte genau unter das Möbelstück. Er hatte das Gefühl, als wäre er ein anstößiges Heft, das Sara mit einem Tritt unter die Kommode gefeuert hatte. Es war allerding auch ein sehr gutes Versteck.
Eine halbe Sekunde später ging die Tür des Wohnzimmers auf und sein Vater kam herein. Suchend sah er sich um, während Sara auf ihre bezaubernde Art freundlich lächelte. „Hat da jemand geschrien?“ fragte er verwirrt. „Der Fernseher.“ sagte Sara schnell und wechselte das Thema. „Hatten sie einen schönen Abend mit meiner Mutter?“ Peter Vater sah Sara einen Augenblick überrumpelt an. „Wie, äh ja, ja der Abend war schön. Danke der Nachfrage. Wo ist mein Sohn. Guckt er nicht mit dir fern?“
„Doch, er ist nur kurz zur Toilette oder so. Keine Ahnung. Wartet meine Mutter draußen?“
„Ja, sie ist im Auto.“
„Dann gehe ich jetzt. Sagten sie Peter bitte, das ich gegangen bin?“
„Klar! Seit ihr denn gut mit einander zurecht gekommen?“
„Ja, Peter ist ein sehr netter Junge. Wir kommen gut miteinander aus.“
„Das ist schön. Ich komme mit deiner Mutter auch gut aus.“
„Ja.“ sagte Sara gedehnt. Dann ging sie durch die Tür in den Flur. „Ich muss jetzt aber wirklich los. Ich will nicht, dass meine Mutter so lange wartet.“
Peter hörte wie sich die Haustür hinter Sara schloss und dann die Schritte seines Vaters, wie er ins obere Stockwerk ging. Mühselig robbte Peter unter der Kommode hervor. Da er nur knapp drunter gepasst hatte, konnte er sich auch nur sehr beschränkt mit den Armen bewegen. Es dauerte bestimmt fünf Minuten, bis er endlich draußen war. Als er Aufstand war seine Kleidung dick mit Staub bedeckt. Unter der Kommode konnte man schlecht Staub wischen. „Mann!“ sagte Peter. „Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes mit mir den Boden aufgewischt. Cool.“ Er seufzte. Er vermisste Sara jetzt schon und es störte ihn, das er sich nicht verabschieden konnte. Aber immerhin ging sein Vater mit ihrer Mutter aus. Dann würde er Sara bestimmt einmal wiedersehen. Und darauf freute er sich jetzt schon.
Ende
Unvollendete Geschichten
Freitag, 28. September 2018
Freitag, 14. September 2018
Die weiblichen Eindringlinge Kapitel 56 - Wettkampf im Team
Bruno lief mit schnellen Schritten die Reihen der Bewerber ab. Er war gestresst, und gereizt. Die Leute die hier lebten, brachten ihn irgendwann noch ins Irrenhaus. Dieses Event war klar für Sportler gedacht! Für harte kräftige Typen! Ja und auch für Frauen! Klar! Für Frauen und Männer! Aber verdammt noch mal, nicht für Kinder oder sogar Kleinkinder.
Er ging die Reih weiter entlang und sortierte die klar ungeeigneten ein. Eine Schwangere Frau zum Beispiel. Oder die Massen an kleinen Kindern. Unglaublich wer dachte, er könne hier mitmachen. Das Ganze sollte mit einen Minimum an Ernsthaftigkeit laufen. Nicht zuletzt weil er eine Menge Geld gesetzt hatte.
Was natürlich nur er und sein Partner wussten. Was heißt Partner? Eigentlich war Herbert ein Konkurrent. Nur dieses Mal machten sie gemeinsame Sache. Fitnessstudio gegen Fitnessstudio. Wer hat die stärksten Mitglieder. Bruno hatte natürlich auf seinen Sieg gewettet. Er hatte den Mund wieder einmal ganz schön voll genommen. Ausgelacht hatte er Herber und behauptet, das seine jüngsten Sportlerinnen seine erfahren männlichen Sportler besiegen würden. Herbert hatte seine Worte mit der Hand weggewischt und herzlich gelacht. Und dann hatten sie um Geld gewettet.
Ungeduldig trat Alina von einen Fuß auf den anderen. Die blöde Schlange war viel zu lang und es ging viel zu schleppend weiter. Und sie hatte weder Oskar noch Lani irgendwo gesehen. Neben ihr stand Sophia, die nicht weniger genervt war. Immer wieder guckte das Mädchen mit den braunen langen Haaren auf ihre Uhr. Hinter ihnen standen Gaby und Michelle, die beide gelangweilt auf ihre Smartphones starrten.
"Hör endlich auf rum zu hampeln!" murrte Sophia. "Das ist ja nicht zum Aushalten!"
"Ich kann halt nicht anders. Hmm..., das dauerte aber auch!" gab Alina zurück. "Wenn das so weiter geht, wird das ein echt langer Tag. Und Osk… ich meine und es wird sehr spät" Sophia sah Alina prüfend an, sagte aber nichts. "Ich hasse so viele Menschen!" rief Sofia ärgerlich. "Und ich hasse es so lange zu warten! Besonders wenn man stehen muss!"
"Warum bist du dann hier?" fragte Michelle die nun gelangweilt an ihren Haaren spielte.
"Das fragst du? Die ersten Plätze bekommen eine VIP Jahreskarte!"
„Ja, der Fitnessclub ist sowieso viel zu teuer! Aber ich habe ja keine Chance!"
"Hey!" rief Alina. "sag das nicht! Im Team gewinnen wir und dann bekommt jeder eine Karte. Und im Einzelkampf ist noch eine für den Sieger drin. Man könnte theoretisch sogar zwei gewinnen."
"Ist eigentlich Leon hier?" fragte Michelle Alina.
"Weiß nicht. Keine Ahnung."
"Und deine Brüder Gaby?"
"Sind nicht hier!" rief Gaby so unvermittelt und laut, dass Michelle zusammenzuckte.
"Ich frag ja nur!" murmelte Michelle leise.
"Hey ihr da!" rief plötzlich eine heisere, männliche Stimme. Ein langer dürrer Mann, in einen abgetragenen braunen Mantel und zu weiten Hosen, kam direkt auf Alina und ihre Freundinnen zu.
"Das hier ist nichts für euch Mädchen ihr, ..."
Der lange Mann stockte, nahm seine Zigarette aus dem Mund und sah die Mädchen erstaunt an. Erst jetzt, da er so nahe war, konnte er die Mädchen richtig betrachten.
„Ach verdammt, vielleicht seid ihr doch richtig hier.“ rief er aus. „Lass die Mädchen in Ruhe.“ Ertönte plötzlich eine andere barsche Stimme. Die Mädchen drehten sich um und sahen den dicken Bruno, wie er durch die Reihen der Wartenden gewatschelt kam. Die Mädchen kannten Bruno. Er war der Besitzer des Clubs in den sie gingen und er hatte schon einige Male Michelle angesprochen, ob sie nicht ein für ein paar Fotos posieren wollte. Natürlich als Werbung für den Club. Und wäre Gaby nicht dazugekommen, hätte Michelle das auch gemacht.
„Ich will gar nicht von deinen Mädchen.“ sagte der Zigarettenraucher. „Wusste ja noch nicht mal, dass ich vor deinen Geheimwaffen stehe. Aber ich nehme an das sie es sind. Und ja, vielleicht bin ich beeindruckt.“
„Tja Herbert, da kannst du einpacken was?“
„Warte es ab. Meine Jungs sind nicht schlecht und …“ er rede nicht weiter, denn in dem Augenblick gähnte Alina künstlich und zeigte ihren hohen und steil nach oben ragenden Bizeps. Herbert fiel glatt die Zigarette aus dem Mund. „Ich glaube ich sehe mich hier mal nach ein paar anderen starken Mädchen um. Vielleicht habe ich ja Glück.“
„Da brauchst du aber eine Menge Glück.“ lachte Bruno der den Mädchen zuzwinkerte. Doch diese lächelten nicht und Bruno räusperte sich. Währenddessen verschwand die Gestalt von Herber zwischen den Menschenmengen.
„Was hat das zu bedeuten?“ zischte Sophia wütend. „Ja,“ rief Michelle, „Wir machen keine Fotos.“ Für den Satz wurde sie von Gaby kurz in die Schulter geboxt. „Aua, was soll das denn?“
„Keine Fotos.“ sagte der schwitzende Bruno. „Natürlich keine Foto.“ Fauchte jetzt Gaby. „Du hast auf und gewettet oder?“ Bruno kratzte sich am Kopf. „Wie bist du denn darauf gekommen? Nicht nur groß, stark und schön sondern auch klug was?“ Gaby Mine verfinsterte sich. „Lass dass Geschleime, du hast auf uns gewettet und nun sollen wir für dich gewinnen damit du hinter her die Kohle kassierst.“ Bruno machte ein unschuldiges Gesicht. „Aber das ist eine private Wette, ganz legal. Und ihr wollt doch so oder so gewinnen. Schließlich gibt es Jahreskarten, oder etwa nicht?“
„Wir könnten aber auch verlieren.“ sagte Sophia und verschränkte die Arme, dann gibt es kein Geld. Du hättest und fragen müssen.“ Bruno grinste. „Ich euch fragen? Wozu. Ihr seid fast jeden Tag hier, es war also schon eine sichere Sache dass ihr hier auftaucht. Und wenn ihr nicht gewinnt, gibt es keine Freikarten. Ist es euch das wert? Nur um mir eins auszuwischen?“ Er lachte noch mal, deutete eine Verbeugung an und ging mit einen, „Meine Damen.“ Davon.
„So ein schleimiger Wurm.“ knurrte Gaby. „Ja.“ Stimmte Michelle ihr zu. „Der will immer nur Fotos machen.“ Dieses Mal wurde Michelle von Sophia geboxt. „Aha, warum schlagt ihr mich alle?“ „Weil du Unsinn plapperst. Es geht Bruno nicht um Fotos verdammt. Was meint ihr, sollen wir trotzdem mitmachen?“ „Ich auf jeden Fall.“ sagte Alina. „Egal ob ihr mitmacht oder nicht.“ Gaby grinste. „Sagt gerade die, welche sich die ganze Zeit über nicht dafür interessiert hat. Erst einen Tag vorher hast du dich uns angeschlossen.“ Alina sah Gaby scharf an. „Oh Entschuldigung. Vielleicht hatte ich zu tun!“
Die Mädchen zankten sich noch eine Weile, aber als sie dann beim der Anmeldung waren, hatten sie sich entschieden. Sie wollten mitmachen und gewinnen. Sollte Bruno doch sein Geld bekommen. Sie würden ihn schon dazu bringen, ihnen ihren Anteil zu geben.
In der ersten Runde ging es um eine Teamleistung. Die Teams bestanden immer aus vier Teilnehmern. Was für die Mädchen gut passte auch wenn Sophia knurrte das man Mischelle gegen Manuela hätte tauschen sollen. Doch da es Trennungen zwischen den Altersgruppen gab, war Alinas Mutter mit ein paar Sportlerinnen ihres Alters in einem Team. Auch Lea, Sophias Mutter war vertreten.
Die Mädchen hatten sich gerade ihre Teamnummer abgeholt, als ihnen erneut Herbert über den Weg ließ. Er wurde von zwei Mädchen begleitet, die Alina, Gaby und Michelle gut kannten.
„Wendy!“ rief Alina. „Mona!“ rief Gaby. Michelle begnügte sich damit, beide Mädchen finster anzustarren.
Wendy hatte sich mit ihrer dunkelbraunen Haut eine enge weiße Sporthose und einen weißen Sport-BH angezogen, welcher mit ihrer gutbestückten Oberweite ziemlich ausgelastet war. Ihre dunkelblonden Haare mit den hellen Strähnen fielen ihr verwegen ins Gesicht. „War klar das ihr hier seid.“ sagte Wendy verächtlich. „Den ersten Platz könnt ihr euch schon einmal abschminken.“
„Du aber auch!“ platzte es aus Michelle heraus. „Das sagt die richtige.“ lachte Wendy. Mona hatte bisher nichts gesagt. Sie stand nur mit ihren überaus dicken Beinen da und sah alle Anwesenden böse an. Alina hatte noch nie so dicke Beine bei einem Mädchen gesehen. Und es war kein Fett. Sie konnte deutlich die Muskelstränge sehen welche viel dicker waren als ihre eigenen. Das Mädchen konnte bestimmt Betonwände eintreten.
„Wir werden ja sehen, wer hier gewinnt.“ sagte Gaby und verschränkte die Arme. „Werden wir!“ erwiderte Wendy feindselig und sah Gaby aus ihre hübschen Gesicht mit den grünen Augen und dem Schmollmund vernichtend an. Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und zog mit Mona davon.
„Tja, Mädchen halt!“ sagte Herbert und nahm einen kräftigen Zug aus seiner Zigarette. „Meine Damen, man sieht sich.“ Und dann schlenderte auch er davon.
Die Teamleistung bestand aus vier verschiedenen Wettkämpfen. Als erstes ging es darum, Medizinbälle so weit wie möglich zu werfen. Jedes Mädchen musste einmal werfen, die Leistung wurde danach zusammen gerechnet. Bei der zweiten Runde mussten Sandsäcke von einem markierten Bereich in den anderen geschleppt werden. Hierbei wurde die Zeit gestoppt. In der dritten Runde musste ein dicker Holzpflock mit mächtigen Vorschlaghämmern in den Boden gestampft werden. Dabei bekam jedes Mitglied des Teams einen Hammer, es gab allerding nur einen Pflock, welcher versenkt werden musste. Als letztes mussten zwei riesige Reifen, welche von einem Traktor stammten, an Ketten eine bestimmte Strecke entlang gezogen werden. Je Reifen, zwei Teammitglieder. Hierbei wurde erneut die Zeit genommen.
Gaby, Alina, Sophia und Michelle erlangten beim Weitwurf ein gutes Ergebnis. Alina und Sophia warfen beide fast gleich weit. Gaby schaffte einen Meter mehr und Michelle lag einen Meter dahinter. Trotzdem lagen sie mit ihrem Ergebnis vorn. Wendy und Mona warfen zwar beide so gut wie Alina und Sophia, aber ihre anderen beiden Teammitglieder, waren normal sportliche Mädchen und diese lagen mit ihrer Leistung 2.5 Meter hinter Michelle.
Als zwei sportliche Zwillinge mit ihren Kolleginnen dran waren, winkte Michelle den beiden fröhlich zu. „Das sind Nelli und Nele!“ verkündete sie. „Das sind ganz liebe Mädchen.“ Sophia schnaubte. „Du findest doch jeden lieb.“ Gaby nickte zustimmend. „Besonders Jungs!“ ergänzte sie. Beleidigt verschränkte Michelle die Arme und sah weiter den Zwillingen zu. Diese warfen gar nicht schlecht und lagen nur 1,5 Meter hinter Michelle. „Das haben wird dann wohl gewonnen.“ sagte Alina, als das Team der Zwillinge fertig war. „Jeep.“ machte Sophia.
Alina war mit ihren Gedanken nicht ganz beim Wettkampf, auch wenn es ihr mehr Spaß machte als erwartet. Trotzdem reckte sie immer wieder den Hals und schaute in die Menge der Zuschauer. Das Event fand auf dem großen Sportplatz der Stadt statt und da überall Menschen standen, fehlte Alina die Übersicht. Lani oder gar Oskar konnte sie nirgends entdecken.
Die vier saßen weiterhin im Graß, als die Erwachsenen Teams antraten. „Oh Mann, das dauert ja ewig.“ stöhnte Sophia. „Jetzt kommen noch die Frauen und die Männer über zwanzig Jahre dran. Puh.“
„Uh, ich sehe deine Mutter!“ rief Michelle nervend fröhlich.
Lea, Sophias Mutter, war aber auch schwer zu übersehen. Eine große Frau, welche ein kleines schwarzes Top und einen hauchdünnen Slip anhatte. Der Rest war nackt und bestand ausschließlich aus puren dicken Muskeln. Arme und Beine trotzten nur so vor Muskelpacketen. Sie hatte einen absoluten V Rücken und die Rillen ihrer Bauchmuskeln waren extrem tief. Mit den langen Haaren und den schönen, wenn auch strengen Gesichtszügen war sie das Ebenbild eines jeden weiblichen Bodybuilders. Das ultimative Aushängeschild weiblicher Kraft.
„Deine Mutter schein weiter an Muskeln zugelegt zu haben.“ sagte Gaby beeindruckt. „Ja.“ sagte Sophia. „Das ist auch kein Wunder, sie macht nichts anderes mehr als zu trainieren. Sie ist nie da, stemmt immer irgendwo Gewichte. Es ist ein Wunder, das sie meinen Auszug bemerkt hat.“ Die anderen Mädchen schwiegen betroffen. Sophia zu bemitleiden, war keine gute Idee. Es gab kaum etwas, womit man Sophia wütender kriegen konnte.
Leas Wurf mit dem Medizinball erzeugte ein erstauntes „Oh.“ In der Menschenmenge. Ihr Ball flog fast 6 Meter weiter, als der von Gaby. „Donner.“ sagte Gaby. „Dumm nur, das ihre Panterinnen nicht so kräftig sind. Warum kennt deine Mutter keine anderen Bodybuilderinnen?“ Sophia zuckte mit den Schultern und Michelle meinte fröhlich. „Vielleicht ist sie wegen Sophia hier.“ Doch Sophia schüttelte energisch den Kopf. „Da wir gerade von Müttern sprechen.“ sagte Alina, da kommt meine. „Uh sexy.“ sagte Michelle.
Und sie hatte Recht. Manuela hatte eine schwarze kurze Hose und ein zerrissenes weißen Shirt an. Dazu schwarze Hosenträger, welche provokant ihre Busen hochdrückte. Das zerrissene Shirt endete kurz über ihren ausgeprägten Bauchmuskeln. Es hatte auch keine Ärmel, so dass jeder ihre muskulösen Arme sehen konnte. Ihre dunkelblauen Augen leuchteten vor Selbstbewusstsein, als sie durch die Menge, rüber zur Startlinie schritt. Als sie an Lea vorbei kam, sagte sei. „Willst du dir nichts anziehen, du bist fast nackt.“ Lea, die sich von der Startlinie entfernen wollte, blieb kurz stehen. „Wirf du erstmal deinen Ball in diesem Outfit, bevor du anderen Modetipps gibst.“
Manuelle warf ihren Ball, allerdings landete diese im Längenbereich von Gaby und lag somit weit hinter Lea zurück. Alina hätte es nicht zugegeben, aber sie hatte mehr von ihrer Mutter erwartet.
„Tja.“ sagte sie laut zu ihren Freundinnen. „Meine Mutter hingegen trainiert in letzter Zeit weniger.“
„Da ist sie doch in guter Gesellschaft.“ sagte Gaby spitz, was Alina einfach überhörte.
Als endlich auch die männlichen Gruppen durch waren, ging es weiter. Bei der Disziplin des Sandsacks schleppen hatten die Veranstalter wohl geglaubt, dass diese mühselig von A nach B geschleppt werden würden. Doch damit lagen sie falsch. Alina und Gaby warfen sich die Sandsäcke gegenseitig zu. Das heißt, Gaby stand am Start und warf Alina, welche in der Mitte der Strecke stand, den Sack zu. Diese warf ihn dann ins Ziel. Sophia wollte Michelle auch einen Sandsack zuwerfen, mit dem sie Michelle glatt von den Füßen fegte. Danach schleuderte Sophia die Säcke nur noch so weit es ging und Michelle lief umher und trug diese ins Ziel.
Damit waren die vier wieder einmal die Besten. Mona und Wendy warfen sich war auch die Säcke zu aber ihre Mitstreiterinnen sogen ihre Säcke mühselig über die Rasenfläche. Trotzdem war das Tempo indem Wendy und Mona arbeiten beeindrucken.
Lea war wieder ein einmal das Highlight. Sie brauchte niemanden in der Mitte. Sie schaffte es den Sandsack von ihrer Starposition aus ins Ziel zu werfen. Und das erstaunlich schnell. Wie eine Maschine wühlte sie sich durch den Haufen. Ihre Mitstreiterinnen schleppten in der Zeit nur zwei von den 20 Säcken.
Manuela warf, wie die Mädchen die Säcke in die Mitte, von wo aus ihre Mitstreiterinnen die Säcke ins Ziel zogen.
„Wir sind sowas von die Ersten!“ rief Michelle glücklich. „Ich fühle schon die Jahreskarte zwischen meinen Fingern. Wisst ihr wie viel Geld ich damit sparen werde?“ „Nicht nur du!“ sagte Sophia, die gerade ihre Mutter mit den Augen verfolgte. „Wie wollen wir das mit dem Hämmern machen?“ fragte Gaby pragmatisch. „Ich denke es ist am besten, wenn wir schnell hintereinander schlagen. Oder?“ Die anderen Mädchen nickten zustimmend.
Als sie nach langem Warten endlich an der Reihe waren, lief Gaby Plan nicht ganz so gut. Gaby schlug als erstes, dann folgte Alina, Sophia. Michelle schlug zu schnell zu und traf Sophias Holzstab. Dieser zersplitterte Sophia geradezu in der Hand. „Spinnst du?“ schrie Sophia, los gib mit deinen Hammer. „Nein das ist meiner!“ rief Michelle bockig. Während sich Michelle und Sophia noch spreiteten, schlug Gaby mit ihren Hammer zu. Doch der Hammerkopf, von Sophias kaputtem Werkzeug, lag viel zu dicht am Pflock. Als Gabys Hammer runtersauste erwischte sie das Schwere Metallstück und trennte damit sauber ihren eigenen Hammerkopf ab. „Verdammte Sch….“ Schrie Gaby. „Warte ich mach.“ sagte Alina. „Nein!“ ging Gaby dazwischen, „Räumt die Hammerreste aus dem Weg ich mach das.“ Alina zögerte kurz reichte Gaby aber dann ihren Hammer. Schnell machte Alina für Gaby den Weg frei und Gaby schlug so schnell sie konnte auf den Pflog ein. Sophia hatte gerade einer kreischenden Michelle den Hammer entrissen und sie von sich weggeschubst, brutaler als nötig, als Gaby gerade den Pflock versenkte.
Der Vorfall hatte den Mädchen viel Zeit gekostet. Mona und Wendy funktionierten sehr gut miteinander. Ihre Mitstreiterinnen durften nur zugucken, wie die Mädchen mit schnellen, aufeinanderfolgenden Schlägen, ihren Pflock versenkten. Und das in fast der Hälfte der Zeit von Gaby, Michelle, Sophia und Alina. Lea brauchte nur zwei Schläge, wobei sie allerding pro Schlag einen Hammer zerstörte. Manuela schlug, ohne dass jemand anders mitmachen durfte, in schnellen Schlägen ihren Pflog in den Boden. Auch sie war schneller als die Mädchen.
In der letzten Disziplin mussten jeweils zwei Traktorenreifen von jeweils zwei Teilnehmern ins Ziel gezogen werden. „Mit Sophia trete ich nicht an!“ rief Michelle sofort beleidig, als es um die Teambildung ging. „Und ich nicht mit so einer dummen Zicke!“ blaffte Sophia zurück. „Selber!“ murmelte Sophia. „Ihr seid wie meine Brüder.“ stöhnte Gaby. „Dann zieh ich mit Michelle und Alina, du ziehst mit Sophia.“ Damit waren alle einverstanden. Nachdem das geklärt war, zog Michelle Gaby mit sich fort. Sie wollte wo anders auf die Fortsetzung des Wettkampfs warten. Nicht unbedingt in der Nähe von Sophia.
Und so schlenderten Gaby und Michelle über den Sportplatz. Sie beglückwünschten Manuela wie auch Lea zu ihrer Leistung. Lea war etwas irritiert, lächelte aber. Manuela umarmte beide Mädchen und versprach später vorbeizukommen. Sie waren gerade auf den Rückweg, als eine Stimmt Michelles Namen sagte.
„Hey Michelle.“
„Oskar.“ rief Michelle überrascht.
„Ja, meine Schwester hat mich hier her geschliffen.“
Wie auf Stichwort tauchte ein Mädchen mit Elfengesicht neben ihm auf. Klar älter als Oskar und auch älter als Michelle und Gaby . „Stimmt gar nicht. Er würde sonst nie raus,…“ sie hörte auf zu reden, als sie Michelle erkannte. „Auch du bist das…“
„Äh das ist Gaby.“ sagte Michelle schnell, bevor Lani weiter redete.
„Ja wir haben euch gesehen.“ sagte Oskar. „Ihr Mädchen seit echt stark. Besonders du Gaby.“ Er lächelte wobei seine Augen beeindruck Gaby Beinmuskulatur begutachteten.
„Tja.“ sagte Lani und gab ihren Bruder einen Stoß mit den Ellenbogen, damit er aufhörte, Gabys Beine anzustarren. „War nett euch zu treffen, aber wir wollten uns noch umsehen. Und Alina wollt ich noch viel Glück wünschen.“
„Ihr kennt Alina.“ Fragte Gaby.
„Ja klar.“
„Alina?“ stöhnte Oskar. „Muss das sein. Glaub mir doch, die hat sie nicht alle. Außerdem ist sie gefährlich!“
Lanis Gesicht verritt unterdrückte Wut. „So ein Quatsch Oskar. Sei nicht so gemein zu ihr. Was willst du denn sonst machen? Wieder mit Michelle vögeln?“
Gaby blieb vor staunend der Mund offen stehen. Und Oskar bekam einen roten Kopf. „Wir gehen jetzt und fertig!“ sagte Lani bestimmend. Wütend griff sie sich ihren Bruder und zog ihn davon.
Als sich Gaby wütender Blick auf Michelle richtete hob diese Abwehrend die Hände. „Worüber hatten wir gesprochen Michelle.“ fauchte sie. „Das du nicht mehr mit jeden Jungen schläfst, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Verdammt. Weißt du was? Sophia hat recht, du bist nicht auszuhalten!“
Wütend stapfte Gaby davon und Michelle hinter ihr her. „Aber Gaby das war vor unser Abmachung und ich habe es ihm nur mit der Hand…“
„Ich will das nicht hören Michelle! Ah, du bist unmöglich.“
Sie hatten Alina und Sophia erreicht, die gleich aufstanden, als Gaby sich fluchend nährte. „Alina, du musst mit Michelle den Reifen ziehen. „Okay, aber wäre es nicht besser wenn du und Michelle.“
„Nein!“ rief Gaby wütend und Alina verstummte.
Als es endlich losging, ketteten sich Sophia und Gaby an einen Reifen und Michelle und Alina an den anderen. Sie hatten sich gerade festgeschnallt als Lani und Oskar aus der Menge auf Alina und Michelle zukamen.
„Hey wir wollten euch nur schnell Glück wünschen.“ rief Lani. Alina war sofort wir verwandelt. Dumm grinsend starrte sie Oskar an, dem dabei gar nicht wohl war. Schnell richtete er seine Aufmerksamkeit auf Michelle. „Hey Mischelle, die silbernen Ketten stehen dir.“ „Oh danke!“ lachte Michelle. Dieser kurze Dialog reichte, um Alinas Gesichtszüge zu Eis erstarren zu lassen. „Oh es geht los.“ sagte Lani und zog ihren Bruder erneut mit sich.
Der Startschuss ertönte und Gaby und Sophia rannten mit ihrem angeketteten Gewicht los. Auch Michelle wollte losrennen, doch die Kette mit dem dahinter liegenden Gewicht, hielt sie fest. Der Grund war, dass Alina sich nicht bewegt hatte. Als Michelle sie fragend ansah, starrte diese böse zurück. „Woher kennst du Oskar?“ fragte sie eisig. „Ich äh,… „ machte Michelle und sprang von einem Bein aufs andere. „Das ist jetzt egal Alina. Wir müssen laufen, sonst verlieren wir.“
„Dann verlieren wir eben!“ schrie Alina zurück. Alinas Wut traf Michelle bis ins Mark. Wütend löste sie die Ketten. „Weiß du was, du kannst mich mal Alina!“ rief sie und wollte davon gehen. Doch Alinas Stimme hielt sie zurück.
„Sag es mir Michelle, oder das war es mit unserer Freundschafft!“
„Du willst es wissen, du willst es wirklich wissen? Okay, ich habe Oskar einen runtergeholt. Das ist ihm wohl gut im Gedächtnis geblieben.“
Einen Augenblick stand Alina entgeistert da. Dann verzerrte purer Zorn ihr Gesicht. Langsam und mit geballten Fäusten, kam sie auf Michelle zu. „Alina.“ sagte Michelle warnend, und wich vor ihr zurück. „Alina.“ Wiederholte sie. Und dann gab Michelle Fersengeld.
Sie rannte los und als sie sah, dass ihr Alina folgte, schrie sie schrill auf. Alina rannte so plötzlich los, dass der an ihr hängende Reifen einen richtigen Satz machte. An der Unterseite des Reifens waren Holzbretter befestigt, damit der Reifen über den Boden glitt und den Rasen nicht beschädigte. Diese Bretter lagen nun oben und Alina hinterließ mit ihrem Reifen eine tiefe Furche im Graß.
Gaby und Sophia waren schon lange im Ziel, als Mischelle kreischend an ihnen und den Schiedsrichtern vorbei lief. Kurz darauf stürmte Alina mit ihrem Reifen an ihnen vorbei und hinter lies einen dicke Spur aufgewühlter Erde.
Währe Alina nicht an den Reifen gebunden, hätte sie Michelle längst gehabt. Doch so lief Michelle im Zick Zack über den Rasen und Alina hinter ihr her. Es dauerte fast eine viertel Stunde bis Alina die Puste ausging. Auch Michelle, die nicht so sehr auf Ausdauersport stand, war außer Atem. Sie hatten wilde Kreise auf dem Sportplatz gezogen, und das Schauspiel war von allen Anwesenden staunend verfolgt worden. Alinas Kraft war zwar am Ende, doch ging sie immer noch, mit schleppenden Schritten in Michelles Richtung.
Michelle hingegen hatte eine Entscheidung getroffen. Sie hatte es geschafft sich mit allen drei Freundinnen auf einmal zu Streiten. Auch wenn der Streit mit Sophia nichts Ernstes gewesen war. Dennoch gab es keinen Grund für sie, weiter an den Spielen teilzunehmen. Kurzerhand lenkte sie ihre Schritte vom Sportplatz herunter und lief zur nächsten U-Bahn Station. Sie glaubte nicht, dass Alina ihr folgen würde und es war ihr auch egal.
Als Alina sah, das Michelle vom Sportplatz runterlief hielt sie an. Sie hatte ihrem Körper alles abverlangt. Zitternd und vollkommen außer Atem ließ sie sich auf dem Reifen nieder. Dann fing sie an zu weinen.
Ende
Er ging die Reih weiter entlang und sortierte die klar ungeeigneten ein. Eine Schwangere Frau zum Beispiel. Oder die Massen an kleinen Kindern. Unglaublich wer dachte, er könne hier mitmachen. Das Ganze sollte mit einen Minimum an Ernsthaftigkeit laufen. Nicht zuletzt weil er eine Menge Geld gesetzt hatte.
Was natürlich nur er und sein Partner wussten. Was heißt Partner? Eigentlich war Herbert ein Konkurrent. Nur dieses Mal machten sie gemeinsame Sache. Fitnessstudio gegen Fitnessstudio. Wer hat die stärksten Mitglieder. Bruno hatte natürlich auf seinen Sieg gewettet. Er hatte den Mund wieder einmal ganz schön voll genommen. Ausgelacht hatte er Herber und behauptet, das seine jüngsten Sportlerinnen seine erfahren männlichen Sportler besiegen würden. Herbert hatte seine Worte mit der Hand weggewischt und herzlich gelacht. Und dann hatten sie um Geld gewettet.
Ungeduldig trat Alina von einen Fuß auf den anderen. Die blöde Schlange war viel zu lang und es ging viel zu schleppend weiter. Und sie hatte weder Oskar noch Lani irgendwo gesehen. Neben ihr stand Sophia, die nicht weniger genervt war. Immer wieder guckte das Mädchen mit den braunen langen Haaren auf ihre Uhr. Hinter ihnen standen Gaby und Michelle, die beide gelangweilt auf ihre Smartphones starrten.
"Hör endlich auf rum zu hampeln!" murrte Sophia. "Das ist ja nicht zum Aushalten!"
"Ich kann halt nicht anders. Hmm..., das dauerte aber auch!" gab Alina zurück. "Wenn das so weiter geht, wird das ein echt langer Tag. Und Osk… ich meine und es wird sehr spät" Sophia sah Alina prüfend an, sagte aber nichts. "Ich hasse so viele Menschen!" rief Sofia ärgerlich. "Und ich hasse es so lange zu warten! Besonders wenn man stehen muss!"
"Warum bist du dann hier?" fragte Michelle die nun gelangweilt an ihren Haaren spielte.
"Das fragst du? Die ersten Plätze bekommen eine VIP Jahreskarte!"
„Ja, der Fitnessclub ist sowieso viel zu teuer! Aber ich habe ja keine Chance!"
"Hey!" rief Alina. "sag das nicht! Im Team gewinnen wir und dann bekommt jeder eine Karte. Und im Einzelkampf ist noch eine für den Sieger drin. Man könnte theoretisch sogar zwei gewinnen."
"Ist eigentlich Leon hier?" fragte Michelle Alina.
"Weiß nicht. Keine Ahnung."
"Und deine Brüder Gaby?"
"Sind nicht hier!" rief Gaby so unvermittelt und laut, dass Michelle zusammenzuckte.
"Ich frag ja nur!" murmelte Michelle leise.
"Hey ihr da!" rief plötzlich eine heisere, männliche Stimme. Ein langer dürrer Mann, in einen abgetragenen braunen Mantel und zu weiten Hosen, kam direkt auf Alina und ihre Freundinnen zu.
"Das hier ist nichts für euch Mädchen ihr, ..."
Der lange Mann stockte, nahm seine Zigarette aus dem Mund und sah die Mädchen erstaunt an. Erst jetzt, da er so nahe war, konnte er die Mädchen richtig betrachten.
„Ach verdammt, vielleicht seid ihr doch richtig hier.“ rief er aus. „Lass die Mädchen in Ruhe.“ Ertönte plötzlich eine andere barsche Stimme. Die Mädchen drehten sich um und sahen den dicken Bruno, wie er durch die Reihen der Wartenden gewatschelt kam. Die Mädchen kannten Bruno. Er war der Besitzer des Clubs in den sie gingen und er hatte schon einige Male Michelle angesprochen, ob sie nicht ein für ein paar Fotos posieren wollte. Natürlich als Werbung für den Club. Und wäre Gaby nicht dazugekommen, hätte Michelle das auch gemacht.
„Ich will gar nicht von deinen Mädchen.“ sagte der Zigarettenraucher. „Wusste ja noch nicht mal, dass ich vor deinen Geheimwaffen stehe. Aber ich nehme an das sie es sind. Und ja, vielleicht bin ich beeindruckt.“
„Tja Herbert, da kannst du einpacken was?“
„Warte es ab. Meine Jungs sind nicht schlecht und …“ er rede nicht weiter, denn in dem Augenblick gähnte Alina künstlich und zeigte ihren hohen und steil nach oben ragenden Bizeps. Herbert fiel glatt die Zigarette aus dem Mund. „Ich glaube ich sehe mich hier mal nach ein paar anderen starken Mädchen um. Vielleicht habe ich ja Glück.“
„Da brauchst du aber eine Menge Glück.“ lachte Bruno der den Mädchen zuzwinkerte. Doch diese lächelten nicht und Bruno räusperte sich. Währenddessen verschwand die Gestalt von Herber zwischen den Menschenmengen.
„Was hat das zu bedeuten?“ zischte Sophia wütend. „Ja,“ rief Michelle, „Wir machen keine Fotos.“ Für den Satz wurde sie von Gaby kurz in die Schulter geboxt. „Aua, was soll das denn?“
„Keine Fotos.“ sagte der schwitzende Bruno. „Natürlich keine Foto.“ Fauchte jetzt Gaby. „Du hast auf und gewettet oder?“ Bruno kratzte sich am Kopf. „Wie bist du denn darauf gekommen? Nicht nur groß, stark und schön sondern auch klug was?“ Gaby Mine verfinsterte sich. „Lass dass Geschleime, du hast auf uns gewettet und nun sollen wir für dich gewinnen damit du hinter her die Kohle kassierst.“ Bruno machte ein unschuldiges Gesicht. „Aber das ist eine private Wette, ganz legal. Und ihr wollt doch so oder so gewinnen. Schließlich gibt es Jahreskarten, oder etwa nicht?“
„Wir könnten aber auch verlieren.“ sagte Sophia und verschränkte die Arme, dann gibt es kein Geld. Du hättest und fragen müssen.“ Bruno grinste. „Ich euch fragen? Wozu. Ihr seid fast jeden Tag hier, es war also schon eine sichere Sache dass ihr hier auftaucht. Und wenn ihr nicht gewinnt, gibt es keine Freikarten. Ist es euch das wert? Nur um mir eins auszuwischen?“ Er lachte noch mal, deutete eine Verbeugung an und ging mit einen, „Meine Damen.“ Davon.
„So ein schleimiger Wurm.“ knurrte Gaby. „Ja.“ Stimmte Michelle ihr zu. „Der will immer nur Fotos machen.“ Dieses Mal wurde Michelle von Sophia geboxt. „Aha, warum schlagt ihr mich alle?“ „Weil du Unsinn plapperst. Es geht Bruno nicht um Fotos verdammt. Was meint ihr, sollen wir trotzdem mitmachen?“ „Ich auf jeden Fall.“ sagte Alina. „Egal ob ihr mitmacht oder nicht.“ Gaby grinste. „Sagt gerade die, welche sich die ganze Zeit über nicht dafür interessiert hat. Erst einen Tag vorher hast du dich uns angeschlossen.“ Alina sah Gaby scharf an. „Oh Entschuldigung. Vielleicht hatte ich zu tun!“
Die Mädchen zankten sich noch eine Weile, aber als sie dann beim der Anmeldung waren, hatten sie sich entschieden. Sie wollten mitmachen und gewinnen. Sollte Bruno doch sein Geld bekommen. Sie würden ihn schon dazu bringen, ihnen ihren Anteil zu geben.
In der ersten Runde ging es um eine Teamleistung. Die Teams bestanden immer aus vier Teilnehmern. Was für die Mädchen gut passte auch wenn Sophia knurrte das man Mischelle gegen Manuela hätte tauschen sollen. Doch da es Trennungen zwischen den Altersgruppen gab, war Alinas Mutter mit ein paar Sportlerinnen ihres Alters in einem Team. Auch Lea, Sophias Mutter war vertreten.
Die Mädchen hatten sich gerade ihre Teamnummer abgeholt, als ihnen erneut Herbert über den Weg ließ. Er wurde von zwei Mädchen begleitet, die Alina, Gaby und Michelle gut kannten.
„Wendy!“ rief Alina. „Mona!“ rief Gaby. Michelle begnügte sich damit, beide Mädchen finster anzustarren.
Wendy hatte sich mit ihrer dunkelbraunen Haut eine enge weiße Sporthose und einen weißen Sport-BH angezogen, welcher mit ihrer gutbestückten Oberweite ziemlich ausgelastet war. Ihre dunkelblonden Haare mit den hellen Strähnen fielen ihr verwegen ins Gesicht. „War klar das ihr hier seid.“ sagte Wendy verächtlich. „Den ersten Platz könnt ihr euch schon einmal abschminken.“
„Du aber auch!“ platzte es aus Michelle heraus. „Das sagt die richtige.“ lachte Wendy. Mona hatte bisher nichts gesagt. Sie stand nur mit ihren überaus dicken Beinen da und sah alle Anwesenden böse an. Alina hatte noch nie so dicke Beine bei einem Mädchen gesehen. Und es war kein Fett. Sie konnte deutlich die Muskelstränge sehen welche viel dicker waren als ihre eigenen. Das Mädchen konnte bestimmt Betonwände eintreten.
„Wir werden ja sehen, wer hier gewinnt.“ sagte Gaby und verschränkte die Arme. „Werden wir!“ erwiderte Wendy feindselig und sah Gaby aus ihre hübschen Gesicht mit den grünen Augen und dem Schmollmund vernichtend an. Dann machte sie auf dem Absatz kehrt und zog mit Mona davon.
„Tja, Mädchen halt!“ sagte Herbert und nahm einen kräftigen Zug aus seiner Zigarette. „Meine Damen, man sieht sich.“ Und dann schlenderte auch er davon.
Die Teamleistung bestand aus vier verschiedenen Wettkämpfen. Als erstes ging es darum, Medizinbälle so weit wie möglich zu werfen. Jedes Mädchen musste einmal werfen, die Leistung wurde danach zusammen gerechnet. Bei der zweiten Runde mussten Sandsäcke von einem markierten Bereich in den anderen geschleppt werden. Hierbei wurde die Zeit gestoppt. In der dritten Runde musste ein dicker Holzpflock mit mächtigen Vorschlaghämmern in den Boden gestampft werden. Dabei bekam jedes Mitglied des Teams einen Hammer, es gab allerding nur einen Pflock, welcher versenkt werden musste. Als letztes mussten zwei riesige Reifen, welche von einem Traktor stammten, an Ketten eine bestimmte Strecke entlang gezogen werden. Je Reifen, zwei Teammitglieder. Hierbei wurde erneut die Zeit genommen.
Gaby, Alina, Sophia und Michelle erlangten beim Weitwurf ein gutes Ergebnis. Alina und Sophia warfen beide fast gleich weit. Gaby schaffte einen Meter mehr und Michelle lag einen Meter dahinter. Trotzdem lagen sie mit ihrem Ergebnis vorn. Wendy und Mona warfen zwar beide so gut wie Alina und Sophia, aber ihre anderen beiden Teammitglieder, waren normal sportliche Mädchen und diese lagen mit ihrer Leistung 2.5 Meter hinter Michelle.
Als zwei sportliche Zwillinge mit ihren Kolleginnen dran waren, winkte Michelle den beiden fröhlich zu. „Das sind Nelli und Nele!“ verkündete sie. „Das sind ganz liebe Mädchen.“ Sophia schnaubte. „Du findest doch jeden lieb.“ Gaby nickte zustimmend. „Besonders Jungs!“ ergänzte sie. Beleidigt verschränkte Michelle die Arme und sah weiter den Zwillingen zu. Diese warfen gar nicht schlecht und lagen nur 1,5 Meter hinter Michelle. „Das haben wird dann wohl gewonnen.“ sagte Alina, als das Team der Zwillinge fertig war. „Jeep.“ machte Sophia.
Alina war mit ihren Gedanken nicht ganz beim Wettkampf, auch wenn es ihr mehr Spaß machte als erwartet. Trotzdem reckte sie immer wieder den Hals und schaute in die Menge der Zuschauer. Das Event fand auf dem großen Sportplatz der Stadt statt und da überall Menschen standen, fehlte Alina die Übersicht. Lani oder gar Oskar konnte sie nirgends entdecken.
Die vier saßen weiterhin im Graß, als die Erwachsenen Teams antraten. „Oh Mann, das dauert ja ewig.“ stöhnte Sophia. „Jetzt kommen noch die Frauen und die Männer über zwanzig Jahre dran. Puh.“
„Uh, ich sehe deine Mutter!“ rief Michelle nervend fröhlich.
Lea, Sophias Mutter, war aber auch schwer zu übersehen. Eine große Frau, welche ein kleines schwarzes Top und einen hauchdünnen Slip anhatte. Der Rest war nackt und bestand ausschließlich aus puren dicken Muskeln. Arme und Beine trotzten nur so vor Muskelpacketen. Sie hatte einen absoluten V Rücken und die Rillen ihrer Bauchmuskeln waren extrem tief. Mit den langen Haaren und den schönen, wenn auch strengen Gesichtszügen war sie das Ebenbild eines jeden weiblichen Bodybuilders. Das ultimative Aushängeschild weiblicher Kraft.
„Deine Mutter schein weiter an Muskeln zugelegt zu haben.“ sagte Gaby beeindruckt. „Ja.“ sagte Sophia. „Das ist auch kein Wunder, sie macht nichts anderes mehr als zu trainieren. Sie ist nie da, stemmt immer irgendwo Gewichte. Es ist ein Wunder, das sie meinen Auszug bemerkt hat.“ Die anderen Mädchen schwiegen betroffen. Sophia zu bemitleiden, war keine gute Idee. Es gab kaum etwas, womit man Sophia wütender kriegen konnte.
Leas Wurf mit dem Medizinball erzeugte ein erstauntes „Oh.“ In der Menschenmenge. Ihr Ball flog fast 6 Meter weiter, als der von Gaby. „Donner.“ sagte Gaby. „Dumm nur, das ihre Panterinnen nicht so kräftig sind. Warum kennt deine Mutter keine anderen Bodybuilderinnen?“ Sophia zuckte mit den Schultern und Michelle meinte fröhlich. „Vielleicht ist sie wegen Sophia hier.“ Doch Sophia schüttelte energisch den Kopf. „Da wir gerade von Müttern sprechen.“ sagte Alina, da kommt meine. „Uh sexy.“ sagte Michelle.
Und sie hatte Recht. Manuela hatte eine schwarze kurze Hose und ein zerrissenes weißen Shirt an. Dazu schwarze Hosenträger, welche provokant ihre Busen hochdrückte. Das zerrissene Shirt endete kurz über ihren ausgeprägten Bauchmuskeln. Es hatte auch keine Ärmel, so dass jeder ihre muskulösen Arme sehen konnte. Ihre dunkelblauen Augen leuchteten vor Selbstbewusstsein, als sie durch die Menge, rüber zur Startlinie schritt. Als sie an Lea vorbei kam, sagte sei. „Willst du dir nichts anziehen, du bist fast nackt.“ Lea, die sich von der Startlinie entfernen wollte, blieb kurz stehen. „Wirf du erstmal deinen Ball in diesem Outfit, bevor du anderen Modetipps gibst.“
Manuelle warf ihren Ball, allerdings landete diese im Längenbereich von Gaby und lag somit weit hinter Lea zurück. Alina hätte es nicht zugegeben, aber sie hatte mehr von ihrer Mutter erwartet.
„Tja.“ sagte sie laut zu ihren Freundinnen. „Meine Mutter hingegen trainiert in letzter Zeit weniger.“
„Da ist sie doch in guter Gesellschaft.“ sagte Gaby spitz, was Alina einfach überhörte.
Als endlich auch die männlichen Gruppen durch waren, ging es weiter. Bei der Disziplin des Sandsacks schleppen hatten die Veranstalter wohl geglaubt, dass diese mühselig von A nach B geschleppt werden würden. Doch damit lagen sie falsch. Alina und Gaby warfen sich die Sandsäcke gegenseitig zu. Das heißt, Gaby stand am Start und warf Alina, welche in der Mitte der Strecke stand, den Sack zu. Diese warf ihn dann ins Ziel. Sophia wollte Michelle auch einen Sandsack zuwerfen, mit dem sie Michelle glatt von den Füßen fegte. Danach schleuderte Sophia die Säcke nur noch so weit es ging und Michelle lief umher und trug diese ins Ziel.
Damit waren die vier wieder einmal die Besten. Mona und Wendy warfen sich war auch die Säcke zu aber ihre Mitstreiterinnen sogen ihre Säcke mühselig über die Rasenfläche. Trotzdem war das Tempo indem Wendy und Mona arbeiten beeindrucken.
Lea war wieder ein einmal das Highlight. Sie brauchte niemanden in der Mitte. Sie schaffte es den Sandsack von ihrer Starposition aus ins Ziel zu werfen. Und das erstaunlich schnell. Wie eine Maschine wühlte sie sich durch den Haufen. Ihre Mitstreiterinnen schleppten in der Zeit nur zwei von den 20 Säcken.
Manuela warf, wie die Mädchen die Säcke in die Mitte, von wo aus ihre Mitstreiterinnen die Säcke ins Ziel zogen.
„Wir sind sowas von die Ersten!“ rief Michelle glücklich. „Ich fühle schon die Jahreskarte zwischen meinen Fingern. Wisst ihr wie viel Geld ich damit sparen werde?“ „Nicht nur du!“ sagte Sophia, die gerade ihre Mutter mit den Augen verfolgte. „Wie wollen wir das mit dem Hämmern machen?“ fragte Gaby pragmatisch. „Ich denke es ist am besten, wenn wir schnell hintereinander schlagen. Oder?“ Die anderen Mädchen nickten zustimmend.
Als sie nach langem Warten endlich an der Reihe waren, lief Gaby Plan nicht ganz so gut. Gaby schlug als erstes, dann folgte Alina, Sophia. Michelle schlug zu schnell zu und traf Sophias Holzstab. Dieser zersplitterte Sophia geradezu in der Hand. „Spinnst du?“ schrie Sophia, los gib mit deinen Hammer. „Nein das ist meiner!“ rief Michelle bockig. Während sich Michelle und Sophia noch spreiteten, schlug Gaby mit ihren Hammer zu. Doch der Hammerkopf, von Sophias kaputtem Werkzeug, lag viel zu dicht am Pflock. Als Gabys Hammer runtersauste erwischte sie das Schwere Metallstück und trennte damit sauber ihren eigenen Hammerkopf ab. „Verdammte Sch….“ Schrie Gaby. „Warte ich mach.“ sagte Alina. „Nein!“ ging Gaby dazwischen, „Räumt die Hammerreste aus dem Weg ich mach das.“ Alina zögerte kurz reichte Gaby aber dann ihren Hammer. Schnell machte Alina für Gaby den Weg frei und Gaby schlug so schnell sie konnte auf den Pflog ein. Sophia hatte gerade einer kreischenden Michelle den Hammer entrissen und sie von sich weggeschubst, brutaler als nötig, als Gaby gerade den Pflock versenkte.
Der Vorfall hatte den Mädchen viel Zeit gekostet. Mona und Wendy funktionierten sehr gut miteinander. Ihre Mitstreiterinnen durften nur zugucken, wie die Mädchen mit schnellen, aufeinanderfolgenden Schlägen, ihren Pflock versenkten. Und das in fast der Hälfte der Zeit von Gaby, Michelle, Sophia und Alina. Lea brauchte nur zwei Schläge, wobei sie allerding pro Schlag einen Hammer zerstörte. Manuela schlug, ohne dass jemand anders mitmachen durfte, in schnellen Schlägen ihren Pflog in den Boden. Auch sie war schneller als die Mädchen.
In der letzten Disziplin mussten jeweils zwei Traktorenreifen von jeweils zwei Teilnehmern ins Ziel gezogen werden. „Mit Sophia trete ich nicht an!“ rief Michelle sofort beleidig, als es um die Teambildung ging. „Und ich nicht mit so einer dummen Zicke!“ blaffte Sophia zurück. „Selber!“ murmelte Sophia. „Ihr seid wie meine Brüder.“ stöhnte Gaby. „Dann zieh ich mit Michelle und Alina, du ziehst mit Sophia.“ Damit waren alle einverstanden. Nachdem das geklärt war, zog Michelle Gaby mit sich fort. Sie wollte wo anders auf die Fortsetzung des Wettkampfs warten. Nicht unbedingt in der Nähe von Sophia.
Und so schlenderten Gaby und Michelle über den Sportplatz. Sie beglückwünschten Manuela wie auch Lea zu ihrer Leistung. Lea war etwas irritiert, lächelte aber. Manuela umarmte beide Mädchen und versprach später vorbeizukommen. Sie waren gerade auf den Rückweg, als eine Stimmt Michelles Namen sagte.
„Hey Michelle.“
„Oskar.“ rief Michelle überrascht.
„Ja, meine Schwester hat mich hier her geschliffen.“
Wie auf Stichwort tauchte ein Mädchen mit Elfengesicht neben ihm auf. Klar älter als Oskar und auch älter als Michelle und Gaby . „Stimmt gar nicht. Er würde sonst nie raus,…“ sie hörte auf zu reden, als sie Michelle erkannte. „Auch du bist das…“
„Äh das ist Gaby.“ sagte Michelle schnell, bevor Lani weiter redete.
„Ja wir haben euch gesehen.“ sagte Oskar. „Ihr Mädchen seit echt stark. Besonders du Gaby.“ Er lächelte wobei seine Augen beeindruck Gaby Beinmuskulatur begutachteten.
„Tja.“ sagte Lani und gab ihren Bruder einen Stoß mit den Ellenbogen, damit er aufhörte, Gabys Beine anzustarren. „War nett euch zu treffen, aber wir wollten uns noch umsehen. Und Alina wollt ich noch viel Glück wünschen.“
„Ihr kennt Alina.“ Fragte Gaby.
„Ja klar.“
„Alina?“ stöhnte Oskar. „Muss das sein. Glaub mir doch, die hat sie nicht alle. Außerdem ist sie gefährlich!“
Lanis Gesicht verritt unterdrückte Wut. „So ein Quatsch Oskar. Sei nicht so gemein zu ihr. Was willst du denn sonst machen? Wieder mit Michelle vögeln?“
Gaby blieb vor staunend der Mund offen stehen. Und Oskar bekam einen roten Kopf. „Wir gehen jetzt und fertig!“ sagte Lani bestimmend. Wütend griff sie sich ihren Bruder und zog ihn davon.
Als sich Gaby wütender Blick auf Michelle richtete hob diese Abwehrend die Hände. „Worüber hatten wir gesprochen Michelle.“ fauchte sie. „Das du nicht mehr mit jeden Jungen schläfst, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Verdammt. Weißt du was? Sophia hat recht, du bist nicht auszuhalten!“
Wütend stapfte Gaby davon und Michelle hinter ihr her. „Aber Gaby das war vor unser Abmachung und ich habe es ihm nur mit der Hand…“
„Ich will das nicht hören Michelle! Ah, du bist unmöglich.“
Sie hatten Alina und Sophia erreicht, die gleich aufstanden, als Gaby sich fluchend nährte. „Alina, du musst mit Michelle den Reifen ziehen. „Okay, aber wäre es nicht besser wenn du und Michelle.“
„Nein!“ rief Gaby wütend und Alina verstummte.
Als es endlich losging, ketteten sich Sophia und Gaby an einen Reifen und Michelle und Alina an den anderen. Sie hatten sich gerade festgeschnallt als Lani und Oskar aus der Menge auf Alina und Michelle zukamen.
„Hey wir wollten euch nur schnell Glück wünschen.“ rief Lani. Alina war sofort wir verwandelt. Dumm grinsend starrte sie Oskar an, dem dabei gar nicht wohl war. Schnell richtete er seine Aufmerksamkeit auf Michelle. „Hey Mischelle, die silbernen Ketten stehen dir.“ „Oh danke!“ lachte Michelle. Dieser kurze Dialog reichte, um Alinas Gesichtszüge zu Eis erstarren zu lassen. „Oh es geht los.“ sagte Lani und zog ihren Bruder erneut mit sich.
Der Startschuss ertönte und Gaby und Sophia rannten mit ihrem angeketteten Gewicht los. Auch Michelle wollte losrennen, doch die Kette mit dem dahinter liegenden Gewicht, hielt sie fest. Der Grund war, dass Alina sich nicht bewegt hatte. Als Michelle sie fragend ansah, starrte diese böse zurück. „Woher kennst du Oskar?“ fragte sie eisig. „Ich äh,… „ machte Michelle und sprang von einem Bein aufs andere. „Das ist jetzt egal Alina. Wir müssen laufen, sonst verlieren wir.“
„Dann verlieren wir eben!“ schrie Alina zurück. Alinas Wut traf Michelle bis ins Mark. Wütend löste sie die Ketten. „Weiß du was, du kannst mich mal Alina!“ rief sie und wollte davon gehen. Doch Alinas Stimme hielt sie zurück.
„Sag es mir Michelle, oder das war es mit unserer Freundschafft!“
„Du willst es wissen, du willst es wirklich wissen? Okay, ich habe Oskar einen runtergeholt. Das ist ihm wohl gut im Gedächtnis geblieben.“
Einen Augenblick stand Alina entgeistert da. Dann verzerrte purer Zorn ihr Gesicht. Langsam und mit geballten Fäusten, kam sie auf Michelle zu. „Alina.“ sagte Michelle warnend, und wich vor ihr zurück. „Alina.“ Wiederholte sie. Und dann gab Michelle Fersengeld.
Sie rannte los und als sie sah, dass ihr Alina folgte, schrie sie schrill auf. Alina rannte so plötzlich los, dass der an ihr hängende Reifen einen richtigen Satz machte. An der Unterseite des Reifens waren Holzbretter befestigt, damit der Reifen über den Boden glitt und den Rasen nicht beschädigte. Diese Bretter lagen nun oben und Alina hinterließ mit ihrem Reifen eine tiefe Furche im Graß.
Gaby und Sophia waren schon lange im Ziel, als Mischelle kreischend an ihnen und den Schiedsrichtern vorbei lief. Kurz darauf stürmte Alina mit ihrem Reifen an ihnen vorbei und hinter lies einen dicke Spur aufgewühlter Erde.
Währe Alina nicht an den Reifen gebunden, hätte sie Michelle längst gehabt. Doch so lief Michelle im Zick Zack über den Rasen und Alina hinter ihr her. Es dauerte fast eine viertel Stunde bis Alina die Puste ausging. Auch Michelle, die nicht so sehr auf Ausdauersport stand, war außer Atem. Sie hatten wilde Kreise auf dem Sportplatz gezogen, und das Schauspiel war von allen Anwesenden staunend verfolgt worden. Alinas Kraft war zwar am Ende, doch ging sie immer noch, mit schleppenden Schritten in Michelles Richtung.
Michelle hingegen hatte eine Entscheidung getroffen. Sie hatte es geschafft sich mit allen drei Freundinnen auf einmal zu Streiten. Auch wenn der Streit mit Sophia nichts Ernstes gewesen war. Dennoch gab es keinen Grund für sie, weiter an den Spielen teilzunehmen. Kurzerhand lenkte sie ihre Schritte vom Sportplatz herunter und lief zur nächsten U-Bahn Station. Sie glaubte nicht, dass Alina ihr folgen würde und es war ihr auch egal.
Als Alina sah, das Michelle vom Sportplatz runterlief hielt sie an. Sie hatte ihrem Körper alles abverlangt. Zitternd und vollkommen außer Atem ließ sie sich auf dem Reifen nieder. Dann fing sie an zu weinen.
Ende
Freitag, 31. August 2018
Die weiblichen Eindringlinge Kapitel 55 - Wiedergutmachung
Seit einer Woche wusste Alina nichts mehr mit sich anzufangen. Normalerweise genoss sie die Sommerferien, doch seit dem Oskar-Katastrophentag hatte sie zu nichts mehr Lust. Meist lag sie auf ihrem Bett und starrte an die Decke. Und ihre Gedanken kreisten natürlich nur um Oskar. Sie stellte sich vor, wie sie ihn aus verschiedenen Situationen befreite. Dazu durchbrach sie Wände und prügelte sich durch hunderte von Gegnern. Am Schluss dieser Fantasie lag ihr Oskar immer dankbar in den Armen. Doch diese Gedanken machten Alina nur unglücklich. Sie wusste, dass sie es sich mit Oskar verscherzt hatte. Und dass bisschen Hoffnung was sie noch hatte, ruhte auf Lani. Wenn jemand etwas für sie tun konnte dann Lani.
Von Zeit zu Zeit öffnete sich Alinas Zimmertür und ihre Mutter fragte, ob sie etwas für ihre Tochter tun konnte. Doch Alina schüttelte immer nur den Kopf. Sie wollte nicht rausgehen oder ihre Freundinnen anrufen. Sie wollte auch nicht ihr Lieblingsessen. Sie wollte Garnichts von ihrer Mutter. Manuela fragte ihre Tochter nicht, was mit ihr los war. Zum einen wusste sie, dass es irgendwie um einen Jungen ging, zum anderen wusste sie, dass ihre Tochter über solche Dinge nicht mit ihr reden wollte. Trotzdem machte sie sich Sorgen um ihre Tochter. Sie aß mal kurz was in der Küche ansonsten war sie dauerhaft in ihrem Zimmer.
Es war 9:30 Abends und Alina lag auf ihrem Bett und starrte melancholisch das Display ihres Handy an. Nachdem sie auf Michelles Anrufe nicht reagiert hatte, lief eine Textnachricht nach der anderen über ihr Display. Michelle informierte sie darüber, dass der Wettkampf des Fitnessstudios in wenigen Tagen beginnen würde. Gaby und Sophia würden täglich für den Wettkampf trainieren und meinten, Alina müsste unbedingt mitmachen, da es auch eine Teamleistung gab. Alina wartete bis Michelle nach 20 Nachrichten aufhörte zu schreiben. Sie starrte noch eine Weile vor sich hin, bis sie ein „Nöööö!“ eintippte und es verschickte. Michelle antwortete sofort mit einem traurigen Smiley.
Genervt drehte sich Alina vom Handy weg und starrte erneut an die Decke. Wieder dachte sie an Oskar. Neben ihr brummte ihr Handy. Wieder eine Nachricht. Alina ignorierte es und stellte sich Oskars Gesicht vor. Aber es ging irgendwie nicht. Es war so schwer zu erfassen. Wie schön wäre es ein Foto von ihm zu haben. Im Netz hatte sie nichts gefunden. Wieder brummte ihr Handy. Ärgerlich ergriff Alina ihr Handy um es ganz abzuschalten.
Doch als sie aufs Handy blickte, erstarrte sie. Ihr eben noch müder Geist war hell wach. Kerzengrade saß sie auf dem Bett. Auf ihrem Handy prangte Lanis Name, die ihr gerade eine neue Nachricht geschickt hatte. Aufgeregt öffnete Alina den Chatverlauf. Mit Herzklopfen las sie: „Alina ich brauch Dich hier. Jetzt sofort. Ich schick Dir meinen Standort.“ Alina wäre beinah vom Bett gefallen. Sie musste los. Sofort. Wie von Sinnen rannte sie in Leons Zimmer. Dieser saß an seinem Computer und Chattete mit jemanden. Alina packte Leon am Arm und zog ihn einfach hinter sich her. Leon hatte keine Chance sich loszureißen. Mit einem „Ahhh!“ folgte er ihr.
„Du musst mich fahren!“ sagte Alina kurz und zog ihn in den Flur. „Aber ich…“ Wütend drehte sich Alina zu Leon um und hielt ihm ihre Faust vor das Gesicht. „Keine Widerworte Leon oder ich schwöre Dir ich prügle dich grün und blau!“ Leon wurde blass und nickte.
„Aber Alina…“ sagte er dann doch, als sie an die Treppen kamen.
„Leon!“ schrie sie, „Ich habe es eilig!“
„Du hast keine Hose an.“ sagte Leon kleinlaut.
Alina sah an sich runter. „Oh.“ machte sie und ließ dabei Leon Arm los der erleichtert aufatmete.
„Und deine Haare...“ begann er vorsichtig. „Naja du solltest vielleicht einmal in den Spiegel gucken.“
Alina starrte Leon an, der ängstlich vor ihr zurückwich.
„Na gut.“ sagte sie. „Ich mach mich zurecht. Und du startest schon mal den Wagen.“ Sie reichte ihm ihr Handy. „Da wollen wir so schnell wie möglich hin. Klar?“ Leon nickte und ging schnell die Treppe runter. Alina selbst verschwand in ihrem Zimmer. Leon hatte Recht, sie sah wie eine Obdachlose aus. So schnell es Alina irgendwie möglich war, brachte sie ihr Haar in Ordnung und zog sie frische Kleidung an. Ein kleiner Spritzer Parfüm und fertig, für Markeup hatte sie keine Zeit. Wenige Sekunden später saß sie neben Leon im Auto und der fuhr sofort los.
„Warum haben wir es denn so eilig.“ fragte Leon als sie fiel zu schnell die Straße in Richtung Innenstadt fuhren.
„Sag ich dir nicht. Fahr einfach.“
„Geht es vielleicht um diesen Jungen? Manuela meinte sowas.“
„Halt den Mund Leon.“ rief Alina wütend.
„Du kannst mit mir über so was reden. Ich bin ein Typ und kann dir vielleicht, …“
„Leon!!!“ schrie Alina. „Wenn du nicht fahren würdest, hätte ich dich längst k.o. geschlagen.“
Leon wurde sofort ruhig und sagte kein Ton mehr. Nach fünfzehn Minuten, mit einem Blick auf Alinas Handy, hielt er hinter der Backsteinmauer eines ziemlich lauten Nachtclubs.
„Hier sollte es sein.“ meinte Leon und stellte den Motor ab. Er hatte den Zündschlüssel noch nicht ganz abgestellt, als ihn Alinas Faust am Kinn traf. Es klatschte einmal und Leon rutschte besinnungslos in sich zusammen. „Gott das habe ich jetzt gebraucht.“ stöhnte Alina und atmete tief durch. Einen Augenblick später stieg sie aus dem Wagen.
Es war 10 Uhr Abend aber dank der Sommerzeit immer noch hell. Hinter dem Club, aus dem sehr laute Musik dröhnte lagen die Abstellgleise der Bahn. Dieser wurde von einem grauen Maschendrahtzaun vom Grundstück des Klubs abgetrennt. An diesem Zaun entdeckte Alina, Lani. Sie war stark geschminkt und nicht allein. Ein anderes Mädchen, auch schon älter, stand neben ihr. Schnell lief Alina zu ihr. Die Frau, welche Alina nicht kannte und klar größer war als Lani, sah sie missbilligend an.
„Oh Alina gut das du hier bist.“ Begrüßte Lani sie. „Das Kind da ist nicht wirklich deine Freundin.“ Sagte die Frau, welche sich die langen Haare fast weiß gefärbt hatte. Lani sah sie böse an. „Halt den Mund Eva! Willst du dein Handtasche nun wiederhaben oder nicht?“
„Doch klar, genauso wie du. Weiß nur nicht, wie uns ein Kind dabei helfen soll.“
„Ich bin kein Kind.“ rief Alina trotzig. „Ich bin volljährig!“
„Dann solltest du dich vielleicht nicht wie ein acht jähriges Schulmädchen kleiden!“
Alina ballte die Fäuste und die Frau erschrak als sie das Muskelspiel von Alinas Armen sah. Automatisch sah sie nun auch auf Alinas Jeans, durch die sich die dicken Muskelrollen ihrer Oberschenkel drückten. „Verdammt was …“ sagte sie. Der Rest schien ihr vor Überraschung im Mund stecken zu bleiben.
„Alina sei lieb!“ rief Lani und schnell verwandelte Alina ihren bösen Gesichtsausdruck in ein naives Lächeln. „Schon besser.“ Eva runzelte die Stirn. „Was ist das zwischen euch? Bist du ihre Domina?“
„Nein!“ rief Lani ärgerlich. „Wir haben eine Vereinbarung. Sie tut was für mich dann tue ich was für sie.“ Eva lächelte breit und zeigte ihre weißen, wie auch großen Zähne. „Ah schon klar. Habe immer gewusst, dass du es auch mit Frauen machst, aber…“
„Eva!“ schrie Lani mit rotem Kopf. „Hör auf zu reden!“ Eva grinste breit und hob abwehrend die Hände. „Okay, okay…“
Lani atmete tief durch und drehte sich zu Alina. „Also wir sind vor zwanzig Minuten aus dem Club gekommen und so einer Gruppe von besoffenen Pennern in die Arme gelaufen. Die haben sich unsere Handtaschen geschnappt und sind abgehauen. Allerdings nicht weit. Sie stehen dahinten auf dem Abstellgleis. Da wo der Rauch aufsteigt. Die haben irgendwas in Brand gesteckt.“
„Und anstatt die Polizei zu rufen.“ Unterbrach Eva, Lani. „Hat sie dich geholt.“
„Das ist bestimmt besser!“ rief Lani ärgerlich. „Die hätten das Polizeiauto sofort gesehen und währen abgehauen. Aber Alina wird auf den ersten Blick harmlos. Außerdem kann Alina die Typen so bestrafen wie sie es verdient haben. „
„Oh ja, soll ich?“ fragte Alina, die bisher nur geschwiegen hatte.
„Ja von mir aus kannst du sie alle verprügeln.“ sagte Lani wütend.
„Okay, dauert nicht allzu lange.“ sagte Alina, ging zum Zaun, packte die Maschen und riss mit einem Ruck ein großes Loch hinein. „Stark ist sie ja.“ sagte Eva leise zu Lani. „Das ist noch gar nichts. Glaub mir die wird spielend mit den Typen fertig.“ Eva sah Lani skeptisch an. „Werden wir sehen.“
Alina trotzte vor Tatendrang, als sie sich in die Richtung der Abstellgleise bewegte. Sie konnte nicht motivierter sein, als sie hinter einem rostigen Wagon die Gruppe entdeckte. Sie hatte eine üble Bande von Rockern in Lederkleidung erwartet, doch stattdessen fand sie eine Gruppe von vier Männern und zwei Frauen vor, die höchsten Mitte Zwanzig waren. Alina war überzeugt, dass sie mit denen problemlos fertig werden würde.
Alina war bis jetzt nicht bemerkt wurden. Das änderte sich, als sie ein lautes „Hey!“ von sich gab. Einer der Frauen, sie hatte sich das Haar rosa gefärbt, sah Alina überrascht an. „Ey seht mal Leute. Ein kleines Schuldmädchen hat sich hier her verirrt.“ Sie lachte und zeigte damit, wie betrunken sie war. „Uh ist die Süß.“ sagte einer der Typen und kam auf Alina zu. Er war eine Halbeportion. Dünn mit rutschender Hose und schmierigen Haaren. Alina starrte ihn böse an, was gut ging, da er nur wenige Millimeter größer war als sie.
„Ihr habt meiner Freundin ihre Handtasche gestohlen, wo ist sie.“ Der Typ vor ihr war ziemlich betrunken, so dass er hin und her wankte, als er einen Schritt vor machte. Nun stand er direkt vor ihr. „Das war Tom.“ lallte er. „Tom der Handtaschen Dieb. Um genau zu sein hat er sie geraubt. Aber diese arroganten Hühner hatten es auch nicht anders verdient.“ Leise lachte er in sich hinein. „Ich nehme an, du bist gekommen, um ihn mal richtig ins Gewissen zu reden.“ Wieder lachte er dümmlich.
Alinas Geduld war am Ende. Wütend trat sie dem Hempfling auf den Fuß, so dass er aufschrie und eine Sekunde später auf einem Bein stand. Sein Aufschrei endete abrupt als Alinas Faust ihm einen Aufwärtshaken verpasste, der ihn ein Stück hoch in die Luft beförderte. Wie tot fiel er leblos in den Staub. Alle anderen Anwesenden, die bis her locker herumgestanden oder gesessen hatten, richteten sich alarmiert auf.
„Wie hat sie das gemacht?“ fragte ein schwarzhaariger Typ, der noch am stabilsten von all den dünnen Typen aussah. „Ist doch egal!“ rief ein anderer und schnappte sich eine alte Holzlatte um damit auf Alina loszugehen. Drohend holte er zum Schlag aus und Alina spannte ihre Bauchmuskeln. Es knallte Laut als das Bett an ihren Bauchmuskeln zersplitterte. Sie revangierte sich mit einem Faustschlag der ihren Angreifer sich einmal um die eigene Achse drehen lies. Völlig groggy und schwanken stand er vor Alina. Diese drehte sich einmal und trat den man so heftig in den Unterleib, das er regelreicht davonflog und in seine dahinter stehenden Freunde kracht. Die beiden Frauen, welche an der Seite standen kreischten überrascht auf, als der Mann durch die Luft segelte.
Der schwarzhaarige befreite sich von der Last seines, nun bewusstlosen Kumpanen und half den andern Gestürzten auf. „Wie müssen sie zusammen angreifen. Du packst ihren rechten Arm, ich den Linken!“ Alina, die seine Worte klar gehört hatte grinste Böse. Sie ließ die beiden ihre Arme packen, spannte dann ihre Muskeln und donnerte sie laut gegeneinander. Als die beiden verwirrt vor ihr standen, nahm Alina sie schnell in den Schwitzkasten.
Die beiden Männer hatten keine Chance gegen Alinas Stahlarme. Sie wehrten sich zwar aber Alina bemerkte das kaum. Und alles was die beiden zu fassen bekamen waren harte Muskeln, welche sie mit ihrer eingeschränkten Kraft nicht bewegen konnten. „Hört auf zu zappeln.“ rief Alina und spannte ihren Bizeps leicht an, so dass dieser sich in die Hälse der Männer bohrte. Durch den geminderten Blutfluss wurde beide Männer schnell ruhiger und hörten auf um sich zu schlagen.
„Derjenige von euch der mit zuerst sagt wer und wo Tom ist, wird von mir sanft schlafen geschickt. Der andere nicht.“ Es dauerte nicht einmal eine Sekunde, da grölte der Mann in ihrer linken Umklammerung auf. „Er ist es, er ist es!“ rief er hastig und deutete auf den Mann mit den schwarzen Haaren, den Alina rechts im Schwitzkasten hatte. „Du miese Ratte.“ fluchte dieser wütend.
„Dankeschön.“ sagte Alina lieb und spannte ihren Bizeps so stark an, dass der Verräter auf der Stelle besinnungslos wurde. Einige Augenblicke ließ Alina ihren Bizeps noch auf den Mann wirken. Dann ließ sie seinen schlaffen Körper in den Dreck fallen. Unvermittelt löste sie die Umklammerung von Tom und packte ihn am Kragen.
„Ich frage dich jetzt nur einmal. Wo sind die Handtaschen?“
„Dort hinten!“ rief er ängstlich. „In dem verrosteten Container.“
„Du!“ rief Alina eine der Frauen an, „Geh und hol die Taschen. Und wage es nicht wegzulaufen. Ich kann Tom hier schneller und weiter werfen, als du rennen kannst. Und danach würde ich dich richtig durchprügeln!“
Die Frau wurde blass, mit einem nickten ging sie langsam zu dem Container und holte die besagten Taschen heraus. Vorsichtig stelle sie diese neben Alina ab und stellte sich danach schnell wieder neben die Frau mit den rosa Haaren.
„Gut.“ sagte Alina und sah Tom tief in die Augen. „Du hast meiner besten Freundin die Tasche gestohlen und dafür werde ich dich jetzt bestrafen. „Bitte Kleine!“ haspelte er „Das musst du nicht tun, ich kauf dir einen Haufen Süßigkeiten und wir vergessen die Angelegenheit.“
„Ich bin kein kleines Mädchen.“ rief Alina wütend und knallte dem Mann ihre Faust mitten ins Gesicht. Und dann wieder und immer wieder. Sie immer schneller prügelte sie mit ihrer Faust auf sein Gesicht ein. Seine Lippen platzten auf und seine Nase wurde regerecht Plattgehämmert. Erschrocken sahen die Frauen zu wie Alina, Toms Gesicht wie mit einem Presslufthammer bearbeitete.
Tom selber bekam nur die ersten wenige Augenblicke davon mit. Dann wurde er besinnungslos und nahm zu seinem Glück nichts mehr von Alinas Behandlung wahr. Nach gut vierzig Schlägen ließ sie Tom mit seinem grün und blau geschlagenen Gesicht zu Boden fallen. Dort zuckte er noch etwas vor sich hin, während Alina sich den beiden Frauen zuwandte.
Jene, welche ihr die Tasche gebracht hatte, starrte sie ängstlich an. Die mit den rosafarbenen Haaren starrte fassungslos auf Tom und dann böse Alina an. „Du kleine Irre!“ rief sie. „Du hast ihn fast umgebracht!“ Alina grinste und streckte sich, wobei sie all ihre Muskeln spielen ließ, was ihre Kleidung mit einem Knarren kommentierte.
„Aus welchen verdammt Genlabor bist du entlaufen?“ schrie die Frau in rosa. Alina antwortete ihr mit einer geraden Rechen, welche ihr die Nase brach und sie lang in den Staub schickte. Dort blieb sie reglos liegen. Die andere Frau bewegte sich ganz langsam rückwärts, bis sie mit den Rücken gegen die Wand des hinter ihr stehenden Bahnwaggons prallte. Drohend stand Alina vor ihr.
„Bitte tue mir nichts.“ jammerte sie.
„Aber das muss ich.“ sagte Alina lieb, „Ich habe meiner Freundin versprochen, das ich die Gruppe bestrafe, welche ihr die Tasche geklaut haben. Und da gehörst du dazu.“
„Bitte nicht.“ rief die Frau und ging vor Alina in die Knie.
Alina hätte es niemals zugegeben, aber dem kleinen Sadistischen Teufel in ihr, gefiel es wie die Frau sie anflehte. Und es gefiel ihm noch mehr, keine Gnade zu gewähren. Grinsend packte sie die Frau am Hals, die daraufhin auf keuchte. Ganz langsam hob Alina ihren Arm und ballte ihre Faust. Aus großen Augen starrte die Frau, Alinas harte Faust und den dazugehörigen muskulösen Arm an. Alina ließ den Anblick kurz auf die Frau wirken, dann schlug sie diese, geradezu genüsslich k.o. .
„Das hat richtig Spaß gemacht.“ Sagte Alina und blickte sich suchend um, in der Hoffnung einer ihrer Opfer würde sich doch noch bewegen. Aber alles was sie erblickte waren bewusstlose Körper die kreuz und quer im Dreck lagen.
„Ich sollte Verbrechens-Bekämpferin werden.“ dachte sie laut. Dann fiel ihr Blick auf die beiden Handtaschen. „Oh, Lani wartet ja.“ Schnell griff sie sich die Handtaschen und wollte schon loslaufen, als sie Toms zerschlagenes Gesicht sah. „Dich nehme ich mit!“ sagte sie kurz, warf sich den schlaffen Körper über die Schulter.
Lani und Eva machte große Augen als Alina nicht nur mit den Handtaschen durch das Loch im Zaun kam, sondern auch noch einen Mann über der Schulter trug. „Hier eure Handtaschen!“ sagte sie und reichte den Frauen ihr entwendetes Eigentum. „Wer ist das?“ fragte Lani und starrte Tom an.
„Das…“ sagte Alina und ließ Tom von ihrer Schulter gleiten, nur um ihm dann mit festen Griff am Kragen festzuhalten. „ist Tom. Es tut ihm sehr leid was er getan hat.“
Lani und Eva starrten Toms Gesicht an. „Was um Himmelswillen ist mit ihm passiert?“
„Nur eine kleine Massage mit meiner Faust.“ lachte Alina. „Aber wartet, ich wecke ihn auf, dann kann er sich selbst entschuldigen.“ Grinsend fing sie an, Tom blau, grünes und auch blutendes Gesicht zu Ohrfeigen. Die beiden Mädchen sahen stumm dabei zu. Es dauerte ein paar Minuten, bis Tom endlich wieder die Augen öffnete.
Sofort fing er an zu stöhnen und Tränen liefen ihm aus den geschwollenen Augen. „Hör auf zu heulen Tom!“ rief Alina. „Das da sind die Frauen den du die Handtaschen weggenommen hast. Willst du dich nicht bei ihnen entschuldigen?“ Tom öffnete die verquollenen Augen so gut er konnte und blickte Lani und Eva Verständnislos an. „Los entschuldige dich, sonst bearbeite ich dein Gesicht bis morgenfrüh!“ „Nein!“ rief Tom ängstlich und fiel vor Lani und Eva auf die Knie. „Es tut mir Leid bitte.“
Er war kaum zu verstehen, da Alinas Faust einige seine Zähne entfernt hatte. „Bitte.“ Jammerte er, „Vergibt mir.“ Lani und Eva starrten geschockt auf die Gestalt vor ihnen, welche im Staub kniete und um Gnade fehlte.
„Das ist gruselig.“ sagte Eva tonlos. „Eva hat Recht Alina, er soll verschwinden.“
„Wenn ihr meint.“ Sagte Alina etwas irritiert. Sie packte Tom am Kragen hob ihn in die Luft und ging mit ihm zum Loch im Zaun. „Sieht so aus, als wäre deine Anwesenheit nicht länger erwünscht.“ sagte Alina zu Tom, der auf wackeligen Beinen vor ihr stand. Er konnte noch ein halbes „Nein!“ herauswürgen, bevor Alinas Faust Tom traf und ihn in die Luft beförderte. Einen guten Meter von ihr entfernt knallte er schlaff zu Boden.
Zufrieden klatschte Alina die Hände aneinander, wie man es nach getaner Arbeit so tat. Lani und Eva sahen sie noch immer entgeistert an. „Was habt ihr denn?“ rief Alina irritiert. „Habe ich was falsch gemacht?“ „Ich meinte du solltest ihn wegschicken, die weiter verprügeln.“ „Aber er ist doch weg.“ Entgegnete Alina unsicher. „Nicht böse sein Lani! Bitte ich dachte das ist okay so.“
Eva stönte laut.
„Lani ich geh!“
„Was warum denn?“
„Warum? Weil wir erst zwanzig Minuten auf deine kleine Freak-Freundin gewartet haben und dann noch mal zehn Minuten, bis sie unsere Taschen hatte. Ich will jetzt nach Haus. Außerdem ist mir deine Freundin zu durchgeknallt. Gute Nacht.“
Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und stapfte davon. „Die hat ja eine Laune.“ sagte Alina. „Es stimmt schon“ meinte Lani und sah Alina an, „Ich bin dir zwar dankbar, dass du mir meine Tasche gebracht hast, aber du solltest niemanden Krankenhausreif prügeln.“
„Okay, ich mach es nie wieder, ja? Nächstes Mal sagst du mir genau wie ich jemanden verhauen soll.“
„Na gut Alina. Bin ja froh dass ich meine Tasche wiederhabe. Kann dein Fahrer uns nach Hause bringen? Im Übrigen schein er zu schlafen, wir waren vorhin am Auto und haben an die Scheibe geklopft aber er schläft tief und fest.“
Alina lachte: „Ja, das ist Leon, der schläft fast immer. Er ist mein Stiefbruder.“
„Ah ha.“ machte Lani. „Und er fährt dich rum. Ist ja lieb von ihm.“
„Naja.“ sagte Alina und ging zur Beifahrertür. „Warte bitte bis ich ihn geweckt habe, sonst ist es ihm peinlich.“ Klar!“ sagte Lani und lehnte sich entspannt ans Heck.
Leon lag noch immer besinnungslos mit dem Kopf auf dem Lenkrad des Wagens und hatte mittlerweile seine ganze Hose nass gesabbert. „Hey Leon.“ rief Alina, packte ihn an den Haaren hob seinen Kopf hoch und ging an, ihn grob zu ohrfeigen. „Aufwachen Schlafmütze, wir fahren.“
„Ohh.“ machte Leon und stöhnte auf. „Was ist passiert?“
„Wir fahren heim.“ sagte Alina bestimmend. „Du hast wieder einmal gepennt.“
Leon befühlte sein Kinn. Dann sah er seine Hose. „Oh Gott.“ murmelte er. Dann sah er zu Alina.
„Du hast mich doch wieder,…“ er schluckte den Rest runter, als Alina die Faust hob. „Ja willst du dich beschweren? Oder dich vielleicht lieber bedanken, dass ich deine Wartezeit abgekürzt habe?“
„Ich äh…“ Alina sah in scharf an. „Ja?“ Leon dachte einen kurzen Augenblick nach. „Danke.“ sagte er langsam. „Gern geschehen.“ Sie und lächelte wie ein unschuldiges kleines Mädchen.
Da klopfte es gegen das Wagendach. „Ey seid ihr beiden da drinnen bald fertig?“ Alina ließ hier Fester herunter. „Ja steige ein Lani. Leon ist nicht so schnell, wenn er noch schlaftrunken ist.“ Leon sah Alina böse an, natürlich nur in dem Augenblick, in dem sie nicht hinsah.
Leon startete den Wagen und Lani nannte ihre Adresse. Kurz darauf fuhren die drei eine Landstraße entlang, an dessen Horizont langsam die Sonne versank. Lani fand die Still wohl etwas unbehaglich, denn sie räusperte sich nach ein paar Minuten laut. „So Alina.“ sagte sie. „Ich habe in der Stadt so ein Plakat zu einem Wettkampf von zwei Fitnessclubs gesehen. Die sollen sich das Spektakel richtig was kosten lassen. Gehst du dahin.“ „Ja vielleicht. Hatte eigentlich keine Lust. Aber meine Freundinnen gehen auf jeden Fall hin.“ „Hmm.“ machte Lani. „Also ich werde mir das angucken und vielleicht kann ich meinen Bruder überreden mitzukommen.“ Sofort war Alina hellwach. „Ich gehe da natürlich auf jeden Fall hin. Meinst du Oskar kommt mit?“
„Oskar heißt er also.“ Kam er plötzlich von Leon und Alina sah in mit tödlichen Blicken an. Sofort verstummte er und sah stur auf die Straße. Lani tat so, als hätte sie nichts gemerkt. „Ja vielleicht schaff ich es, dass er mitkommt. Dann könnte er dich ganz unbefangen beobachten.“ Alina nickte und beugte sich nach hinten zu Lani.
„Wie geht es ihm den. Ich meine nach dem kleinen Vorfall.“
„Das willst du nicht wirklich wissen.“
„Doch bitte sag es mir.“
„Okay Alina, er hat Angst vor dir. Wenn ich nur deinen Namen sage bekommt er große Augen.“
„Oh nein.“ rief Alina und sie merkte wie ihr das Wasser in die Augen liefen. „Aber es geht ihm besser?“
Lani machte ein bedenkliches Gesicht. „Physisch vielleicht. Du musst es halt sehr langsam angehen. Lass ihn dich erst mal auf der Ferne beobachten. Ich schubse ihn schon in die richtige Richtung.“
„Danke Lani, dafür tue ich alles für dich.“
„Ich weiß. Und keine Sorge, ich ruf dich wieder an. So hier könnt ihr anhalten.“
Leon und Alina lieferten Lani zu Hause ab und fuhren weiter nach Hause. Keiner der beiden sprach ein Wort. Leon hielt es für besser den Mund zu halten, da er jetzt mehr von Alinas Gefühlswelt mitbekommen hatte, als diese es wohl gut fand. Und Alina sprach sowieso nicht. Sie sah aus dem Fenster und beobachtete wie die Sonne am Horizont verschwand.
Ende
Von Zeit zu Zeit öffnete sich Alinas Zimmertür und ihre Mutter fragte, ob sie etwas für ihre Tochter tun konnte. Doch Alina schüttelte immer nur den Kopf. Sie wollte nicht rausgehen oder ihre Freundinnen anrufen. Sie wollte auch nicht ihr Lieblingsessen. Sie wollte Garnichts von ihrer Mutter. Manuela fragte ihre Tochter nicht, was mit ihr los war. Zum einen wusste sie, dass es irgendwie um einen Jungen ging, zum anderen wusste sie, dass ihre Tochter über solche Dinge nicht mit ihr reden wollte. Trotzdem machte sie sich Sorgen um ihre Tochter. Sie aß mal kurz was in der Küche ansonsten war sie dauerhaft in ihrem Zimmer.
Es war 9:30 Abends und Alina lag auf ihrem Bett und starrte melancholisch das Display ihres Handy an. Nachdem sie auf Michelles Anrufe nicht reagiert hatte, lief eine Textnachricht nach der anderen über ihr Display. Michelle informierte sie darüber, dass der Wettkampf des Fitnessstudios in wenigen Tagen beginnen würde. Gaby und Sophia würden täglich für den Wettkampf trainieren und meinten, Alina müsste unbedingt mitmachen, da es auch eine Teamleistung gab. Alina wartete bis Michelle nach 20 Nachrichten aufhörte zu schreiben. Sie starrte noch eine Weile vor sich hin, bis sie ein „Nöööö!“ eintippte und es verschickte. Michelle antwortete sofort mit einem traurigen Smiley.
Genervt drehte sich Alina vom Handy weg und starrte erneut an die Decke. Wieder dachte sie an Oskar. Neben ihr brummte ihr Handy. Wieder eine Nachricht. Alina ignorierte es und stellte sich Oskars Gesicht vor. Aber es ging irgendwie nicht. Es war so schwer zu erfassen. Wie schön wäre es ein Foto von ihm zu haben. Im Netz hatte sie nichts gefunden. Wieder brummte ihr Handy. Ärgerlich ergriff Alina ihr Handy um es ganz abzuschalten.
Doch als sie aufs Handy blickte, erstarrte sie. Ihr eben noch müder Geist war hell wach. Kerzengrade saß sie auf dem Bett. Auf ihrem Handy prangte Lanis Name, die ihr gerade eine neue Nachricht geschickt hatte. Aufgeregt öffnete Alina den Chatverlauf. Mit Herzklopfen las sie: „Alina ich brauch Dich hier. Jetzt sofort. Ich schick Dir meinen Standort.“ Alina wäre beinah vom Bett gefallen. Sie musste los. Sofort. Wie von Sinnen rannte sie in Leons Zimmer. Dieser saß an seinem Computer und Chattete mit jemanden. Alina packte Leon am Arm und zog ihn einfach hinter sich her. Leon hatte keine Chance sich loszureißen. Mit einem „Ahhh!“ folgte er ihr.
„Du musst mich fahren!“ sagte Alina kurz und zog ihn in den Flur. „Aber ich…“ Wütend drehte sich Alina zu Leon um und hielt ihm ihre Faust vor das Gesicht. „Keine Widerworte Leon oder ich schwöre Dir ich prügle dich grün und blau!“ Leon wurde blass und nickte.
„Aber Alina…“ sagte er dann doch, als sie an die Treppen kamen.
„Leon!“ schrie sie, „Ich habe es eilig!“
„Du hast keine Hose an.“ sagte Leon kleinlaut.
Alina sah an sich runter. „Oh.“ machte sie und ließ dabei Leon Arm los der erleichtert aufatmete.
„Und deine Haare...“ begann er vorsichtig. „Naja du solltest vielleicht einmal in den Spiegel gucken.“
Alina starrte Leon an, der ängstlich vor ihr zurückwich.
„Na gut.“ sagte sie. „Ich mach mich zurecht. Und du startest schon mal den Wagen.“ Sie reichte ihm ihr Handy. „Da wollen wir so schnell wie möglich hin. Klar?“ Leon nickte und ging schnell die Treppe runter. Alina selbst verschwand in ihrem Zimmer. Leon hatte Recht, sie sah wie eine Obdachlose aus. So schnell es Alina irgendwie möglich war, brachte sie ihr Haar in Ordnung und zog sie frische Kleidung an. Ein kleiner Spritzer Parfüm und fertig, für Markeup hatte sie keine Zeit. Wenige Sekunden später saß sie neben Leon im Auto und der fuhr sofort los.
„Warum haben wir es denn so eilig.“ fragte Leon als sie fiel zu schnell die Straße in Richtung Innenstadt fuhren.
„Sag ich dir nicht. Fahr einfach.“
„Geht es vielleicht um diesen Jungen? Manuela meinte sowas.“
„Halt den Mund Leon.“ rief Alina wütend.
„Du kannst mit mir über so was reden. Ich bin ein Typ und kann dir vielleicht, …“
„Leon!!!“ schrie Alina. „Wenn du nicht fahren würdest, hätte ich dich längst k.o. geschlagen.“
Leon wurde sofort ruhig und sagte kein Ton mehr. Nach fünfzehn Minuten, mit einem Blick auf Alinas Handy, hielt er hinter der Backsteinmauer eines ziemlich lauten Nachtclubs.
„Hier sollte es sein.“ meinte Leon und stellte den Motor ab. Er hatte den Zündschlüssel noch nicht ganz abgestellt, als ihn Alinas Faust am Kinn traf. Es klatschte einmal und Leon rutschte besinnungslos in sich zusammen. „Gott das habe ich jetzt gebraucht.“ stöhnte Alina und atmete tief durch. Einen Augenblick später stieg sie aus dem Wagen.
Es war 10 Uhr Abend aber dank der Sommerzeit immer noch hell. Hinter dem Club, aus dem sehr laute Musik dröhnte lagen die Abstellgleise der Bahn. Dieser wurde von einem grauen Maschendrahtzaun vom Grundstück des Klubs abgetrennt. An diesem Zaun entdeckte Alina, Lani. Sie war stark geschminkt und nicht allein. Ein anderes Mädchen, auch schon älter, stand neben ihr. Schnell lief Alina zu ihr. Die Frau, welche Alina nicht kannte und klar größer war als Lani, sah sie missbilligend an.
„Oh Alina gut das du hier bist.“ Begrüßte Lani sie. „Das Kind da ist nicht wirklich deine Freundin.“ Sagte die Frau, welche sich die langen Haare fast weiß gefärbt hatte. Lani sah sie böse an. „Halt den Mund Eva! Willst du dein Handtasche nun wiederhaben oder nicht?“
„Doch klar, genauso wie du. Weiß nur nicht, wie uns ein Kind dabei helfen soll.“
„Ich bin kein Kind.“ rief Alina trotzig. „Ich bin volljährig!“
„Dann solltest du dich vielleicht nicht wie ein acht jähriges Schulmädchen kleiden!“
Alina ballte die Fäuste und die Frau erschrak als sie das Muskelspiel von Alinas Armen sah. Automatisch sah sie nun auch auf Alinas Jeans, durch die sich die dicken Muskelrollen ihrer Oberschenkel drückten. „Verdammt was …“ sagte sie. Der Rest schien ihr vor Überraschung im Mund stecken zu bleiben.
„Alina sei lieb!“ rief Lani und schnell verwandelte Alina ihren bösen Gesichtsausdruck in ein naives Lächeln. „Schon besser.“ Eva runzelte die Stirn. „Was ist das zwischen euch? Bist du ihre Domina?“
„Nein!“ rief Lani ärgerlich. „Wir haben eine Vereinbarung. Sie tut was für mich dann tue ich was für sie.“ Eva lächelte breit und zeigte ihre weißen, wie auch großen Zähne. „Ah schon klar. Habe immer gewusst, dass du es auch mit Frauen machst, aber…“
„Eva!“ schrie Lani mit rotem Kopf. „Hör auf zu reden!“ Eva grinste breit und hob abwehrend die Hände. „Okay, okay…“
Lani atmete tief durch und drehte sich zu Alina. „Also wir sind vor zwanzig Minuten aus dem Club gekommen und so einer Gruppe von besoffenen Pennern in die Arme gelaufen. Die haben sich unsere Handtaschen geschnappt und sind abgehauen. Allerdings nicht weit. Sie stehen dahinten auf dem Abstellgleis. Da wo der Rauch aufsteigt. Die haben irgendwas in Brand gesteckt.“
„Und anstatt die Polizei zu rufen.“ Unterbrach Eva, Lani. „Hat sie dich geholt.“
„Das ist bestimmt besser!“ rief Lani ärgerlich. „Die hätten das Polizeiauto sofort gesehen und währen abgehauen. Aber Alina wird auf den ersten Blick harmlos. Außerdem kann Alina die Typen so bestrafen wie sie es verdient haben. „
„Oh ja, soll ich?“ fragte Alina, die bisher nur geschwiegen hatte.
„Ja von mir aus kannst du sie alle verprügeln.“ sagte Lani wütend.
„Okay, dauert nicht allzu lange.“ sagte Alina, ging zum Zaun, packte die Maschen und riss mit einem Ruck ein großes Loch hinein. „Stark ist sie ja.“ sagte Eva leise zu Lani. „Das ist noch gar nichts. Glaub mir die wird spielend mit den Typen fertig.“ Eva sah Lani skeptisch an. „Werden wir sehen.“
Alina trotzte vor Tatendrang, als sie sich in die Richtung der Abstellgleise bewegte. Sie konnte nicht motivierter sein, als sie hinter einem rostigen Wagon die Gruppe entdeckte. Sie hatte eine üble Bande von Rockern in Lederkleidung erwartet, doch stattdessen fand sie eine Gruppe von vier Männern und zwei Frauen vor, die höchsten Mitte Zwanzig waren. Alina war überzeugt, dass sie mit denen problemlos fertig werden würde.
Alina war bis jetzt nicht bemerkt wurden. Das änderte sich, als sie ein lautes „Hey!“ von sich gab. Einer der Frauen, sie hatte sich das Haar rosa gefärbt, sah Alina überrascht an. „Ey seht mal Leute. Ein kleines Schuldmädchen hat sich hier her verirrt.“ Sie lachte und zeigte damit, wie betrunken sie war. „Uh ist die Süß.“ sagte einer der Typen und kam auf Alina zu. Er war eine Halbeportion. Dünn mit rutschender Hose und schmierigen Haaren. Alina starrte ihn böse an, was gut ging, da er nur wenige Millimeter größer war als sie.
„Ihr habt meiner Freundin ihre Handtasche gestohlen, wo ist sie.“ Der Typ vor ihr war ziemlich betrunken, so dass er hin und her wankte, als er einen Schritt vor machte. Nun stand er direkt vor ihr. „Das war Tom.“ lallte er. „Tom der Handtaschen Dieb. Um genau zu sein hat er sie geraubt. Aber diese arroganten Hühner hatten es auch nicht anders verdient.“ Leise lachte er in sich hinein. „Ich nehme an, du bist gekommen, um ihn mal richtig ins Gewissen zu reden.“ Wieder lachte er dümmlich.
Alinas Geduld war am Ende. Wütend trat sie dem Hempfling auf den Fuß, so dass er aufschrie und eine Sekunde später auf einem Bein stand. Sein Aufschrei endete abrupt als Alinas Faust ihm einen Aufwärtshaken verpasste, der ihn ein Stück hoch in die Luft beförderte. Wie tot fiel er leblos in den Staub. Alle anderen Anwesenden, die bis her locker herumgestanden oder gesessen hatten, richteten sich alarmiert auf.
„Wie hat sie das gemacht?“ fragte ein schwarzhaariger Typ, der noch am stabilsten von all den dünnen Typen aussah. „Ist doch egal!“ rief ein anderer und schnappte sich eine alte Holzlatte um damit auf Alina loszugehen. Drohend holte er zum Schlag aus und Alina spannte ihre Bauchmuskeln. Es knallte Laut als das Bett an ihren Bauchmuskeln zersplitterte. Sie revangierte sich mit einem Faustschlag der ihren Angreifer sich einmal um die eigene Achse drehen lies. Völlig groggy und schwanken stand er vor Alina. Diese drehte sich einmal und trat den man so heftig in den Unterleib, das er regelreicht davonflog und in seine dahinter stehenden Freunde kracht. Die beiden Frauen, welche an der Seite standen kreischten überrascht auf, als der Mann durch die Luft segelte.
Der schwarzhaarige befreite sich von der Last seines, nun bewusstlosen Kumpanen und half den andern Gestürzten auf. „Wie müssen sie zusammen angreifen. Du packst ihren rechten Arm, ich den Linken!“ Alina, die seine Worte klar gehört hatte grinste Böse. Sie ließ die beiden ihre Arme packen, spannte dann ihre Muskeln und donnerte sie laut gegeneinander. Als die beiden verwirrt vor ihr standen, nahm Alina sie schnell in den Schwitzkasten.
Die beiden Männer hatten keine Chance gegen Alinas Stahlarme. Sie wehrten sich zwar aber Alina bemerkte das kaum. Und alles was die beiden zu fassen bekamen waren harte Muskeln, welche sie mit ihrer eingeschränkten Kraft nicht bewegen konnten. „Hört auf zu zappeln.“ rief Alina und spannte ihren Bizeps leicht an, so dass dieser sich in die Hälse der Männer bohrte. Durch den geminderten Blutfluss wurde beide Männer schnell ruhiger und hörten auf um sich zu schlagen.
„Derjenige von euch der mit zuerst sagt wer und wo Tom ist, wird von mir sanft schlafen geschickt. Der andere nicht.“ Es dauerte nicht einmal eine Sekunde, da grölte der Mann in ihrer linken Umklammerung auf. „Er ist es, er ist es!“ rief er hastig und deutete auf den Mann mit den schwarzen Haaren, den Alina rechts im Schwitzkasten hatte. „Du miese Ratte.“ fluchte dieser wütend.
„Dankeschön.“ sagte Alina lieb und spannte ihren Bizeps so stark an, dass der Verräter auf der Stelle besinnungslos wurde. Einige Augenblicke ließ Alina ihren Bizeps noch auf den Mann wirken. Dann ließ sie seinen schlaffen Körper in den Dreck fallen. Unvermittelt löste sie die Umklammerung von Tom und packte ihn am Kragen.
„Ich frage dich jetzt nur einmal. Wo sind die Handtaschen?“
„Dort hinten!“ rief er ängstlich. „In dem verrosteten Container.“
„Du!“ rief Alina eine der Frauen an, „Geh und hol die Taschen. Und wage es nicht wegzulaufen. Ich kann Tom hier schneller und weiter werfen, als du rennen kannst. Und danach würde ich dich richtig durchprügeln!“
Die Frau wurde blass, mit einem nickten ging sie langsam zu dem Container und holte die besagten Taschen heraus. Vorsichtig stelle sie diese neben Alina ab und stellte sich danach schnell wieder neben die Frau mit den rosa Haaren.
„Gut.“ sagte Alina und sah Tom tief in die Augen. „Du hast meiner besten Freundin die Tasche gestohlen und dafür werde ich dich jetzt bestrafen. „Bitte Kleine!“ haspelte er „Das musst du nicht tun, ich kauf dir einen Haufen Süßigkeiten und wir vergessen die Angelegenheit.“
„Ich bin kein kleines Mädchen.“ rief Alina wütend und knallte dem Mann ihre Faust mitten ins Gesicht. Und dann wieder und immer wieder. Sie immer schneller prügelte sie mit ihrer Faust auf sein Gesicht ein. Seine Lippen platzten auf und seine Nase wurde regerecht Plattgehämmert. Erschrocken sahen die Frauen zu wie Alina, Toms Gesicht wie mit einem Presslufthammer bearbeitete.
Tom selber bekam nur die ersten wenige Augenblicke davon mit. Dann wurde er besinnungslos und nahm zu seinem Glück nichts mehr von Alinas Behandlung wahr. Nach gut vierzig Schlägen ließ sie Tom mit seinem grün und blau geschlagenen Gesicht zu Boden fallen. Dort zuckte er noch etwas vor sich hin, während Alina sich den beiden Frauen zuwandte.
Jene, welche ihr die Tasche gebracht hatte, starrte sie ängstlich an. Die mit den rosafarbenen Haaren starrte fassungslos auf Tom und dann böse Alina an. „Du kleine Irre!“ rief sie. „Du hast ihn fast umgebracht!“ Alina grinste und streckte sich, wobei sie all ihre Muskeln spielen ließ, was ihre Kleidung mit einem Knarren kommentierte.
„Aus welchen verdammt Genlabor bist du entlaufen?“ schrie die Frau in rosa. Alina antwortete ihr mit einer geraden Rechen, welche ihr die Nase brach und sie lang in den Staub schickte. Dort blieb sie reglos liegen. Die andere Frau bewegte sich ganz langsam rückwärts, bis sie mit den Rücken gegen die Wand des hinter ihr stehenden Bahnwaggons prallte. Drohend stand Alina vor ihr.
„Bitte tue mir nichts.“ jammerte sie.
„Aber das muss ich.“ sagte Alina lieb, „Ich habe meiner Freundin versprochen, das ich die Gruppe bestrafe, welche ihr die Tasche geklaut haben. Und da gehörst du dazu.“
„Bitte nicht.“ rief die Frau und ging vor Alina in die Knie.
Alina hätte es niemals zugegeben, aber dem kleinen Sadistischen Teufel in ihr, gefiel es wie die Frau sie anflehte. Und es gefiel ihm noch mehr, keine Gnade zu gewähren. Grinsend packte sie die Frau am Hals, die daraufhin auf keuchte. Ganz langsam hob Alina ihren Arm und ballte ihre Faust. Aus großen Augen starrte die Frau, Alinas harte Faust und den dazugehörigen muskulösen Arm an. Alina ließ den Anblick kurz auf die Frau wirken, dann schlug sie diese, geradezu genüsslich k.o. .
„Das hat richtig Spaß gemacht.“ Sagte Alina und blickte sich suchend um, in der Hoffnung einer ihrer Opfer würde sich doch noch bewegen. Aber alles was sie erblickte waren bewusstlose Körper die kreuz und quer im Dreck lagen.
„Ich sollte Verbrechens-Bekämpferin werden.“ dachte sie laut. Dann fiel ihr Blick auf die beiden Handtaschen. „Oh, Lani wartet ja.“ Schnell griff sie sich die Handtaschen und wollte schon loslaufen, als sie Toms zerschlagenes Gesicht sah. „Dich nehme ich mit!“ sagte sie kurz, warf sich den schlaffen Körper über die Schulter.
Lani und Eva machte große Augen als Alina nicht nur mit den Handtaschen durch das Loch im Zaun kam, sondern auch noch einen Mann über der Schulter trug. „Hier eure Handtaschen!“ sagte sie und reichte den Frauen ihr entwendetes Eigentum. „Wer ist das?“ fragte Lani und starrte Tom an.
„Das…“ sagte Alina und ließ Tom von ihrer Schulter gleiten, nur um ihm dann mit festen Griff am Kragen festzuhalten. „ist Tom. Es tut ihm sehr leid was er getan hat.“
Lani und Eva starrten Toms Gesicht an. „Was um Himmelswillen ist mit ihm passiert?“
„Nur eine kleine Massage mit meiner Faust.“ lachte Alina. „Aber wartet, ich wecke ihn auf, dann kann er sich selbst entschuldigen.“ Grinsend fing sie an, Tom blau, grünes und auch blutendes Gesicht zu Ohrfeigen. Die beiden Mädchen sahen stumm dabei zu. Es dauerte ein paar Minuten, bis Tom endlich wieder die Augen öffnete.
Sofort fing er an zu stöhnen und Tränen liefen ihm aus den geschwollenen Augen. „Hör auf zu heulen Tom!“ rief Alina. „Das da sind die Frauen den du die Handtaschen weggenommen hast. Willst du dich nicht bei ihnen entschuldigen?“ Tom öffnete die verquollenen Augen so gut er konnte und blickte Lani und Eva Verständnislos an. „Los entschuldige dich, sonst bearbeite ich dein Gesicht bis morgenfrüh!“ „Nein!“ rief Tom ängstlich und fiel vor Lani und Eva auf die Knie. „Es tut mir Leid bitte.“
Er war kaum zu verstehen, da Alinas Faust einige seine Zähne entfernt hatte. „Bitte.“ Jammerte er, „Vergibt mir.“ Lani und Eva starrten geschockt auf die Gestalt vor ihnen, welche im Staub kniete und um Gnade fehlte.
„Das ist gruselig.“ sagte Eva tonlos. „Eva hat Recht Alina, er soll verschwinden.“
„Wenn ihr meint.“ Sagte Alina etwas irritiert. Sie packte Tom am Kragen hob ihn in die Luft und ging mit ihm zum Loch im Zaun. „Sieht so aus, als wäre deine Anwesenheit nicht länger erwünscht.“ sagte Alina zu Tom, der auf wackeligen Beinen vor ihr stand. Er konnte noch ein halbes „Nein!“ herauswürgen, bevor Alinas Faust Tom traf und ihn in die Luft beförderte. Einen guten Meter von ihr entfernt knallte er schlaff zu Boden.
Zufrieden klatschte Alina die Hände aneinander, wie man es nach getaner Arbeit so tat. Lani und Eva sahen sie noch immer entgeistert an. „Was habt ihr denn?“ rief Alina irritiert. „Habe ich was falsch gemacht?“ „Ich meinte du solltest ihn wegschicken, die weiter verprügeln.“ „Aber er ist doch weg.“ Entgegnete Alina unsicher. „Nicht böse sein Lani! Bitte ich dachte das ist okay so.“
Eva stönte laut.
„Lani ich geh!“
„Was warum denn?“
„Warum? Weil wir erst zwanzig Minuten auf deine kleine Freak-Freundin gewartet haben und dann noch mal zehn Minuten, bis sie unsere Taschen hatte. Ich will jetzt nach Haus. Außerdem ist mir deine Freundin zu durchgeknallt. Gute Nacht.“
Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und stapfte davon. „Die hat ja eine Laune.“ sagte Alina. „Es stimmt schon“ meinte Lani und sah Alina an, „Ich bin dir zwar dankbar, dass du mir meine Tasche gebracht hast, aber du solltest niemanden Krankenhausreif prügeln.“
„Okay, ich mach es nie wieder, ja? Nächstes Mal sagst du mir genau wie ich jemanden verhauen soll.“
„Na gut Alina. Bin ja froh dass ich meine Tasche wiederhabe. Kann dein Fahrer uns nach Hause bringen? Im Übrigen schein er zu schlafen, wir waren vorhin am Auto und haben an die Scheibe geklopft aber er schläft tief und fest.“
Alina lachte: „Ja, das ist Leon, der schläft fast immer. Er ist mein Stiefbruder.“
„Ah ha.“ machte Lani. „Und er fährt dich rum. Ist ja lieb von ihm.“
„Naja.“ sagte Alina und ging zur Beifahrertür. „Warte bitte bis ich ihn geweckt habe, sonst ist es ihm peinlich.“ Klar!“ sagte Lani und lehnte sich entspannt ans Heck.
Leon lag noch immer besinnungslos mit dem Kopf auf dem Lenkrad des Wagens und hatte mittlerweile seine ganze Hose nass gesabbert. „Hey Leon.“ rief Alina, packte ihn an den Haaren hob seinen Kopf hoch und ging an, ihn grob zu ohrfeigen. „Aufwachen Schlafmütze, wir fahren.“
„Ohh.“ machte Leon und stöhnte auf. „Was ist passiert?“
„Wir fahren heim.“ sagte Alina bestimmend. „Du hast wieder einmal gepennt.“
Leon befühlte sein Kinn. Dann sah er seine Hose. „Oh Gott.“ murmelte er. Dann sah er zu Alina.
„Du hast mich doch wieder,…“ er schluckte den Rest runter, als Alina die Faust hob. „Ja willst du dich beschweren? Oder dich vielleicht lieber bedanken, dass ich deine Wartezeit abgekürzt habe?“
„Ich äh…“ Alina sah in scharf an. „Ja?“ Leon dachte einen kurzen Augenblick nach. „Danke.“ sagte er langsam. „Gern geschehen.“ Sie und lächelte wie ein unschuldiges kleines Mädchen.
Da klopfte es gegen das Wagendach. „Ey seid ihr beiden da drinnen bald fertig?“ Alina ließ hier Fester herunter. „Ja steige ein Lani. Leon ist nicht so schnell, wenn er noch schlaftrunken ist.“ Leon sah Alina böse an, natürlich nur in dem Augenblick, in dem sie nicht hinsah.
Leon startete den Wagen und Lani nannte ihre Adresse. Kurz darauf fuhren die drei eine Landstraße entlang, an dessen Horizont langsam die Sonne versank. Lani fand die Still wohl etwas unbehaglich, denn sie räusperte sich nach ein paar Minuten laut. „So Alina.“ sagte sie. „Ich habe in der Stadt so ein Plakat zu einem Wettkampf von zwei Fitnessclubs gesehen. Die sollen sich das Spektakel richtig was kosten lassen. Gehst du dahin.“ „Ja vielleicht. Hatte eigentlich keine Lust. Aber meine Freundinnen gehen auf jeden Fall hin.“ „Hmm.“ machte Lani. „Also ich werde mir das angucken und vielleicht kann ich meinen Bruder überreden mitzukommen.“ Sofort war Alina hellwach. „Ich gehe da natürlich auf jeden Fall hin. Meinst du Oskar kommt mit?“
„Oskar heißt er also.“ Kam er plötzlich von Leon und Alina sah in mit tödlichen Blicken an. Sofort verstummte er und sah stur auf die Straße. Lani tat so, als hätte sie nichts gemerkt. „Ja vielleicht schaff ich es, dass er mitkommt. Dann könnte er dich ganz unbefangen beobachten.“ Alina nickte und beugte sich nach hinten zu Lani.
„Wie geht es ihm den. Ich meine nach dem kleinen Vorfall.“
„Das willst du nicht wirklich wissen.“
„Doch bitte sag es mir.“
„Okay Alina, er hat Angst vor dir. Wenn ich nur deinen Namen sage bekommt er große Augen.“
„Oh nein.“ rief Alina und sie merkte wie ihr das Wasser in die Augen liefen. „Aber es geht ihm besser?“
Lani machte ein bedenkliches Gesicht. „Physisch vielleicht. Du musst es halt sehr langsam angehen. Lass ihn dich erst mal auf der Ferne beobachten. Ich schubse ihn schon in die richtige Richtung.“
„Danke Lani, dafür tue ich alles für dich.“
„Ich weiß. Und keine Sorge, ich ruf dich wieder an. So hier könnt ihr anhalten.“
Leon und Alina lieferten Lani zu Hause ab und fuhren weiter nach Hause. Keiner der beiden sprach ein Wort. Leon hielt es für besser den Mund zu halten, da er jetzt mehr von Alinas Gefühlswelt mitbekommen hatte, als diese es wohl gut fand. Und Alina sprach sowieso nicht. Sie sah aus dem Fenster und beobachtete wie die Sonne am Horizont verschwand.
Ende
Freitag, 17. August 2018
Die weiblichen Eindringlinge Kapitel 54 - Alinas Missgeschick
Die Sommerferien hatten begonnen und Alina saß nun schon seit
vier Tagen vor dem Fernseher und sah Star Trek. Sie sah Filme, Serien und das
fast durchgehend. Doch Alina war schon immer ein aktives Mädchen gewesen und
ihr Körper war es gewohnt sich zu bewegen. So kam es, das Alina immer wieder
aufstehen musste, vor dem Fernseher
herum lief und sich wieder setzte. Doch als sie um fünften Tag aufstand konnte
sie sich nicht dazu überwinden, wieder auf dem Sofa im Wohnzimmer Platz zu
nehmen. Stattdessen zog sie ihre enge Sporthose an und ein nicht weniger enges
rosa T-Shirt. Danach joggte sie bestimmt zwei Stunden lang durch die Straßen
ihrer Nachbarschaft. Gleich darauf ging es in den Keller, indem sich Alina an
den einzelnen Trainingsgeräten verausgabte.
Gute zwei Stunden verbrachte sie dort unten, bis sie
hörte, wie es oben an der Tür klingelte. Da sie weder Leon noch ihre Mutter
gesehen hatte, ging sie davon aus, dass sie alleine war. Ein klein bisschen
genervt lief sie die Kellertreppen hoch.
Ihr ganzer Körper war inzwischen von Training gestählt.
Die dicken Pakete ihrer einzelnen Bauchmuskeln drückten sich fest gegen ihr
Shirt und waren auf den ersten Blick gut zu erkennen.
Noch stärker waren die Muskeln an ihren Beinen und Armen
angeschwollen. Ihr anormal steiler Bizeps, zeigte sich in seiner absurden Höhe,
egal wie wenig Alina ihre Arm auch anwinkelte. Ihre Beine zeigten dicke
Muskelstränge, welche trotz Hose sofort auffielen. Alinas braune Haut glänzte
vor Schweiß und ihr Gesicht war leicht gerötet.
Als Alina die Tür aufzog, dachte sie ganz kurz, dass ihr
das Herz stehen blieb. Denn vor der Tür stand Oskar und sah sie unbekümmert an.
„Äh, hey!“ sagte er und zog ein Buch
hinter seinem Rücken hervor. „Hier, Lani hat mich gebeten dir das vorbei zu
bringen, du braust es wohl dringend.“
Alina sah den schlanken Jungen mit den braunen Augen
fassungslos an. Dann schloss sie hektisch die Tür. Wie eine Irre rannte sie ins
Bad und sah in den Spiegel. Während sie mit einer Hand, fluchend ihr
verschwitztes Haar kämmte, durchforstete sie mit der anderen ihr Handy. Hastig
klickte sie auf die Konversation mit Lani. „Juhu Alina.“ Las sie leise. „Ich
habe meinen Bruder irgendein Buch von mir in die Hand gedrückt und ihm gesagt,
dass du es brauchst. Er kommt morgen bei dir vorbei. Braust mir nicht zu
danken, du hast viel mehr für mich getan. „Mäusekacke!“ fluchte Alina leise und
rannte zurück zur Tür.
Oskar hatte sich schon ein paar Schritte von der Tür
entfernt, drehte sich aber wieder um, als er hörte wie sie sich öffnete.
„Warte!“ rief Alina hastig. „Das Buch!“
„Warum hast du mir die Tür vor der Nase zugeschlagen.“
rief er ärgerlich, als er sich wieder in ihre Richtung bewegte.
„Ich,…“ Alina errötete und legte den Finger an ihre
vollen Lippen. „Ich hatte, …. Hmm was auf den Herd! Ja.“
„Klar!“ sagte Oskar, der die lahme Ausrede natürlich
sofort durschaut hatte.
„Ja, ich bin ja nicht so eine Computerstimme, die das
Essen aus dem Nichts herzaubert.“
Jakob sah sie verständnislos an.
„Na bei ‚Star Trek‘. Die Computerstimme die alles kann
und weiß und so…“
Alina hatte nur versucht, geschickt das Thema ‚Star Trek‘
anzureißen um zu zeigen, dass sie durchaus Bescheid weiß. Doch das war ihr misslungen.
„Ja,… „ sagte Oskar und eine Weile herrschte Stille. Dann
fuhr er fort. „Eigentlich wollte ich dir nur das Buch geben.“
„Das muss hoch in mein Zimmer.“ sagte Alina tonlos.
Oskar sah sie erneut irritiert an. „Ja und? Soll ich es hochbringen?“
fragte er. Und man hörte, dass er genervt war. Doch Alina ignorierte das.
„Ach würdest du? Wie lieb!“ Kurzerhand packte Alina,
Oskar am Arm und zog ihn mit einem Ruck ins Haus. Ein neben Effekt vom langanhaltenden Training
mit Gewichten war, das der Trainierende danach bei Alltagsgegenständen das
Gefühlt hatte, das diese viel leichter waren als zuvor. Dies war auch bei Alina
der Fall, als sie Oskar ins Haus zog. Eigentlich wollte sie ihn nur ganz leicht
am Ärmel ziehen, stattdessen stolperte er in den Flur.
„Hey, geht’s noch?“ rief Oskar verärgert.
„Tut mir leid.“ sagte Alina und versuchte süß zu lächeln.
Sie hasste es, das Michelle das so gut konnte, sie aber nicht. Oskar schien
ihren Blick nicht ganz deuten zu können. „Na schön.“ sagte er. „Dann gehe ich
jetzt.“ Er legte das Buch auf eine Kommode neben ihn und wand sich der Tür zu.
Schnell sprang Alina dazwischen.
„Willst du gar
nicht mein Zimmer sehen? Oder hast du Durst? Ich habe dir gar nichts zu trinken
angeboten! Was Süßes haben wir nicht mehr im Haus, weil ich… äh, naja mein
Bruder…“
„Ich brauche nichts.“ unterbrach Oskar sie. Der erst
jetzt Alina hervortretende Muskeln richtig beachtete, da sie zwischen ihm und
dem Ausgang stand. Nun stand ihm doch der Mund etwas offen, da ihm langsam klar
wurde, wie muskulös Alina tatsächlich war.
„Aber ich will was trinken“ rief Alina schnell, als sie
merkte, wie Oskar ihren Köper anstarrte. Oskar konnte nur noch ein „Hey“ von
sich geben, da wurde er schon von Alina in die Küche gezogen. Ihre Hand hatte
sich wie eine Eisenklammer um Oskars Arm gelegt, er bezweifelte, dass er sich
davon losreisen konnte. Und wollte es auch lieber nicht ausprobieren. Er fragte
sich langsam, warum ihn seine Schwester unbedingt zu diesem verrückten
Muskelmädchen geschickt hatte.
Alina hielt Oskar immer noch fest, als sie in der Küche
den Kühlschrank öffnete. Dem entnahm sie eine Glaskaraffe mit Eistee. Als sie
den Schrank für die Gasser öffnete, ließ sie Oskar endlich los. Dieser rieb
sich erleichtert den schmerzenden Arm und überlegte, wie er entkommen konnte,
ohne Alina sauer zu machen.
Alina goss zwei Gläser mit Eistee ein und reichte Oskar
einen. „Hier!“ sagte sie. Oskar zögerte kurz entschied sich dann aber doch
dafür den Eistee anzunehmen. „So.“ sagte Alina so unbeschwert wie sie nur
konnte. „Wie hat dir den letzte Star Trek Film gefallen?“ Oskar sah sie Stirnrunzelnd
an. „Das ist doch lange her. Aber der letzte StarWars Film war Mist!“
„Starwars?“ fragte Alina. „Hatten die da auch sprechende
Computer?“
„Du kennst StarWars nicht?“
Alina schluckte. Genau diese Situation wollte sie
vermieden haben. „Neuer Plan“, dachte sie angespannt. „Willst du mein Zimmer sehen?“ fragte sie
hastig. Und bevor Oskar antworten konnte,
hatte sich schon wieder Alinas eiserner Griff um seinen Arm gelegt. Er
konnte noch knapp sein Glas abstellen, bevor er davongezogen wurde. Auf der
Treppe musste er aufpassen, nicht zu fallen, da er davon überzeugt war, das
Alina ihn auch die Treppen hochgeschleift hätte.
Oskar wurde von Alina regelrecht in ihr Zimmer geschupst.
Danach stellte sich Alina schnell vor die Tür. Sie hatte das Gefühl einen
Schatz gefunden zu haben, einen empfindlichen Schatz der leicht davonfliegen
konnte.
„Wie findest du es?“ fragte Alina und versuchte erneut
süß zu lächeln. Komisch, sonst gelang ihr das besser. Sie war so aufgeregt.
„Es ist, ….“ Oskar zögerte. „Sehr rosa.“
„Ja.“ meinte Alina. „Setz dich doch!“
Alina deute auf ihr Bett und Oskar beschloss, dass es
besser war, wenn er tat was Alina sagte.
„Ziemlich harte Matratze.“
„Ja, muss so sein. Bin etwas, naja, schwer.“ Alina
errötete erneut und setzte sich neben Oskar.
Oskar wollte von Alina wegrücken, doch da Alina sehr
schwer war, drückte sie die Matratze auch tief nach unten, was bei Oskar nicht
der Fall gewesen war. Und so rutschte Oskar automatisch zu Alina und stieß
gegen ihren harten Körper. Oskar war erschrocken wie massive und hart Alina war
und er wusste so schnell nicht, wohin er mit seinen Händen sollte.
„Oh Oskar.“ kicherte Alina, was scheinbar das Stichwort
für Oskar war, vom Bett zu springen, zu stolpern und lang auf den Boden zu
fallen. „Oh!“ rief Alina, rannte sofort zu ihm, packte Oskar aus Gewohnheit am
Hals und hob ihn wie eine Feder in die Höhe.
„Ah!“ machte Oskar und griff panisch nach seinen Hals.
Alinas Hände waren erneut wie aus Stahl. Er hatte keine Chance sie zu lösen.
Außerdem minderte sie die Blutversorgung zu seinem Gehirn und er spürte, wie er
immer matter wurde.
„Du bist aber leicht Oskar!“ lachte Alina. „Aber so
richtig! Noch leichter als mein Bruder.“
Nachdenklich sah Alina, Oskar an. Dass er wie wild an
ihrer Hand zerrte und einen roten Kopf bekam bemerkte sie kaum. Sie war nur
froh, dass er da war. „Es ist nicht schlimm dass du so leicht bist.“ plapperte
Alina weiter. „Das stört mich nicht.“
Alina stellte Oskar wieder auf den Boden und der fing an,
hastig zu atmen. „Was ist?“ fragte Alina, doch Oskar antwortete nicht sondern
zog konzentriert Luft in seine Lungen. „Hmm.“ machte Alina. „Hier guck mal, das
sind meine Hanteln. Und du kannst mir glauben, die sind schwerer als du.“
Oskar sah zuerst kaum hin, als Alina die silberne Stange
mit dem riesigen, rosa Gewichtsscheiben in die Höhe hob. Doch als sich ihr
Monsterbizeps nach oben beulte, bekam er große Augen.
„Das ist ja, ….“ lallte er.
„Was ist?“ fragte Alina. „Willst du auch mal?“
Sie hielt ihn mit dem linken Arm, die Hantel hin. Oskar
sah sie verdattert und verständnislos an.
„Na los, fass sie an. Aber mit beiden Händen.“ Oskar
hatte nun so viel Angst vor Alina, dass er es nicht wagte zu wiedersprechen.
Vorsicht griff er nach der Metallstange. „Gut richtig festhalten, ja?“
Oskar nickte stumm und Alina ließ los.
Die Hantel zog Oskar Körper wie einen Stein nach unten.
Er verschwand fast augenblicklich aus Alinas Sichtfeld. Dann donnerte es, als
die schwere Hantel auf den Boden prallte. Erschrocken sah Alina auf Oskar der
stöhnend am Boden lag. „Oh nein.“ rief sie. „Ich dachte wirklich, dass du nicht
so schwach bist!“ rief sie.
Sie wollte Oskar erneut packen, um ihn auf die Beine zu
stellen, doch der kroch schnell von ihr weg. „Las mich in Ruhe!“ schrie er
hysterisch. Er hatte eine kleine blutende Stelle am Kopf, dort wo er gegen die
Hantel geprallt war.
Als Alina seine Stimme hörte, war sie wie erstarrt. „Aber
was ist denn? Das war doch nur ein kleiner Unfall. Nichts Schlimmes.“ Sie
machte wieder einen Schritt auf Oskar zu und der wich weiter zurück.
„Nein, bleib wo du bist!“ rief er und taste hinter sich
nach der Tür. „Nein Oskar.“ rief Alina erschrocken. „Geh nicht. Ich zeig dir
auch keine Gewichte mehr. Ja?“ „Nein, nein!“ rief Oskar und öffnete die Tür.
„Ich verschwinde. Mit einem solchen Muskelmonster wie dir will ich nichts zu
tun haben!“
„Was?“ fragte Alina leise und die Tränen stiegen ihr in
die Augen. „Das meinst du nicht so!“ rief sie wütend, während ihr die Tränen
über das Gesicht rollten. „Und ob!“ schrie er zurück. „Du bist total irre! Du
zerrst mich einfach in dein Haus und fängst an, mich zu misshandeln. Du hast
sie nicht alle!“
Plötzlich, ohne dass Alina sich selbst stoppen konnte,
schnellte ihre Faust noch vorne. Die traf perfekt Oskars Kinn, der darauf hin,
lang ausgestreckt, von den Füßen gehoben wurde und schlaff im Flur niederging.
„Oh nein, das wollte ich gar nicht!“ rief Alina und eilte
zu Oskar. Sie hob seinen Kopf an den Haaren an und ohrfeigte ihn leicht.
Nichts. Oskar war in einer tiefen Bewusstlosigkeit versunken. „Verdammter
Elefantendreck!“ fluchte Alina. Eine
Weile sah sie ihren kleinen Prinzen verzweifelt an. Ab und an stupste sie ihn
kurz an, doch er regte sich nicht. Schließlich packte Alina ihn und trug ihn,
ohne Mühe und nur mit einer Hand, nach unten ins Wohnzimmer, wo sie ihn aufs
Sofa legte. Verzweifelt setzte sie sich neben Oskar und rief, nach kurzen
zögern seine Schwester Lani an.
„Alina was gibt es?“
„Ich brauche deine Hilfe!“ rief Alina aufgeregt.
„Wieso was ist den passiert? War Oskar schon bei dir?“
„Ja und er ist es immer noch.“
„Alina, wenn du mich brauchst um mit meinem Bruder zu
reden, kann ich dir leider nicht helfen.“
„Nein das ist es nicht, er ist irgendwie bewusstlos
geworden.“
„Was?“ nun klang Lani ebenfalls aufgeregt. „Warum, hast
du einen Krankenwagen gerufen? Amet er noch?“
„Ja, nein. Ihm geht es gut. Es ist nicht so eine
Krankheitsohmacht. Viel mehr eine, ‚Ich habe ihn gehauen‘ Ohnmacht“
„Du hast was?“ dieses Mal schrie Lani. „Fass ihn ja nicht
mehr an! Ich bin gleich da!“
„Aber ich…“ Alina konnte ihren Satz nicht mehr zu Ende
bringen, denn Lani hatte bereits aufgelegt.
Eine halbe Stunde später klingelte Lani an der Haustür
und Alina führte sie ins Wohnzimmer. Dort lag Oskar immer noch besinnungslos
auf dem Sofa und sabberte vor sich hin.
„Geht es ihm wirklich gut?“ fragte Lani und rannte zu
ihrem Bruder. Sorgevoll strich sie ihm über das Gesicht, was an seinem Zustand
allerdings nichts änderte.
„Es geht ihm gut!“ sagte Alina. „Ich habe schon
reihenweise Jungs k.o. geschlagen und keinen hat es geschadet. Im Gegenteil,
wenn sie dann irgendwann wieder wach geworden sind, waren sie meist viel
höfflicher.“ Lani schien das nicht zu beruhigen. Und den Blick den sie Alina
zuwarf wurde immer feindseliger. „Ich habe meinen Bruder nicht zu dir
geschickt, damit du ihn k.o. schlägst. Machst du das mit allen Jungs die du
magst?“
„Es war ein Versehen!“ jammerte Alina.
„Ich habe noch nie gehört, dass jemanden so etwas
ausversehen passiert ist!“
Alina wusste darauf keine Antwort. Und sie glaubte, das
alles was sie sagte, Lani nur wütender machen würde. Also stand sie unruhig da
und hüpfte von einem Bein aufs andere.
„Bring ihn am besten in mein Auto, es ist besser, wenn du
nicht da bist, wenn er aufwacht.“
Lanis Worte trafen Alina tief und sie musste sich
zusammenreisen nicht loszuheulen. Vorsichtig packte sie Oskar unter den
Schultern und trug ihn wie eine Puppe nach draußen. Lanis erstaunten Blick
bemerkte sie nicht, als sie Oskar leicht und locker hochhob.
Alina bemühte sich, sehr vorsichtig mit Oskar zu sein.
Sie legte ihn behutsam auf die Rückbank des Autos und schloss fast lautlos die
Tür. Lani stieg sogleich auf der Fahrerseite ein. Alina lief schnell auf die andere Seite des Autos und packte die Fahrertür so fest,
das Lani diese nicht schließen konnte.
„Lass das Alina! Ich will jetzt los.“ rief Lani und
startete demonstrative den Motor. „Wir müssen aber noch reden!“ rief Alina und
packte die Tür noch fester. Wenn sie jetzt zuließ, das Lani wegfuhr, ohne mit
ihr zu reden, würde sie Oskar vielleicht nie wieder sehen.
„Nicht jetzt Alina.“ rief Lani und fuhr mit den Wagen ein
kleines Stück zurück. Sofort knirschte es und verbiegendes Blech schrie laut
auf. Lanis Fahrertür, welche sich normal nur im 45 Gradwinkel öffnen ließ,
stand jetzt bei 95 Grad. „Ups.“ Sagte Alina kleinlaut und ließ schnell die Tür
los, welche sie mit ihrer Muskelkraft vollkommen verbogen hatte.
Bei laufendem Motor stieg Lani aus dem Auto und
betrachtete entgeistert ihre Autotür. „Was zum Teufel Alina?“ schrie Lani. Dann
versuchte sie die Tür wieder zu schließen, aber die Tür war so verklemmt, das
sie sich keinen Millimeter mehr bewegte. „Das bezahlst du mir!“ rief Lani.
Alina nickte.
„Können wir jetzt reden?“
„Du schlägst meinen Bruder k.o., verbiegst meine Autotür
und jetzt willst du reden?“
Alina nickte hartnäckig.
„Und wenn ich nicht will, schubst du dann mein Auto um?“
„Das könnte ich.“ sagte Alina und verschränkte die Arme
vor der Brust.
„Na schön, aber schnell“
„Also.“ sagte Alina und atmende schwer aus. „Du darfst
bitte nicht auf mich böse sein. Ohne dich redet dein Bruder nie wieder mit mir.
Bitte, bitte, bitte. Wirklich ich tue
alles was du willst! Du weißt wie stark ich bin. Ich verhau alle deine
Exfreunde oder alle Mädchen aus der Uni die du nicht magst. Ich kann auch im
Haushalt helfen. Wirklich ich tue alles!“
Alina hatte sich während ihrer Rede auf die Knie begeben
und flehte Lani nun regelrecht an.
„Okay, okay in Ordnung Alina. Steh wieder auf! Ich sage
dir was. Als erstes bezahlst du meine Autotür. Und dann musst du noch ein paar
Dinge für mich erledigen. Und erst dann gucke ich, wie ich dir mit Oskar helfen
kann.“ Alina nickte eifrig wie ein kleines Kind. „Ja ich mach alles, ja?“
Lani setzte sich mit einem Seufzen zurück in den Wagen.
„Für den Angang könntest du die Wagentür schießen.“ Sofort packte Alina die Tür
und schloss sie, wobei es widerlich Quietschte und Krachte. Beide Mädchen
verzogen dabei das Gesicht, nur Oskar nicht. Der blieb weiterhin ohne
Bewusstsein.
„Ich ruf dich an.“ sagte Lani und fuhr rückwärts von
Alinas Grundstück.
„Wann denn?“ rief Alina, doch da wechselte Lani schon in
den Vorwärtsgang und sauste davon.
Alina starrte Lani lange hinterher. Irgendwann seufzte
sie.
„Das hätte wohl kaum schlimmer laufen können.“ Sie
seufzte laut und dackelte, wie ein begossener Pudel zurück ins Haus.
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